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10.02.2014

17:54 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt unter 9300 Punkten

Der Dax ist mit einem Minus in die Handelswoche gestartet. Gewinne vom Morgen konnte er nicht halten. Die anstehende Rede von Fed-Chefin Yellen sorgte für Spannung – mehr als die jüngsten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt.

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FrankfurtDer Dax gab am Montag nach einem freundlichen Vormittagshandel seine Gewinne wieder ab uns schloss 0,12 Prozent leichter bei 9289 Punkten. Börsianern zufolge warteten die Anleger mit Spannung auf den ersten halbjährlichen Geldpolitik-Bericht der neuen amerikanischen Notenbank-Chefin Janet Yellen vor dem US-Repräsentantenhaus am Dienstag. Dies drängte die anfänglich positiven Nachwirkungen des US-Arbeitsmarktberichts vom Freitag in den Hintergrund. Einem Marktbeobachter zufolge lastete zudem das Votum der Schweiz für eine strikte Begrenzung der Zuwanderung etwas auf der Stimmung.

Der MDax sank um 0,1 Prozent auf 16.391 Punkte und der TecDax stieg um 0,3 Prozent auf 1228 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab 0,2 Prozent nach.

Währungsturbulenzen in Schwellenländern

Türkei

Mit einer drastischen Zinserhöhung hat sich die türkische Notenbank gegen den Kursverfall der heimischen Währung Lira gestemmt. Der Satz, zu dem sich die Banken über Nacht Geld bei der Zentralbank leihen können, wurde am Dienstagabend von 7,75 auf 12,0 Prozent angehoben. Der eigentliche Leitzins wurde auf 10 Prozent angehoben von zuvor 4,5 Prozent. Damit soll der Abfluss an ausländischem Kapital gestoppt werden, der die Lira auf ein Rekordtief zum Dollar gedrückt hatte.

Südafrika

Die Zentralbank hob ihren Leitzins wenige Stunden nach der türkischen Entscheidung überraschend auf 5,50 Prozent an, nachdem er lange Zeit auf dem 40-Jahres-Tief von 5,0 Prozent verharrt hatte. An den Märkten wird davon ausgegangen, dass er in den kommenden Monaten weiter steigen wird. „Wir werden die Entwicklung genau verfolgen und nicht zögern zu handeln, sollte dies erforderlich sein", sagte Notenbankchefin Gill Marcus. Der Rand war zuletzt so billig wie seit über fünf Jahren nicht mehr. Höhere Zinsen könnten aber der erlahmenden Konjunktur weiter zusetzen.

Brasilien

Die Notenbank hat ihren Leitzins seit April 2013 bereits von 7,25 auf aktuell 10,0 Prozent angehoben. Der jüngste Schritt folgte in diesem Monat, als es von 9,5 Prozent nach oben ging. Die Zentralbank signalisierte dabei aber, das Tempo nun etwas zu drosseln. Mit höheren Zinsen soll die Inflation in Schach gehalten werden. Die Teuerungsrate liegt derzeit bei 5,7 Prozent.

Indonesien

Keine andere asiatische Währung ist 2013 auf so steile Talfahrt gegangen wie die Rupie: Sie büßte ein Fünftel ihres Wertes im Vergleich zum Dollar ein. Das macht Importe teurer, was die Inflation ebenso nach oben zu treiben droht wie das Handelsdefizit. Zu Jahresbeginn hielt die Zentralbank ihren Leitzins unverändert bei 7,50 Prozent. Sie versprach aber, "wachsam" zu bleiben, was den Märkten die Bereitschaft zu Zinserhöhungen signalisiert.

Indien

Die indische Zentralbank hob erst in dieser Woche ihren Leitzins überraschend von 7,75 auf 8,0 Prozent an. Eine weitere Erhöhung ist vorerst nicht geplant. Grund für den Schritt sind kräftig steigende Preise. Höhere Zinsen machen Kredite teurer, was die Nachfrage und damit den Preisauftrieb dämpfen kann. Vom Inflationsziel sei Indien derzeit "sehr weit entfernt", sagte Notenbankchef Raghuram Rajan. Zuletzt lag die Teuerungsrate bei 9,87 Prozent. Die Zentralbank will sie bis Januar 2015 auf acht Prozent und ein Jahr später auf sechs Prozent drücken.

