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26.11.2012

18:01 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schwinden die Kräfte

Noch immer warten die Börsen auf eine Einigung der Finanzminister im Streit um Hilfen für Athen. In den USA sucht man indes vergebens nach Fortschritten im Haushaltsstreit. Der Dax zeigte deswegen kaum Lebenszeichen.

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FrankfurtWürde man versuchen für den heutigen Handelstag einen Spannungsbogen zu zeichnen, so wäre dies nicht schwer. Man könnte ganz einfach eine horizontale Linie zeichnen. Über den gesamten Handelsverlauf bewegte sich der Dax in einer Spanne von maximal 0,4 Prozent, den Großteil des Tages sogar nur im Rahmen von 0,1 Prozent. Am Ende schloss der Dax 0,2 Prozent tiefer auf 7.292 Punkte – eröffnet hatte er bei einem Kurs von 7.290 Punkten. In der zweiten Reihe konnte nur der TecDax mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 830 Zähler leicht überzeugen. Der MDax hingegen machte es seinem großen Bruder gleich und ging mit einem Abschlag von 0,3 Prozent auf 11.671 Punkte aus dem Handel.

Was war passiert? Über den ganzen Tag hinweg suchte man vergebens nach konkreten Impulsen für die Aktienmärkte. Die seit den Mittagsstunden andauernden Gespräche der Euro-Finanzminister über die weiteren Griechenland-Hilfen hätten den Börsen eine klarere Richtung vorgeben können, doch bis zum Börsenschluss in Frankfurt blieben die Türen des Konferenzsaals in Brüssel geschlossen.

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Nach erfolglosen Gesprächen in der letzten Woche, wollen die Euro-Finanzminister erneut versuchen, sich auf weitere Finanzhilfen für Athen zu einigen. Medienberichten zufolge drängen der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank (EZB) die Bundesregierung zu einem massiven Forderungsverzicht an Griechenland.

Ein Streit über das langfristige Sanierungsziel Griechenlands hat die Gläubiger entzweit. Inzwischen hat sich der Internationale Währungsfonds (IWF) Kreisen zufolge aber bewegt. Bei dem neuen Anlauf der Finanzminister müsste nach Athener Regierungsangaben nur noch eine Finanzlücke von zehn Milliarden Euro gedeckt werden, um das Paket zu schnüren.

Die Hilfstranche aus dem Rettungsprogramm summiert sich auf bis zu 44 Milliarden Euro. Das Geld soll Anfang Dezember in die klamme Staatskasse Griechenlands fließen. Hinter den Kulissen wurde am Wochenende weiter nach einer Lösung gesucht. Medienberichten zufolge drängen der IWF und die Europäische Zentralbank die deutsche Bundesregierung zu einem massiven Forderungsverzicht. Deutschland und einige andere Euro-Länder lehnen einen Schuldenschnitt öffentlicher Gläubiger aber bislang strikt ab.

Die Woche an den Märkten

Montag

Die Finanzminister der Euro-Gruppe beraten darüber, wie sich Finanzlücken Griechenlands füllen lassen könnten. Vergangene Woche waren entsprechende Verhandlungen vertagt worden. Daneben wählt der Bundesverband deutscher Banken (BdB) auf einer Vorstandssitzung einen neuen Präsidenten. Für den Posten vorgesehen ist der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen. Er wird im April das Amt von HSBC-Trinkaus-Chef Andreas Schmitz übernehmen.

Dienstag

Die Dekabank, der Fondsdienstleister der Sparkassen, legt Zahlen für das dritte Quartal vor, erstmals erfolgt dies unter der Führung von Michael Rüdiger, dem seit 1. November amtierenden Chef der Bank. Auch die Vienna Insurance Group öffnet ihre Bücher. MTU Aero Engines veranstaltet eine Analysten- und Investorenkonferenz. Der Indexanbieter Stoxx überprüft zudem die Zusammensetzung des Börsenbarometers Stoxx Europe 600. Es wird eine Reihe von Veränderungen erwartet. Anwärter auf eine Aufnahme in das Barometer ist Sky Deutschland.

