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14.06.2012

17:50 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt zweiten Tag in Folge im Minus

Die Euro-Krise hält die deutschen Aktienmärkte weiter fest im Griff. Vor der Wahl in Griechenland steigt die Nervosität an den Börsen. Zudem sorgte der große Verfallstag am Freitag bereits für hektische Kursschwankungen.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtDie Sorgen um Spanien und Italien haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag erneut belastet. Nach einer Berg- und Talfahrt schloss der Dax 0,23 Prozent tiefer bei 6139 Punkten. Für den MDax ging es um 0,51 Prozent auf 9931 Punkte abwärts. Der TecDax verlor 1,51 Prozent auf 723 Punkte.

Wie die Handelstage zuvor hätten Unsicherheit und Skepsis den Markt unter Druck gesetzt, schrieb Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. Am Mittwochabend hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Spaniens abgestuft. Für Kursschwankungen sorgte zudem der am Freitag anstehende vierfache Verfall an den Terminbörsen, der sogenannte Hexensabbat, meinten Händler. Nach leicht positiven Vorgaben aus den USA machte der Dax aber zumindest einen Teil der Verluste wett. Börsianer begründeten das mit Spekulationen über eine Lockerung der Geldpolitik in den USA, nachdem Arbeitsmarktdaten schlechter als gedacht ausgefallen waren.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:45 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

"Bevor um Griechenland und Spanien nicht mehr Ruhe einkehrt, sollte man sich lieber einfach ein wenig zurückhalten und schauen, was passiert", sagte Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. Seit Tagen trauen sich die Anleger wegen der Probleme in der Euro-Zone und der bevorstehenden Parlamentswahl in Griechenland nicht, größere Positionen einzugehen.

Bei griechischen Bankaktien überwog allerdings das Prinzip Hoffnung. Anleger setzten darauf, dass die sparwilligen Kräfte bei den Wahlen am Sonntag die Nase vorn haben. Der Athener Bankenindex schoss um über 25 Prozent nach oben. Außerhalb Griechenlands standen Geldinstitute dagegen eher auf den Verkaufslisten der Anleger: Der europäische Bankenindex verlor 1,2 Prozent.

Die Nervosität der Anleger schlug sich auch an den Rentenmärkten nieder. Die Rendite spanischer Anleihen kletterten am zum ersten Mal über sieben Prozent. Diese Zinsniveaus gelten für die hoch verschuldeten Staaten langfristig als untragbar.

Der Euro kletterte leicht auf 1,2560 Dollar, nachdem er zuvor bei 1,2551 Dollar gelegen hatte.

Unter Analysten ist eine Auktion langjähriger italienischer Anleihen am Vormittag positiv aufgenommen worden. "Das Zielvolumen wurde erreicht, das ist ein gutes Ergebnis. Vor allem vor dem Hintergrund der Herunterstufung Spaniens war ein solches Ergebnis nicht unbedingt voraussehbar", sagt Matteo Regesta von BNP Paribas. Insgesamt sammelte Italien 4,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt ein. Die Zinsen stiegen allerdings deutlich: Für Papiere mit einer Laufzeit bis 2015 wurden 5,3 Prozent fällig. Das ist der höchste Wert seit Dezember, zuletzt waren es nur rund 3,9 Prozent. "Um diesen Trend umzukehren, ist es nötig, dass Italien in den nächsten Monaten mal mit positive Wachstumsdaten aufwarten kann", sagte Alessandro Giansanti, Analyst bei ING.

Die Woche an den Märkten

Donnerstag

Die wichtigsten Daten kommen erneut aus den USA. Es werden die Verbraucherpreise für Mai veröffentlicht, sowie die wöchentlichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und zu Erdgasbeständen. Heidelberger Druckmaschinen und Kabel Deutschland legen Jahreszahlen, Gerry Weber Halbjahreszahlen vor. Bei SKW Stahl, Tag Immobilien und Xing findet das jährliche Aktionärstreffen statt. Fraport legt Verkehrszahlen für Mai vor.