Thailand

In dem von politischen Unruhen erschütterten Land hat die Zentralbank im November die Zinsen gesenkt. Sie schreckte im Januar aber vor einer weiteren Kappung zurück. Als Grund für die Zurückhaltung gilt die Furcht, dass die politische Instabilität die Kapitalflucht verstärken könnte.

Ungarn

Notenbankchef György Matolcsy und sein Team haben den Leitzins im Januar auf das Rekordtief von 2,85 Prozent gesenkt. Obwohl die Währungshüter Spielraum für eine weitere Kappung signalisierten, dürften sie laut Experten vom Schwächeanfall des Forint zu einer Zinswende gezwungen werden.

Russland

Der Außenwert der Landeswährung hat dieses Jahr bereits fünf Prozent eingebüßt. Die Notenbank musste schätzungsweise zehn Milliarden Dollar zur Stützung des Rubels aufwenden. Notenbankchefin Elvira Nabiullina ist gewillt, den Kurs notfalls mit allen Mitteln zu stabilisieren. Denn Russland gilt als gebranntes Kind: In der durch massive Kapitalflucht ausgelösten Rubel-Krise von 1998 hatten die Bürger ihre Konten massenweise geräumt.

Marktteilnehmer bezeichneten den Handel als ruhig, große Impulse hätten gefehlt. „Die Arbeitsmarktdaten werden als weniger wichtig eingestuft, als die Antwort der Fed darauf“, sagte Aktienstratege Ian Williams vom Brokerhaus Peel Hunt. „Die meisten gehen davon aus, dass Yellen bekräftigen wird, dass die Erholung der US-Wirtschaft solide genug ist, um den Tapering-Kurs fortzusetzen. Eine solche Darstellung sollte die Märkte beruhigen.“ Die US-Notenbank hat im Januar angefangen, das Volumen ihrer monatlichen Anleihekäufe zu drosseln. Viele gehen davon aus, dass sie diesen Kurs auch nach dem Arbeitsmarktbericht fortsetzt.

Interessant könnte werden, ob die Fed für ihre zinspolitischen Entscheidungen künftig mehr geldpolitische Ziele berücksichtigt. Bislang orientiert sie sich stark an der Arbeitslosenquote. Vorstellbar sei, dass verstärkt Größen wie die Inflations- oder Lohnentwicklung einbezogen werden, erläuterten die HSBC-Experten.

Am Devisenmarkt wurden angesichts der Hoffnung auf eine anhaltende Straffung der US-Geldpolitik weiterhin Schwellenländer-Währungen zu Gunsten des Greenback verkauft. Der brasilianische Real gab zum Dollar um 0,9 Prozent nach, der südafrikanische Rand verlor 0,7 Prozent, der ungarische Forint rutschte um 1,4 Prozent ab. Lediglich die in den vergangenen Wochen ebenfalls stark unter Druck geratene ukrainische Währung widersetzte sich dem Trend; gestützt von der Einführung von Kapitalkontrollen der ukrainischen Notenbank. Die Landeswährung Hrywnja gewann im Tagesverlauf 1,4 Prozent. Der Euro bewegte sich kaum und notierte nahezu unverändert um 1,3640 Dollar.

Kommentare (45)

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alexfiftyfour

10.02.2014, 08:09 Uhr

Warum soll der Dax denn über 9300 steigen?
Warum gibt es noch Leute die kaufen?
Da kommt eine Korrektur!
Die sieht aus wie eine Korrektur,
die riecht wie eine Korrektur,
die knallt wie eine Korrektur,
da halt ich meinen Mund und geh einfach mit.
Aber nein...es gibt immer noch Leute die kaufen.
Ist mir total unverständlich.

Programmierer

10.02.2014, 08:52 Uhr

Vorbörslich wieder Schnäppchen, der Dax muss ja auf sein TH
auch wieder steigen

Optimalist

10.02.2014, 08:56 Uhr

"Warum soll der Dax denn über 9300 steigen?"

So richtig gute Gründe außer der "guten Stimmung" anderer fallen mir auch nicht ein. Eine klasse Gelegenheit für die Institutionellen ihre überbewerteten DAX Positionen marktschonend aus den Büchern zu werfen, hehe. Die nächste Tapering Runde kommt! LOL

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