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26.08.2014

17:42 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schüttelt Krisen-Ängste ab

Gewinnmitnahmen konnten dem Dax nichts anhaben. Er dreht am Nachmittag souverän ins Plus. Auch uneindeutige Nachrichten aus der Ukraine schrecken die Anleger nicht. Rekordschwangere US-Börsen leisten Unterstützung.

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FrankfurtDer Dax hat seinen starken Wochenauftakt am Dienstag bestätigt. In einem lange Zeit von Gewinnmitnahmen geprägten Handel drehte der Dax am Nachmittag ins Plus und baute dieses mit Unterstützung der Wall Street weiter aus. Anleger hoffen nach Mario Draghis Aussagen auf eine Ausweitung der lockeren Euro-Geldpolitik. Der Leitindex schloss in Frankfurt 0,8 Prozent fester bei 9588 Punkten. Der optimistischen Stimmung konnten auch mehrdeutige Nachrichten aus der Ukraine-Krise nichts anhaben.

Mit seiner deutlichen Ansage zur Inflationsbekämpfung auf dem Notenbankertreffen im US-amerikanischen Jackson Hole hatte der EZB-Präsident schon zum Wochenauftakt für einen Paukenschlag gesorgt. Er wolle die immer niedrigere Inflation in der Währungsunion falls nötig mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln erhöhen und so die Wirtschaft ankurbeln.

Die Aussagen des obersten Notenbankers der Währungsunion erinnerten damit an sein inzwischen historisches „Whatever it takes“ aus dem Sommer 2011. Wertpapierkäufe im großen Stil seien nun wahrscheinlicher geworden, hieß es in den Handelssälen. Eine expansive Geldpolitik kommt vor allem Aktien zugute und würde eine Kursrally befeuern.

Auch die zweite Reihe der Indizes lief ab Mittag mit positiven Vorzeichen. Der MDax zählte 16.262 Punkte und war damit 0,6 Prozent fester, der TecDax rückte 0,1 Prozent vor auf 1247 Stellen. Der Euro-Stoxx-50 gewann ein Prozent auf 3198 Zähler. An der Wall Street notierte der Dow-Jones-Index am Abend 0,4 Prozent höher bei 17.141 Punkten. Zwischenzeitlich erreichte er mit 17.153 Punkten einen neuen Rekord.

In den vergangenen zwei Wochen hat der Dax mehr als fünf Prozent zugelegt. Der Aufstieg nach der Ende Juli eingesetzten Konsolidierung ist angesichts der währenden Ukraine-Krise aber weiterhin fragil. Die Handelsumsätze blieben über weite Strecken unter ihrem Normalniveau, normalisierten sich mit aufhellender Stimmung aber.

Gespannt hatten Börsianer nach Minsk geschaut. In der weißrussischen Hauptstadt waren am Mittag russische, ukrainische und europäische Spitzenpolitiker zusammengekommen, um vor allem Wirtschaftsfragen des Konfliktes zu bereden. Im Mittelpunkt des Gipfeltreffens standen Gespräche des Kremlchefs Wladimir Putin mit dem Präsidenten der Ukraine, Petro Poroschenko. Ergebnisse gab es zum Handelsschluss noch keine.

Die Halbjahresbilanz der wichtigsten Werte

Dax

+ 2,9 Prozent

MDax

+ 1,5 Prozent

TecDax

+ 12,2 Prozent

Eurostoxx 50

+ 3,8 Prozent

Dow Jones

+ 1,5 Prozent

S&P-500

+ 6,1 Prozent

Nasdaq

+ 5,5 Prozent

Nikkei

- 6,9 Prozent

Euro

- 0,5 Prozent

Gold

+ 10,2 Prozent

Rohöl

+ 0,5 Prozent

Die ohnehin zerfahrene Situation in der ehemaligen Sowjetrepublik wird weiter unübersichtlicher: Inmitten der Kämpfe mit den prorussischen Separatisten steuert das Land auf Neuwahlen zu. Poroschenko beschloss am Montagabend die Auflösung des Parlaments per Dekret. „Bevor nicht klar wird, ob auf eine Entspannung in der Ukraine gesetzt werden kann, will sich kaum einer aus dem Fenster lehnen“, sagte ein Börsianer. Zwischendurch sorgte die Nachricht von festgenommenen russischen Soldaten auf ukrainischem Territorium für Verwirrung.

Im wenig gefüllten Konjunkturkalender überraschten die US-amerikanischen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter. Die sind im Juli überraschenderweise um 22,6 Prozent gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg im Bereich von acht bis zwölf Prozent. Der Dax reagierte nur geringfügig. Positiver aufgenommen wurde da der US-Verbrauchervertrauensindex, der im August seinen höchsten Stand seit fast sieben Jahren erreichte.

Kommentare (53)

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Frau Wil Fried

26.08.2014, 07:49 Uhr

"Europa kann nicht ohne Russlands Gas": tolle Aussichten...! Damit ist Europa samt seiner Wirtschaft von Russland erpressbar und muss im Ukraine-Konflikt tatenlos zusehen. Es muss in Europa ein rigoroses Umdenken stattfinden, um Abhängigkeiten einzudämmen. Schon jetzt dürfte klar sein, dass Erdgas deutlich anziehen wird, da braucht sich Draghi wegen zu geringer Inflation keine Gedanken machen, die werden wir schön importieren.
Die Kursentwicklung des Dax gestern bleibt für mich angesichts der verheerenden Lage in der Welt, aber auch der Prognosen für die dt. Wirtschaft völlig schleierhaft. Es kann doch nicht sein, dass die EZB die Börsenkurse macht und Fundamentaldaten komplett negiert werden. Wie vernebelt und geldgierig ist denn diese Menschheit? Auch die katastrophale Nachricht aus China, wonach Automobilzulieferer künftig einen chinesischen Partner aufnehmen müssen, was praktisch einer Zwangsenteignung gleichkommt, wird in den Medien überhaupt nicht reflektiert. Eigentlich müsste das jedem Investor in China sehr zu denken geben, zumal das dortige Rechtssystem in keiner Weise mit unserem vergleichbar ist...

Account gelöscht!

26.08.2014, 07:57 Uhr

Hr. Draghi und alle anderen in EU-Deutschland sollten lieber aufpassen, dass die Realtiät sie nicht einholt.

Herr Edi Haas

26.08.2014, 08:19 Uhr

Ihnen bleibt die Börse völlig schleierhaft?
Schade, dann haben SIe das System nicht verstanden und hoffe Sie kaufen keine Puts,denn das ist das
meistgehandelte Derivat nur durch die Kleinanleger.
Börse hat doch nichts mehr mit Unternehemen zu tun,wen interessieren noch Nachrichten und Unternehmenszahlen?
Kurse machen Nachrichten und Notenbanken treiben durch das
virtuelle Geld alles an.
Die Märkte drehen heiss,darum machen die Mächtigen auch alle bei dem Eiswassereimer mit und beruhigen ihr Gewissen währen die Bevölkerung hungert.
Die liegen auf ihren Jachten und deren Maschinen machen in Nanosekunden millionen Gewinne,da liegt Jacht an Jacht währen de das ewige Eis schmilzt
und der Eskimo bald schwimmen muss dennder kann sich keine Jacht leisten.

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