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13.05.2015

17:58 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt unter 11.400 Punkten

Die gute Laune der Anleger hielt am Mittwoch nicht lange an. Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA drückten den Index ins Minus. Selbst die entspannten Rentenmärkte konnten die Anleger nicht beruhigen.

Börse am Abend

Dax im Sinkflug

Börse am Abend: Dax im Sinkflug

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FrankfurtDie Finanzmärkte wanken. Besonders deutlich sind die Auswirkungen auf den Anleihemärkten. Der Bund-Future befindet sich seit Wochen auf Talfahrt, die Renditen deutscher Staatsanleihen steigen im Gegenzug auf Niveaus, die lange nicht mehr erreicht worden sind.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Heute war die Situation auf den Rentenmärkten etwas entspannter. Der Ausverkauf scheint vorerst gestoppt: Die Kurse der zehnjährigen deutschen Anleihen erholen sich leicht, im Gegenzug sinken die Renditen. Die Titel werfen 0,626 Prozent ab nach 0,682 Prozent im Schlussgeschäft des Vortages. Und auch an den Aktienmärkten ging es zunächst etwas entspannter zu. Bis die Daten zu US-Handelsumsätzen kamen. „Die Einzelhandelsumsätze enttäuschen auf ganzer Linie”, schrieb Helaba-Analyst Ralf Umlauf in einem Kommentar. Die US-Notenbank Fed macht eine Zinswende vor allem von einer nachhaltigen Erholung der US-Wirtschaft abhängig. Der Dax schloss rund ein Prozent im Minus auf 11.351 Punkten.

Neben Griechenland bekamen die Anleger heute einen Eindruck, wie es um die Wirtschaft anderer Euro-Staaten steht. So hat die schwächelnde Weltkonjunktur das deutsche Wachstum halbiert. In Frankreich haben dagegen die steigenden Konsumausgaben die Wirtschaft angeschoben. Auch aus Italien gibt es gute Nachrichten: Die italienische Wirtschaft ist erstmals seit Sommer 2013 wieder gewachsen. Insgesamt befindet sich die Wirtschaft der Euro-Zone auf Erholungskurs - trotz des deutschen Schwächeanfalls. Die überraschend gute Konjunktur in den anderen großen Mitgliedsstaaten ließ das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis März um 0,4 Prozent steigen. Sinkende Benzinpreise kurbelten den Konsum an, während der schwache Euro die Exporte anschob, wie aus den am Mittwoch vom Statistikamt Eurostat veröffentlichten Daten hervorgeht. Am schlechtesten steht Griechenland da, das wegen des ungelösten Schuldenstreits in die Rezession zurückfiel.

Kommentare (7)

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Herr Tom Bauer

13.05.2015, 08:26 Uhr

Kursverluste am Anleihemarkt sind letztlich die normale Gegenreaktion auf einen Sicherheitshype und unbotmäßig gestiegenen Kursen bei Bundesanleihen.

Wenn das Sicherheitsbedürfnis (bzw. die Angst) der Menschen soweit geht, dass Sie für 100 € Rückzahlung in ein paar Jahren jetzt bereit sind 130 € hinzulegen bzw. eben nahe 0 % Zinsen zu bekommen ist das letztlich irrational. Da erscheint mir der Betrag von 160 Mio für einen Picasso wie ein Schnäppchen.

Der Anleihemarkt wurde vornehmlich für die Staatsfinanzierung erfunden; bzw. sollen wir sagen mittlerweile missbrauch(?t) ... eben gekoppelt mit Vorgaben des Gesetzgebers diese den Staaten auch abzunehmen (Pensionsfonds mit angeblichen Risikoblockern und vorgeschrieben max. 30 % Aktienanteil; klar 70% Anleihen MUSS enthalten sien ).
Wer denkt, dass ein Staat bessere Renditen abwirft als eine frei wirtschaftende Firma die sich ständig am Markterfolg seiner Produkte messen lassen muss, geht fehl. Langfristig immer!

Juan Garcias

13.05.2015, 09:22 Uhr

@Tom Bauer

Das ist nicht ganz korrekt. Der Kapitalmarkt dient ebenso Unternehmen zur Fremdkapitalaufnahme. Sie zum Beispiel Würth, die sich nicht über Bankkredite finanzieren, sondern über Anleihen.

Als Anleger kann ich mich ebenso als Geldgeber über Anleihen an einem Unternehmen beteiligen. Wenn man so will, ist das dann eher eine "Wette" darauf, dass das Unternehmen nicht in Insolvenz geht und weniger auf zukünftige Gewinne (über Aktien).

Nur ist leider der Anleihenmarkt komplett manipuliert über das Eingreifen der Notenbanken und Derivatespekulanten. Als Privatanleger ist derzeit Tages/Festgeld die bessere Option.

Account gelöscht!

13.05.2015, 12:39 Uhr

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