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18.03.2013

17:41 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt über 8.000 Punkten

Die Zitterpartei um Zypern hat an den Börsen für Verunsicherung gesorgt. Der Dax rutschte am Morgen tief ins Minus, erholte sich aber im Tagesverlauf. Manche Investoren sehen eine gute Gelegenheit zum Einstieg.

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FrankfurtDie geplante Zwangsabgabe für alle Sparer in Zypern hat die Börsen in Aufregung versetzt. Der Dax fiel nach Börsenstart bis auf 7.901 Punkte, erholte sich dann aber. Am Ende des Tages ging der Index mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 8010 Punkten aus dem Handel.

Europaweit wurden Finanzwerte abgestoßen. "Befürchtungen machen die Runde, dass möglicherweise Kunden den Großteil ihrer Bankguthaben abheben könnten, um solchen Zwangsabgaben vorgreifen zu können", sagte Aktienmarkt-Experte Tobias Reichert vom Brokerhaus IG Markets. Der Branchenindex für die Banken der Euro-Zone rutschte um 3,5 Prozent ab. Ihre Pendants für die spanischen und die italienischen Geldhäuser verloren zweitweise mehr als vier Prozent. Hierzulande zählten Allianz, Deutsche Bank und Münchener Rück zu den größten Verlierern.

Die Börsen in Zypern und Griechenland blieben wegen eines Feiertages am Montag geschlossen. Asiatische Börsen waren am Morgen ebenfalls in den Keller gerutscht. Anleger an der Wall Street starteten vergleichsweise unaufgeregt in die neue Woche. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 0,1 Prozent nach.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Kunden zyprischer Banken sollen die Abgabe im Rahmen des Rettungspakets für das Euro-Land leisten. Am Markt geht nun die Angst vor einer Ansteckung um: Sparer in ebenfalls hoch verschuldeten Euro-Ländern wie Italien oder Spanien dürften ähnlichen Maßnahmen befürchten, erläuterte Commerzbank-Volkswirt Peter Dixon. "Das unterminiert das System der Einlagensicherung in der gesamten Euro-Zone", brachte Rabobank-Stratege Philip Marey die Furcht der Anleger auf den Punkt.

Etwas Aufregung aus dem Markt nahm am Nachmittag die Nachricht, dass das Rettungspaket in Reaktion auf heftige Proteste neu verhandelt werden soll. Ziel ist es, Kleinsparer zu schonen. Die Abstimmung im zyprischen Parlament wurde auf Dienstag verschoben.

Das zehn Milliarden Euro schwere Paket für Zypern sah ursprünglich vor, dass sich Bankkunden über eine nach Vermögen gestaffelte Zwangsabgabe an den Kosten für die Rettung des Landes beteiligen. Diese bislang am Markt als undenkbar erachtete Lösung müsse vor dem Hintergrund der Geldwäschebekämpfung gesehen werden und dürfte insofern einmalig bleiben, kommentierte die LBBW. Eine Abgabe für Vermögen über 100.000 Euro ist aus ihrer Sicht nachvollziehbar. Die Banken des kleinen Inselstaats sind vor allem bei vermögenden Russen beliebt.

Kommentare (45)

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EU_Endspiel_2013

18.03.2013, 07:20 Uhr

Zypern ist jetzt der Anfang (zu Testzwecken), als nächstes sind Spanien, Italien, Frankreich und dann wir fällig, nach dem gleiche Strickmuster.
Schnellstens Bargeld abheben so lange unsere Banken noch geöffnet haben!!! Die EU ist am Ende - versteht das endlich sonst bleibt euch kein Cent!!!

Account gelöscht!

18.03.2013, 07:27 Uhr

@EU_Endspiel_2013
völlig korrekt
Die EU ist definitiv Megapleite, das Gelddrucken macht alles noch schlimmer und zögert den Zusammenbruch (der zu 100% kommen wird) nur hinaus.

G.Waesch

18.03.2013, 07:38 Uhr

Geht zur Bank, lasst euch auszahlen...

... und seht, was eure Scheine zu Hause noch wert bleiben.

Frustrierte Kommentare frustrierter Spekulanten.

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