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27.08.2015

17:42 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt über drei Prozent fester

Die Erholung des Leitindex kam am Donnerstag auf Touren. Der Dax distanzierte die 10.000-Punkte-Marke deutlich. Vor allem US-Daten halfen. Sie machten die Probleme in China vergessen – zumindest für heute.

Börse am Abend

„Wir hatten heute einen asiatischen Börsenverlauf im Plus“

Börse am Abend: „Wir hatten heute einen asiatischen Börsenverlauf im Plus“

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FrankfurtDie Anleger sind aufs Parkett zurückgekehrt. Gleich an beiden wichtigen Börsenbaustellen lockten am Donnerstag Fortschritte die Akteure wieder in den Handel. In China erholten sich die Kurse an den Wertpapierbörsen merklich, neue Maßnahmen konnten die Gemüter zumindest kurzfristig beruhigen. Aus den Vereinigten Staaten kamen überraschend starke Konjunkturdaten, was die Kaufblöcke der Händler füllte – in Zeiten jahrelanger ultralockerer Geldpolitik und einer mittelbar bevorstehenden Zinswende ein selten gewordener Anblick.

Gleich zum Handelsauftakt errang der Dax seine Fünfstelligkeit und konnte die 10.000er Marke im Handelsverlauf deutlich hinter sich lassen. Am Ende notierte der deutsche Leitindex ganze 3,2 Prozent fester bei 10.315 Punkten, zeitweise hatte er Kurs auf ein Plus von vier Prozent genommen. So hat die Konjunkturabkühlung in China auch ihr gutes, wenn sie denn nicht zu stark ausfällt – einige Experten hatten den Konjunkturpessimismus und die daraus resultierende Achterbahnfahrt der vergangenen Tage als überzogen eingestuft. (Nachhaltig nach oben wird der Trend wohl erst wieder zeigen, wenn die Fundamentaldaten aus China eine andere Sprache sprechen.)

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Mit den Wachstumsproblemen in China kriegt die US-Notenbank Federal Reserve einen weiteren Grund an die Hand gelegt, die Zinsen in den USA vorerst niedrig zu lassen. Darauf zumindest spekuliert ein Großteil der Börsianer. Sogar die Falken der Geldpolitik, die die Zügel straffer ziehen wollen, ließen zuletzt durchblicken, die September-Sitzung des Fed-Führungsgremiums ohne Erhöhung der Leitzinsen über die Bühne gehen zu lassen.

Dass der erste Anstieg der Zinsen aber wohl noch in diesem Jahr erfolgt, davon zeugen die anhaltend guten Konjunkturdaten aus Washington. So hat die US-Wirtschaft im zweiten Quartal um aufs Jahr hochgerechnete, ganze 3,7 Prozent zugelegt. Diese verrieten die heute veröffentlichten endgültigen Zahlen. Experten hatten revidiert höchstens mit 3,1 Prozent gerechnet. Mit dieser Zahl im Rücken konnten die US-Börsen weiter vorrücken. An der Wall Street legte der Dow-Jones-Index zum Frankfurter Handelsschluss anderthalb Prozent zu auf 16.531 Zähler.

Auch in der zweiten Frankfurter Reihe gingen die Kurse auf Erholung. Der MDax schloss 2,9 Prozent fester bei 19.694 Punkte, der TecDax rückte 3,2 Prozent vor auf 1694 Zähler. Der Leitindex der europäischen Währungsunion, der Euro-Stoxx-50, kam auf ein Plus von 3,7 Prozent und damit 3281 Punkten. Durch die Bank weg entspannten sich die Handelsplätze Europas im Donnerstaghandel.

Das lag nicht zuletzt daran, dass die kriselnden Börsen in China wieder mal eine Gegenbewegung starteten. Die Pekinger Führung hat einen ganzen Maßnahmenkatalog vorgestellt, um die Brisanz aus den Finanzmärkten zu nehmen und die Konjunktur weiter anzufachen. So wurde die Finanzstabilitätsbehörde mit weiteren Geldern ausgestattet, um Aktien im Auftrag der Regierung kaufen zu können. In Schanghai sprang der Composite über fünf Prozent in die Höhe, der Index in Shenzen gewann über drei Prozent. Informierten Kreisen zufolge soll die Regierung auch gleich interveniert haben, um die Kurse zu beruhigen.

„Schwergewichtige Aktien wie die von Banken und Versicherungsunternehmen haben geholfen, den Schanghai-Index nach oben zu ziehen“, sagte der Analyst Zhang Gang der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Börsen bleiben volatil. In den vergangenen zehn Tagen hatten die Kurse über zwanzig Prozent nachgegeben. Die Erholung schwappte auch nach Japan rüber. Auf dem Weg von Küste zu Küste verlor sie aber einiges an Schwung.

Kommentare (15)

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Herr walter rehm

27.08.2015, 11:03 Uhr

Man kann wirklich nur noch staunen. In 3 Tagen geht der Dax 1000 Punkte runter und wieder nach oben. Computerprogramme machen ausserhalb der normalen Handelszeiten mittlerweile Kurse wo man selbst als Laie erkennt, hier können Indexkurse nach Belieben gemacht werden. Gestern nach Xetraschluss wurden
abverkauft im DAX auf 9900, das sind über Nacht 400 Daxpunkte oder anders gesagt
die knappen Derivate haben über Nacht ihren Wert verzehnfacht. Aber auch heute
morgen vor Xetrastart hatten wir noch ein Daxtief, was im Handel nicht erreicht wird.
1000 Punkte! in 3 Tagen rauf unter runter. Die Herrscher der Algotradings haben die
Aktienkultur komplett zerstört. Die Privatanleger können hier unmöglich mithalten.

Hubert Hubs

27.08.2015, 11:36 Uhr

Hallo Herr Rehm,
Börsenkurse haben schon lange nichts mehr mit "Aktienkultur" zu tun. Die wichtigste Person im Börsenhandel ist der Programmierer. Das wichtigste Utensil der Computer. Er läuft 24 Stunden am Tag, verarbeitet alle Notierungen weltweit und agiert vollkommen selbstständig. Aus diesem Grund gibt es ja auch dieses Chaos, das wir aktuell sehen. Die Programmierer arbeiten aber bereits am Problem :-)

Herr J.-Fr. Pella

27.08.2015, 12:01 Uhr

Es ist leider so, dass Investbanker, Hedgefonds, Zocker und der "graue Markt" die Aktienkurse ob mit oder ohne Computer die Kurse manipulieren.
Aktiva oder Passiva, Gewinn + Verlustrechnung, Cash-Flow oder ähnliche Daten aus den Bilanzen nur noch eine Scheinwelt darstellen. Wirtschaftlicher Sachverstand ist nur noch bedingt gefragt. Wetten auf alle möglichen Dinge sind angesagt.
Aktienkultur findet noch maximal Platz in "Grimms" Märchen.
So sieht es aus.
Die nach 2008 und 2011 durch die diverse Politiker versprochenen Diziplinierungsmaßnahmen der Geldinstituten sind nur noch Sprechblasen und Schall und Rauch.
Nur noch als Ergänzung: meine Hausbank wird in Kürze für Sparbeträge ab 10.000,00 € für Privatanleger Strafzinsen erheben.
Es lebe die EU und der EURO.
Alle, die dafür Verantwortung haben, sollte der Blitz beim .......erwischen.

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