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23.07.2014

17:44 Uhr

Börse Frankfurt

Dax setzt Erholungskurs fort

Starke Quartalsergebnisse einiger Unternehmen lockten Anleger am Mittwoch zurück an den Aktienmarkt. Der Dax baute sein Vortagesplus aus. Diskussionen um weitere Sanktionen gegen Russland bremsten die Erholung.

Aktienhändlerin an der Frankfurter Börse: Von der 10.000er-Euphorie ist kaum noch etwas zu spüren dpa

Aktienhändlerin an der Frankfurter Börse: Von der 10.000er-Euphorie ist kaum noch etwas zu spüren

FrankfurtDer Dax konnte am Mittwoch seine Erholung vom Vortag weiter fortsetzen, er notierte zuletzt 0,2 Prozent fester. Zeitweise traute sich der Index über die Marke von 9800 Punkten, fiel dann allerdings auf 9753 Punkte zurück. Für den MDax ging es zur Wochenmitte um 0,25 Prozent auf 16.422 Punkte nach oben. Der TecDax legte 0,4 Prozent auf 1266 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte unverändert.

Die Diskussionen um weitere Wirtschaftssanktionen gegen Russland bremsten die Erholung. „Die Quartalsdaten fielen mehrheitlich gut aus, dennoch lauern weiterhin geopolitische Belastungsfaktoren wie die Konfliktherde in Israel und der Ukraine im Hintergrund“, sagte Gregor Kuhn vom Brokerhaus IG Markets. Die Analysten der Essener National-Bank betonten, dass zusätzliche Strafen gegen Russland die europäischen Unternehmen hart treffen würden. „Schließlich droht der gerade begonnene Aufschwung schon wieder steckenzubleiben.“

„Die Erholung bei Aktien ist eine Gegenbewegung nach drei Tagen fallender Kurse”, sagte Christian Stocker, ein Stratege bei der Unicredit Bank. Es sei denkbar, dass es auf Sicht der nächsten Tage zu einer weiteren Konsolidierung komme, ergänzte Stocker. Eine Verschärfung der Krise in der Ukraine, im Gazastreifen und dem Irak habe aber das Potenzial, die Finanzmärkte ins Wanken zu bringen, warnte Daily-FX-Chefanalyst Jens Klatt.

Anleger in Russland setzten darauf, dass durch die jüngsten Kooperationssignale des Präsidenten Wladimir Putin eine Verschärfung westlicher Sanktionen abgewendet werden kann. Die Leitindizes der Moskauer Börse stiegen in der Spitze um jeweils mehr als ein Prozent. Putin will nach eigenen Aussagen bei der Untersuchung des Flugzeugabsturzes in dem von Rebellen kontrollierten ost-ukrainischen Gebiet seinen Einfluss auf die pro-russischen Separatisten geltend machen.

Am Devisenmarkt fiel der Euro um bis zu 0,5 Prozent auf ein Acht-Monats-Tief von 1,3456 Dollar. Zur britischen Währung gab er 0,3 Prozent nach und war mit 0,7869 Pfund so billig wie zuletzt im August 2012. „Die USA werden die Leitzinsen im kommenden Jahr anheben“, sagte Volkswirt Ayako Sera von der Sumitomo Mitsui Trust Bank. „In Europa könnten wir dagegen eine weitere Lockerung der Geldpolitik sehen.“ In den USA ziehen Wirtschaft und Inflation an, während die Teuerung in der Euro-Zone wegen der schwächelnden Konjunktur deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent bleibt.

Die Indizes an der Wall Street notierten zuletzt unterschiedlich. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,07 Prozent auf 17.101 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 legte dagegen 0,2 Prozent auf 1988 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,45 Prozent auf 4476 Punkte.

Auch die Vorgaben aus Asien sind durchwachsen. Tokios Börse schloss mit geringfügigen Verlusten. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel 0,1 Prozent auf 15.328 Punkte. Der breit gefasste Topix sank ebenfalls 0,1 Prozent auf 1272 Punkte. Händler begründeten den minimalen Rückgang hauptsächlich mit Gewinnmitnahmen nach den steigenden Kursen vom Vortag.

