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18.01.2012

18:02 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt vor Griechenland-Gesprächen leicht höher

Die Kreditaufstockung des IWF konnte am Mittwoch kein Kursfeuerwerk an den Börsen auslösen. Denn sollten die Gespräche um einen Schuldenschnitt Griechenlands heute scheitern, stehen die Hellenen vor der Pleite.

Dax klettert wieder: IWF will Kreditfazilität erhöhen

Video: Dax klettert wieder: IWF will Kreditfazilität erhöhen

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DüsseldorfDer Dax beendet einen unbeständigen Handelstag 0,3 Prozent im Plus auf 6.355 Punkte. Die zweite Reihe schloss ebenfalls im positiven Bereich, wobei sie sich im Tagesverlauf konsistenter als der Dax zeigte. Der MDax schloss 0,3 Prozent fester auf 9.753 Punkte und der TecDax ging mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 744 Zähler aus dem Handel.

Die US-Börsen eröffneten schwach, schafften kurze Zeit später aber den Sprung ins Plus. Nach Frankfurter Börsenschluss notierte der Dow Jones 0,3 Prozent höher auf 12.522 Punkte.

Am Vormittag sorgten Spekulationen über eine mögliche Kreditaufstockung des Internationale Währungsfonds für Kaufanreize bei den Anlegern. Der Dax erreichte ein Plus von bis zu 1,1 Prozent. Die Meldungen über eine Erhöhung der Mittel um eine Billionen Euro erwiesen sich später jedoch als falsch. Die korrigierte Summe lag bei 500 Milliarden Euro. Zusammen mit der gesenkten Wachstumsprognose der Bundesregierung und dem schwachen Ausblick der Weltbank für das Wachstum der Weltwirtschaft halbierte sich der Gewinn des Deutschen Aktienindex.

„Es gibt viel Verwirrung und wenig Klarheit“, bilanzierte ein Börsianer. „Egal ob eine Billion oder 500 Milliarden Euro - das ganze ist absurd, denn die Frage ist doch, wo das Geld herkommen soll.“

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Zur der Verwirrung rund um den IWF kamen die anhaltenden Sorgen in der Causa Griechenland hinzu. Viele Investoren wollten die Ergebnisse der heute Abend stattfindenden Gespräche zwischen Griechenlands Ministerpräsidenten Lucas Papademos und dem Chef des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, über einen Schuldenschnitt Griechenlands abwarten. Aus verschiedenen Quellen sickerte vorab durch, dass private Gläubiger für jeden investierten Euro in griechische Staatsanleihen Barmittel und Wertpapiere mit einem Marktwert von etwas 32 Cent erhalten.

Doch sollte es zu keiner Einigung kommen, „wird sich die Troika wohl gegen ein weiteres Hilfsprogramm für Athen entscheiden - und Griechenland stünde dann vor der Pleite“, schrieben die Experten der Metzler Bank. Dieses Risiko dämpft die Kaufneigung vieler Anleger.

Ein weiterer europäischer Wackelstaat konnte heute überzeugen. Die Portugiesen trauten sich heute zum ersten Mal mit ihren Staatsanleihen auf den Kapitalmarkt seit ihrer Abstufung durch S&P auf das Ramschniveau "BB". Die Bilanz der Auktion war erfreulich. Der südeuropäische Staat konnte mit dem Verkauf ihrer Staatsanleihen 2,5 Milliarden Euro in die Staatskasse spülen. Die durchschnittliche Rendite für elfmonatige Papiere lag bei 4,986 Prozent und insgesamt war die Auktion 2,1-fach überzeichnet. Die gute Bond-Auktion ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Ratingagenturen immer weniger Einfluss auf das Verhalten der Marktteilnehmer hat.

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Aus den USA kamen auch keine überzeugenden Meldungen. Die Investment Bank Goldman Sachs veröffentliche am Nachmittag ihre Zahlen für das vierte Quartal. Demnach verzeichnete die fünftgrößte Bank der USA einen Gewinnrückgang von ganzen 58 Prozent. Auch die anderen Großbanken Amerikas, wie z.B. die Citigroup oder JP Morgan Chase, mussten herbe Verluste hinnehmen.

So bewertet S&P die Euro-Länder

Belgien

Aktuelles Rating: AA

Ausblick: negativ

Deutschland

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: stabil

Estland

Aktuelles Rating: AA-

Ausblick: negativ

Finnland

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: negativ

Frankreich

Aktuelles Rating: AA+

Ausblick: negativ

Irland

Aktuelles Rating: BBB+

Ausblick: negativ

Italien

Aktuelles Rating: BBB+

Ausblick: negativ

Luxemburg

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: negativ

Malta

Aktuelles Rating: A-

Ausblick: negativ

Niederlande

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: negativ

Österreich

Aktuelles Rating: AA+

Ausblick: negativ

Portugal

Aktuelles Rating: BB

Ausblick: negativ

Slowakei

Aktuelles Rating: A

Ausblick: stabil

Slowenien

Aktuelles Rating: A+

Ausblick: negativ

Spanien

Aktuelles Rating: A

Ausblick: negativ

Zypern

Aktuelles Rating: BB+

Ausblick: negativ

Kommentare (19)

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18.01.2012, 09:35 Uhr

Morgen zusammen. Was meint Ihr: Sind das Gewinnmitnahmen bevor es wieder weiter hoch geht bis zu den oft genannten 6430, bzw. 200-Tage-Linie, oder geht es jetzt wieder bergab??

Account gelöscht!

18.01.2012, 10:00 Uhr

Guten Morgen =) Ich werde eine Posi abbauen und Gewinn einstreichen... Die anderen lasse ich erstmal laufen, da ich hoffe, dass da nochmal was kommt^^ Außerdem möchte cih falls, es wieder bergab geht, ein wenig Kapital füe eine neue long posi haben ;-)
Des weiteren behaupte cih einfach mal, dass es bis zum WE bei 6k einpegeln wird

Account gelöscht!

18.01.2012, 10:07 Uhr

Die Marke von 6430 ist doch mehr oder minder eine willkürliche gewählte Fantasiezahl. Sei es der Hochpunkt einer Aufwärtsbewegung vom Oktober 2011 oder der Tiefpunkt einer Baisse von 1783.

Wenn bei einem Stand von 6300 der DAX in den letzten Tagen schon um 10 % gestiegen ist, stellt eine Prognose von 6430 als Höchstmarke eine Aussage mit einer gewissen Sicherheitsmarge dar, dass dort ein Anstieg vorerst enden _könnte_. Immerhin bleibt dann noch ein bisschen Spielraum, bis die Aussage falsch wird.

Fakt ist, dass Aktienkurse nicht jeden Tag steigen. Ab und zu machen sie auch Pause oder gehen aus "technischen" Gründen nach unten.

Ich würde mir überlegen, auf welchem Niveau bestimmte Aktien aus fundamentaler Sicht stehen (KBV, KGV usw.), insbesondere im Vergleich zum Stand in anderen Ländern; welches die konjunkturellen und auch die politischen Risiken sind. Als Fazit dieser Beobachtungen würde ich versuchen, die Chancen abzuschätzen, ob es eher nach oben oder nach unten geht (nicht im Tagesgeschäft, sondern mittelfristig).

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