Freitag

An den Terminmärkten ist großer Verfallstag von Derivaten. In den USA werden neben der Industrieproduktion und der Kapazitätsauslastung der Industrieindex der New Yorker Notenbank ("Empire State Index") und das Verbrauchervertrauen von der Uni Michigan bekanntgegeben. Toyota und Strabag halten ihre Hauptversammlung ab.

Die EZB konnte derweil für keine Entspannung an den europäischen Aktienmärkten sorgen. In ihrem aktuellen Monatsbericht weist die EZB darauf hin, dass sich die Erwartungen von Wirtschafts- und Finanzmarktakteuren an das Wirtschaftswachstum im Euroraum unter dem Einfluss von Finanzkrise und Rezession in den vergangenen Jahren deutlich verringert haben. Nach Aussage der EZB deuten Konjunkturindikatoren darauf hin, dass die Investitionsdynamik auf kurze Sicht schwach bleiben wird.

Kommentare (31)

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Account gelöscht!

14.06.2012, 07:57 Uhr

Uganda hat eine höhere Bonität, als Spanien. Man glaubt also, wenn man das Geld diesem unterentwickelten afrikanischen Staat anvertraut ist die Chance höher es wieder zu bekommen, als bei Spanien. Wieviel schlechte Nachrichten hält Europa und der Euro noch aus? Denn das kann ja nun wirklich nicht eingepreist sein. Einzig die Toleranz gegenüber schlechten Nachrichten schlägt wohl hier zu buche. Dennoch, die aktuelle Situation - egal ob man Long oder Short ist - ist besorgniserregend ja sogar sehr beunruhigend.

Die nächsten fünf Tage werden zeigen, wie es mit Europa weiter geht. Aber die Horroszenarien sind alles andere als lustig. Es scheint ziemlich dicke zu kommen.

Ich persönlich hoffe nur, dass am Ende Deutschland die DM wieder einführt. Egal, ob diese EU am Euro festhalten will. Lieber ein Ende mit Schrecken (egal wie teuer es wird) als ein Schrecken ohne Ende

HansPeterSoros

14.06.2012, 08:16 Uhr

Danke für den Anlagetipp. Ich werde meine spanischen Staatsanleihen in ugandische tauschen.

Denkfehler

14.06.2012, 08:50 Uhr

Welche "Währung" ist die richtige, um sein Vermögen langfristig "aufzubewahren"?

- der Euro, welchem man nicht zutraut, zu überleben
- der Dollar, der reell betrachtet nur noch etwas wert ist, weil die Panik in Bezug auf den Euro so groß ist
- der Schweizer Franken, der aufgrund seiner Bindung an den Euro in maßlosen Mengen gedruckt wird
- andere periphere Währungen, die nicht das Volumen besitzen, um die zu verschiebenden Vermögen aufzunehmen
- Gold, welches sich innerhalb der letzten 10 Jahre so unglaublich verteuert hat
- Staatsanleihen von überschuldeten westlichen Industriestaaten
- Staatsanleihen von Schwellenländern, die hauptsächlich vom Export in überschuldete Industriestaaten leben
- Zertifikate, die Schuldverschreibungen der emittierenden Banken darstellen
- Optionsscheine, die Schuldverschreibungen der emittierenden Banken darstellen
- Immobilien, die sich dank der künstlich niedrigen Zinsen selbst in Deutschland in Richtung einer Blase bewegen
- DAX-Aktien, die Anteile am Produktionsvermögen unseres Landes darstellen, von Firmen, die in vielen Fällen wunderbare Produkte erzeugen; DAX-Aktien, die aus fundamentaler Sicht aktuell unterbewertet sind und daher einen messbaren Sicherheitspuffer besitzen


Der Preis ist sehr entscheidend, welchen ich für ein Asset bezahle. Überteuertes Gold beinhaltet unter Umständen nicht weniger Risiko als eine unterbewertete Qualitätsaktie. Das ist einer der Denkfehler der Aktien-nach-unten-Beschwörer.

Für den Pessimisten ist jeder Aktienkurs zu teuer.

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