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26.08.2015

17:52 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt unter 10.000 Punkten

Das nervöse Auf und Ab an der Börse setzte sich am Mittwoch fort. US-Industriedaten kamen zwar zur Hilfe, konnten den Dax allerdings nicht ins Plus retten. Maßnahmen der chinesischen Zentralbank verpufften ebenfalls.

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FrankfurtDie große Talfahrt blieb zwar aus, doch die Schwankungen beim Dax blieben am Mittwoch stark. Nach einem satten Minus zum Handelsstart konnte sich der Dax etwas berappeln. Der Leitindex schloss schließlich 1,3 Prozent schwächer bei 9.997 Punkten.

Die Erleichterung der Anleger nach der Zinssenkung in China war damit nur von kurzer Dauer: An den europäischen Börsen ging es ebenfalls bergab, der chinesische Aktienmarkt schloss im Minus. „Offensichtlich genügen den Anlegern die Maßnahmen der chinesischen Zentralbank nicht,“ stellte CMC-Markets-Analyst Andreas Paciorek fest. Investoren fürchten eine deutliche wirtschaftliche Schwäche der Volksrepublik, die auch ein wichtiger Absatzmarkt für Europa ist. „Auf was der Markt wartet, ist eine 'große Bazooka' an staatlichen Ausgaben“, sagt der Leiter der Kapitalanlagen bei DBS Bank, Lim Say Boon. „Man kann den Konsum nicht durch die Senkung der Zinssätze ankurbeln, zumindest nicht in Asien.“

Die schwärzesten Tage des Dax: 1989-2001

Was zeichnet einen Crash aus?

Eindeutige Kriterien für einen Crash gibt es nicht - außer Panik, hohe Umsätze und hohe Verluste. Beim bislang größten Börsenkrach der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987, als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index an der Wall Street um 23 Prozent einbrechen ließ, gab es den Dax noch nicht. Er wurde erst am 1. Juli 1988 erstmals berechnet. Die höchsten Verluste des Dax seither:

16. Oktober 1989

Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten bei einem Unternehmensverkauf einen Ausverkauf auslösten.

19. August 1991

Ein später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow drückt den Dax um gut neun Prozent ins Minus.

28. Oktober 1997

Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf um bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

1. Oktober 1998

Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001

Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

Der Dax fiel zeitweilig um bis zu 2,7 Prozent auf 9.853 Punkte. Dank weiterer Stützungsmaßnahmen der chinesischen Zentralbank und überraschend guter Daten aus den USA drehte der Leitindex am Nachmittag sogar kurz ins Plus. Die Wall Street eröffnete dank guter Industriedaten mit einem satten Plus.

Der Leitindex der Börse Shanghai hatte dagegen 1,3 Prozent verloren, nachdem er in einem stark schwankenden Handel zeitweise mehr als vier Prozent höher notiert hatte. China pumpte unterdessen erneut Milliarden von Yuan in den Geldkreislauf, in der Hoffnung, so die Konjunktur wieder anzukurbeln.

Die hohen Schwankungen machten unterdessen vielen Börsianern zu schaffen. „Schon wieder eine Tagesspanne von über 200 Punkten im Dax“, fasste es einer zusammen. Das werde wohl noch eine Weile so bleiben, denn die Nervosität sei hoch. Das hänge auch mit der Nachverarbeitung des Absturzes der Kurse am Montag zusammen.

Kommentare (4)

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Herr Peter Spiegel

26.08.2015, 07:42 Uhr

Und welche Krise feiern wir heute ?

Herr San Yukon

26.08.2015, 10:28 Uhr

Genauso wie es bei Firmen Absprachen gibt, gibt es auch bei Fond- Bankmanagern Absprachen. Da reicht ein halbes Dutzend um solche Kurssprünge zu manipulieren.

G. Nampf

26.08.2015, 10:40 Uhr

"Das Kappen dieses sogenannten Mindestreservesatzes von 18,5 auf 18,0 Prozent bezeichnete Analyst Liu Li-Gang...."

Wenn eine Blase platzt, helfen auch Fiskalmaßnahmen nichts mehr; dann platzt die Blase einfach. Selbst das Manager-Magazin (in einer der letztten Printausgaben)spricht bei der jetzigen Situation von der "Mutter aller Blasen".

China ist nur der Anfang.

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