Deutsche Bank im juristischen Chaos

Deutsche Bank im juristischen Chaos

Mit Spannung erwarteten Anleger die Ergebnisse von Daimler für das zweite Quartal. Daimler hat dank zahlreicher neuer Pkw-Modelle und Einsparungen den Gewinn im zweiten Quartal kräftig gesteigert.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft sei von April bis Juni zum Vorjahresquartal um zwölf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Konzern am Mittwoch in Stuttgart mit. Der Umsatz erhöhte sich um sechs Prozent auf 31,5 Milliarden Euro. Mit neuen Modellen wie der S-Klasse und der C-Klasse, dem meistverkauften Mercedes-Modell, und dem Kompakt-Geländewagen GLA hatte die Marke mit dem Stern im ersten Halbjahr einen Rekordabsatz eingefahren.

Der operative Gewinn fiel damit besser aus als von Analysten erwartet. Sie hatten im Mittel ein bereinigtes Ebit von 2,39 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 31,75 Milliarden Euro vorhergesagt. Der Konzern bekräftigte seine Ziele für das Gesamtjahr: Der Umsatz sowie das Ebit in den Sparten Pkw und Lkw sollen 2014 deutlich steigen. Branchenkenner rechnen erneut mit guten Nachrichten aus Stuttgart. Der Dax-Konzern profitiert nach Rückschlägen im Vorjahr mittlerweile von neuen Modellen und einer strikten Kostendiät.

Kommentare (53)

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Schwarzer Drache

23.07.2014, 07:46 Uhr

"Die Erholung bei Aktien ist eine Gegenbewegung nach drei Tagen fallender Kurse”, sagte Christian Stocker, ein Stratege bei der Unicredit Bank. Es sei denkbar, dass es auf Sicht der nächsten Tage zu einer weiteren Konsolidierung komme, ergänzte Stocker. Eine Verschärfung der Krise in der Ukraine, im Gazastreifen und dem Irak habe aber das Potenzial, die Finanzmärkte ins Wanken zu bringen, warnte Daily-FX-Chefanalyst Jens Klatt."

Bezüglich der Krisen sind die gegenwärtigen Abwärtsrisiken ziemlich treffend beschrieben: Es besteht ein ausreichende Gründe zur Annahme, dass sich noch einmal Verunsicherung breit macht. Darüber hinaus stehen die Chancen angesichts der Entspannungssignale (Ukraine) nicht schlecht wieder leicht verdrängt zu werden.

Für mich ist neben den Unternehmensgewinnen die Positionierung für den morgigen Super-Einkaufmanager-Index-Tag wichtig, zumal wir wieder in die zeitliche Nähe der Notenbank-Meetings kommen.

Felix Zufall

23.07.2014, 08:21 Uhr

Der Blick erscheint mir hier oftmals etwas kurzfristig.

Natürlich wird es immer mal wieder Verunsicherung geben, natürlich wird es auch immer mal wieder zu einer Korrektur kommen. Rücksetzer um die 5% passieren eigentlich im Normalfall mehrere Male im Jahr.

Wie wäre es denn mal mit einer anderer Sicht? Die Zinsen bleiben dauerhaft niedrig, die Wirtschaft wächst, langsam aber sie wächst und wir befinden uns in der Mitte eines Bullenmarktes, der noch gute 5 Jahre dauern kann.

Ich kann der Einschätzung von z.B. Flossbach einiges abgewinnen, dass wir durch die "neue" Zinswelt eine KGV-Expansion bei Qualitätstiteln erleben. So gesehen, wären viele gute Unternehmen aktuell noch äußerst fair bewertet.

Schwarzer Drache

23.07.2014, 08:58 Uhr

"Natürlich wird es immer mal wieder Verunsicherung geben, natürlich wird es auch immer mal wieder zu einer Korrektur kommen. Rücksetzer um die 5% passieren eigentlich im Normalfall mehrere Male im Jahr."

Richtig, man muss aufpassen, dass man hier nicht stets aneinander vorbeiredet. Es gibt hier verschiedene Perspektiven auf den Markt. Du hast hier einerseits Kommentare, die sich auf "Investition" und wiederum andere, die sich auf "Handel" beziehen. Mit anderen Worten: Du hast wie Du richtig schreibst kurz und langfristig orientierte Beiträge. Diese beiden Sichtweisen schließen sich aber nicht aus - das sind also keine Alternativen zueinander.

Ein Problem bei der Einschätzung von Flossbach liegt meiner Meinung darin, dass sich dauerhaft(!) niedrige Zinsen und Unternehmensgewinne langfristig(!) ausschließen. Niedrige Zinsen gibt es nur, wenn kein Wirtschaftswachstum da ist und ist kein Wirtschaftswachstum da gibt's auch keine Gewinne.


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