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16.11.2012

17:44 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt unter 7.000 Punkten

Auf Wochensicht hat der Dax rund drei Prozent verloren. In den vergangen zwei Wochen mehr als 400 Punkte. Eine Korrektur, oder doch schon ein kleiner Crash? Die alten Sorgen waren am Freitag die neuen Sorgen.

Händler an der Frankfurter Börse. Der Dax hat eine verlustreiche Woche hinter sich. dapd

Händler an der Frankfurter Börse. Der Dax hat eine verlustreiche Woche hinter sich.

FrankfurtUnd wieder eine miserable Woche für den Dax. Dabei sah Anfang November alles noch bestens aus. Der Dax kletterte am 7. November bis auf 7.425 Zähler. Doch damit war der Höhepunkt offenbar überschritten. Seitdem ging es fast ununterbrochen abwärts. Heute fiel der Dax erstmals seit Anfang September wieder unter die Marke von 7.000 Punkten. Den Freitagshandel beendete der Dax mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 6.950 Punkten. Auf Wochensicht hat der Leitindex damit rund drei Prozent verloren.

Investoren gingen auf Nummer sicher und verkauften verstärkt kurz vor Handelsschluss. “Niemand wolle übers Wochenende auf falschem Fuß erwischt werden“, sagte ein Händler.

„Die alten Sorgen sind wieder da“, sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. „Die Euro-Krise hat mit den ungelösten Problemen in Griechenland und Spanien eine Frischzellenkur erhalten, Amerika streitet sich wieder über die Schuldenproblematik, und zu allem Übel haben wir einen neuen Nahost-Konflikt.“

Die schwärzesten Börsentage seit 1987

Vor 1987

Beim größten Crash der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987 - als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index um 23 Prozent einbrechen ließen - hatte es den Dax noch nicht gegeben. Der deutsche Index, in dem die 30 börsennotierten Top-Unternehmen abgebildet sind, wurde erst am 1. Juli 1988 eingeführt. Auf Dax-Basis zurückberechnet hatten sich die Verluste an diesem Tag in Frankfurt aber auf gut neun Prozent belaufen.

16. Oktober 1989

Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten beim Kauf der US-Fluggesellschaft UAL einen Ausverkauf auslösten.

19. August 1991

In Reaktion auf den später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow verliert der Dax gut neun Prozent.

28. Oktober 1997

Im Sog der Asienkrise verliert der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent und schließt mit 3.567 Punkten acht Prozent niedriger.

1. Oktober 1998

Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001

Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

5. August 2002 und 3. September 2002

US-Rezessionsängste drücken den Dax um 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in die Tiefe. Darüber hinaus sorgt die Unsicherheit über die Lage im Irak für Aktienverkäufe.

24. März 2003

Wenige Tage nach Beginn des Irak-Krieges wachsen die Zweifel an den Finanzmärkten. Viele Anleger fürchten, der Krieg könnte sehr viel länger als von den USA erwartet dauern. Der Dax stürzt um 6,1 Prozent ab.

21. Januar 2008

Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6.790 Punkte ins Minus.

15. September 2008

Die Pleite von Lehman drückt den Dax um moderate 2,7 Prozent.

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

01. Dezember 2008

Konjunktursorgen lassen den Dax um rund sechs Prozent fallen.

15. März 2011

Vier Tage nach der Erdbebenkatastrophe flüchten die Anleger weltweit aus den Aktienmärkten. Die Kernschmelzen in Fukushima erschüttern das Vertrauen zusätzlich: Der Nikkei-Index schließt 10,6 Prozent im Minus, der Dax verliert zeitweise 5,6 Prozent.

8. August 2011

Die USA verlieren am Wochenende bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer. Obwohl dies keine Überraschung ist, reagieren die Anleger mit Aktienverkäufen in großem Stil. Als an der Wall Street der Dow-Jones-Index 3,4 Prozent abstürzt, beschleunigt der Dax seine Talfahrt und verliert bis zu 5,2 Prozent auf 5921 Punkte.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

Die Schuldenkrise im Euroraum würgt den deutschen Wachstumsmotor langsam ab. Verunsicherte Unternehmer stellen Investitionen zurück, die Exportwirtschaft leidet unter der schwachen Nachfrage aus rezessionsgeplagten Euroländern.

In den USA sieht es nicht viel besser aus. Bisher gab es keine Signale auf eine Einigung im US-Haushaltsstreit. Präsident Barack Obama blieb beim Thema „Fiskalklippe“ hart, bei der Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen Anfang 2013 im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar vorgesehen sind. Dadurch könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen.

„Wir beurteilen das globale Wirtschaftsumfeld bereits seit einer Weile sehr zurückhaltend, und angesichts der jüngsten Ereignisse hat sich diese Vorsicht auch als durchaus gerechtfertigt erwiesen. Außerdem halten wir die Konjunkturaussichten auch weiterhin für schwierig und erwarten, dass die extrem hohe Verschuldung die wirtschaftliche Entwicklung noch lange Zeit massiv belasten wird“, sagte Mark Burgess, Chief Investment Officer bei Threadneedle.

Angeführt wurde die Abwärtsbewegung europaweit durch Finanzwerte. Der Bankenindex verlor 1,77 Prozent. Commerzbank-Aktien rutschten im Dax um 4,97 Prozent ab, Deutsche Bank-Papiere schlossen 3,6 Prozent tiefer. In Paris fielen die Aktien der Credit Agricole um 2,2 Prozent, in der Schweiz gaben UBS-Aktien um 2,45 Prozent nach.

Kommentare (25)

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Hannibal_Lektor

16.11.2012, 08:27 Uhr

Guten Morgen HB! Heute ist der 16.11.2012. Schauen Sie doch mal auf Ihre Artikelüberschrift rechts oben: "17.11.2012, 06:41 Uhr"...

So_wird_es_sein

16.11.2012, 08:33 Uhr

Liebes HB, Ihr hab es heute mit der "6" und der "7".

Die Headline muß richtigerweise lauten:

"Der Dax fällt in Richtung 6.000 Punkte" ;-)

Anleihenspezialist

16.11.2012, 08:41 Uhr

Was nicht sein darf, darf nicht sein. Ist in der EUDSSR so und war in der DDR und UdSSR auch so.

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