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10.10.2012

17:49 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt wieder schwach – Das Vertrauen ist weg

Den Anlegern scheint allmählich klar zu werden, dass die jüngste Rally kaum auf fundamentalen Meldungen fußte. Nun ist die Skepsis umso größer. Denn außer überbordender Liquidität bieten die Märkte nur Verkaufsargumente.

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FrankfurtAuch zur Wochenmitte kann sich der Dax nicht erholen. Die Skepsis gegenüber den realwirtschaftlichen Fakten verhindert jeden Optimismus. Am Ende verlor der Leitindex bei insgesamt dünnen Umsätzen 0,4 Prozent auf 7.205 Punkte. Die zweite Reihe der Indizes schloss zweifarbig. Der MDax arbeitete sich am Nachmittag ins Plus und schloss 0,5 Prozent höher auf 11.255 Punkte, der TecDax hingegen gab 1,3 Prozent ab auf 809 Zähler.

Grund für die anhaltende Misere im Dax sind durchwachsende Nachrichten aus den Euro-Krisenländern sowie die verhaltende Prognose des Internationalen Währungsfonds für das weltweite Wirtschaftswachstum. Enttäuscht zeigten sich Anleger vom Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Athen. "Mancher Marktteilnehmer hatte sich von einer Pressekonferenz der Kanzlerin konkrete Hinweise zum weiteren Prozedere in Sachen Schuldenkrise erhofft", sagte Marktbeobachter Gregor Kuhn von IG Markets. "

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:25 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Neben der Griechenland-Reise von Merkel blieb Spanien Gesprächsthema rund um die Euro-Schuldenkrise. Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte sein, ob und wann Spanien einen Antrag auf Hilfen aus dem dauerhaften Euro-Rettungsschirm stellen wird. Im Falle eines Antrags wäre der Weg für die Europäische Zentralbank frei, spanische Anleihen zu kaufen und damit die Refinanzierungskosten des Landes zu drücken.

"Wenn man sich die Daten anschaut, überwiegen die negativen Perspektiven", sagte ICF-Analyst Klaus Stabel mit Blick auf die jüngsten Prognosesenkungen für die Weltkonjunktur durch den IWF. Für zusätzliche Verunsicherung sorgte zudem die zurückhaltende Einschätzung der Weltbank zur wirtschaftlichen Entwicklung in China. Die Konsequenzen der erlahmenden Wirtschaft in China sind schon jetzt während der US-Berichtssaison zu spüren.

Eingeleitet wurde sie traditionsgemäß vom US-Aluminiumhersteller Alcoa. Gestern nach Börsenschluss legte Alcoa rote Zahlen vor, was allerdings schon erwartet worden war. Unter dem Strich stand ein Minus von 143 Million Dollar oder 13 Cent je Aktie. Heute notierten die Papiere von Alcoa 3,4 Prozent tiefer.

Negativ überraschte auch Chevron mit einer Gewinnwarnung. So wird der Gewinn im Vergleich zum Vorquartal "substanziell niedriger" ausfallen. Als Grund führte der zweitgrößte US-Ölkonzern ein schwaches Öl- und Gasgeschäft an, das auch nicht durch die Raffinerie-Sparte ausgeglichen worden sei. Im Laufe der Woche folgen weitere Quartalszahlen amerikanischer Unternehmen. Angesichts der schwächelnden Weltwirtschaft dürften diese kaum für Entspannung an den Märkten sorgen.

Belastet von diesen Zahlen musste die Wall Street Kursverluste hinnehmen. Der Dow Jones verlor 0,4 Prozent auf 13.421 Punkte, der S&P 500 sank um 0,2 Prozent auf 1.439 Zähler und der Nasdaq gab 0,1 Prozent nach auf 2.741 Punkte.

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Was den Märkten derzeit fehlt sind taktgebende Impulse, die die Kurse länger als nur ein paar Tage bewegen. Die Liquiditätsschwemme der Zentralbanken aus aller Welt sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Sie lassen die Börsen nur kurz durchatmen. Bleiben weitere positiven Nachrichten aus, steigt wiederum wieder die Skepsis bei den Anlegern und damit die Verkaufsbereitschaft. Die Märkte scheinen ermüdet und starten offenbar eine Korrektur nach ihrem Anstieg seit Anfang Juni, sagte ein Händler. Die Cash-Rally ebbe ab, die jüngsten Liquiditätsspritzen aus China zeigten keine nachhaltige Wirkung.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

10.10.2012, 09:40 Uhr

Wie kann denn ein halbwegs intelligenter Anleger den Aktien von Europas Firmen vertrauen, wenn der größte Finanz- und Wirtschaftscrash aller Zeiten bevorsteht.

Die Institutionellen müssen und wollen Aktien kaufen.
Aber nach ihren Spielregeln.

Getürkte oder übertriebene Wirtschaftsnachrichten, falsche Empfehlungen, Kurspflege, Short Positionen.

Dann im Hochfrequenzhandel innerhalb Sekundenbruchteilen raus.
Zurück bleibt der letzte Narr, der noch investiert hat.

Aber auch Narren haben manchmal lichte Momente.

Account gelöscht!

10.10.2012, 09:59 Uhr

Wo sind die ganzen hochnäsigen Bullen?? Ich hatte vor 3Wochen bei 7400 zur Aufstockung der Shortposis im FDax geraten - sehen wir mal wie es weiter geht ;-). Mein Ziel min. 7000 im Dax.

Holzkopf

10.10.2012, 10:29 Uhr

Hallo Sodbrennen,
hast wohl um die 6000 nicht gekauft auf Empfehlung
des HHers.

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