Mittwoch

Die Europäische Zentralbank veröffentlicht die Geldmenge M3 für die Euro-Zone, die Auskunft über die Entwicklung des Kreditwachstums gibt. Die Fed veröffentlicht ihren Konjunkturbericht Beige Book. Zahlen legen unter anderem die österreichischen Unternehmen Uniqa, HTI und Raiffeisen Bank International vor. In Moskau und London wird die Erstnotiz der Aktie von MegaFon erwartet, dem zweitgrößten Mobilfunkanbieter Russlands.

Donnerstag

Eine Fülle von volkswirtschaftlichen Daten stehen zur Veröffentlichung an. Die Schweiz und Schweden geben bekannt, wie sich ihre Wirtschaft im dritten Quartal entwickelt hat. In den USA wird die zweite Revision des Bruttoinlandsprodukts publiziert. In Deutschland werden die Arbeitsmarktdaten für November vorgelegt, Creditreform berichtet über die Zahl der Insolvenzen. Italien wartet mit einer Auktion mittel- und langfristiger Staatsanleihen auf, auch die USA wollen sich Geld leihen. In New York legt Tiffany Zahlen vor. In Deutschland gibt die Nord/LB ihre Neunmonatszahlen bekannt. Das Institut hat einen ordentlichen Gewinn in Aussicht gestellt.

Freitag

In den USA wird der Einkaufsmanagerindex veröffentlicht, in Europa Schätzungen zur Entwicklung von Verbraucherpreisdaten. Deutschland veröffentlicht die Einzelhandelsumsätze von Oktober und Japan publiziert Zahlen zur Industrieproduktion im Oktober. Seine Neun-Monats-Zahlen legt das österreichische Bauunternehmen Strabag vor.

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hat einem Schuldenschnitt für Griechenland eine klare Absage erteilt. "Zur Schließung der Finanzlücke brauchen wir ein Maßnahmenpaket, das unter anderem eine deutliche Senkung der Zinsen der Hilfskredite und einen Schuldenrückkauf durch Griechenland umfassen wird", sagte Asmussen der "Bild"-Zeitung.

"Ein Schuldenschnitt gehört nicht dazu." Zugleich mahnte Asmussen eine rasche Entscheidung der Euro-Finanzminister an, die nächste Kredittranche an Athen freizugeben. Er hoffe sehr, dass die Euro-Gruppe am Montag dazu einen Beschluss fassen werde.

An den Aktienmärkten sorgte der Griechenland-Streit für gedrückte bis genervte Stimmung. "Die Hängepartie treibt den Anlegern tiefe Sorgenfalten auf die Stirn", sagte ein Händler. Wolfgang Duwe, Aktienstratege bei der Bremer Landesbank, sieht den Dax in den kommenden Handelstagen wieder in Richtung 7000 Punkte fallen. Ein anderer Börsianer drückte seine Ungeduld mit den Politkern folgendermaßen aus: "Man kann nur hoffen, dass heute eine Entscheidung fällt und das Thema erst mal ad acta gelegt wird."

Analysten der Metzler Bank erklärten: "Der Optimismus ist hoch, dass ein zumindest vorübergehendes Hilfspaket auf den Weg gebracht werden wird, darauf handeln möchten die meisten Investoren aber noch nicht."

Kommentare (2)

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Wuest

26.11.2012, 12:48 Uhr

Die FTD schreibt heute, dass Deutschland die Wahrheit nicht verträgt. Wie wahr! Deutschland und wir Deutschen wollen das auch gar nicht wahrhaben, würde es doch offenbaren, dass der Nimbus Kohl & Konsorten reiner Personenkult ohne vernünftigen Hintergrund ist und ganz Europa mit dem Euro nicht nur auf Treibsand gebaut wurde, sondern auch der Samen für künftige Auseinandersetzungen bis hin zu Kriegerischen gelegt wurde.

Das wollen unsere selbstverliebten Politiker, die sich selbst bei den meisten Gesetzen ausnehmen, natürlich nicht wissen.

Was_ist_denn_hier_los

26.11.2012, 22:58 Uhr

"Dax schwinden die Kräfte"

Den Foristen scheinbar auch.

Bombenstimmung hier ;-)

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