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23.11.2011

18:05 Uhr

Börse Frankfurt

Dax setzt Negativserie fort – Ende nicht in Sicht

Wieder nicht geschafft: Schlechte Nachrichten aus China und der Eurozone machten dem Dax zu schaffen. Die sicheren Bundesanleihen kamen heute auch ins straucheln. Die Börsianer sind sich einig: Die Rezession kommt.

Ein frustrierender Handelstag für die Händler. Reuters

Ein frustrierender Handelstag für die Händler.

FrankfurtSeit acht Tagen kennt der Dax nur eine Richtung: Nach unten. Mit dem heutigen Minus von 1,4 Prozent auf 5.458 Punkte setzte der Leitindex seine Negativserie fort, die mittlerweile die drittlängste in seiner Geschichte ist. Der MDax gab heute 1,3 Prozent nach auf 8.106 Punkte und der TecDax verlor ein Prozent auf 636 Zähler.

Über den ganzen Handelstag hindurch schaffte der Dax keine stabile Seitwärtsbewegung. Die Anleger setzten vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Marktlage auf kurzfristige Gewinnmitnahmen. Viele Börsianer befürchten nämlich, dass die Konjunktur in der Euro-Zone in die Rezession abstürzt. Dies bestätigte dem Finanzdienstleister Markit zufolge auch eine Umfrage unter Einkaufsmanagern, die den dritten Monat in Folge ein Schrumpfen der Wirtschaft signalisierte. Heute nährte zudem die schwache Auktion der Bundesanleihen die Skepsis der Anleger.

Der Tag an den Märkten (Stand 16.55 Uhr)

Dax

- 0,23 Prozent

Euro-Stoxx 50

- 0,2 Prozent

Dow Jones

- 2,1 Prozent (23. November)

Nikkei

- 0,06 Prozent (Schlussstand)

Euro

1,333 Dollar (- 0,08 Prozent)

Gold

1.681 Dollar (- 0,8 Prozent)

Öl (Brent)

107,49 Dollar (+ 0,96 Prozent)

Am Vormittag wurde bekannt, dass die Nachfrage nach zehnjährigen Bundesanleihen nicht den Erwartungen entsprach. Statt den angepeilten Einnahmen in Höhe von sechs Milliarden Euro waren es am Ende nur 3,9 Milliarden. Analysten sprachen von einem Desaster. „Es ist besorgniserregend, dass die beste Bonität Europas sich nicht im geplanten Umfang refinanzieren konnte“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Wir werten das als Misstrauensvotum gegen die Euro-Zone.“.

Doch schon vor Handelsbeginn war klar, dass der heutige Handelstag kein guter werden würde. Denn das Thema Euro-Schuldenkrise hat die Märkte auf der ganzen Welt immer noch fest im Griff.

In Europa waren Spanien und Frankreich die heutigen Sorgenkinder. Spanien fiel schon gestern mit erhöhten Renditen auf ihre Staatsanleihen auf. Sie erreichten den höchsten Stand seit 14 Jahren. Frankreich rückte heute durch die US-Ratingagentur Fitch in den Fokus. Der Agentur nach sei die Bestnote für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone in Gefahr, sollte sich die Schuldenkrise verschärfen. Schon am Montag hatte Moody's vor einer Herabstufung Frankreichs gewarnt. Dabei spielt auch die Schieflage der französisch-belgischen Bank Dexia eine Rolle. Medienberichten zufolge könnte die Rettung der Bank Frankreich mehr als gedacht kosten.

Renditen für zehnjährige Staatsanleihen (Stand 17:55)

Deutschland

1,76 Prozent

Frankreich

3,01 Prozent

Großbritannien

1,96 Prozent

Italien

6,56 Prozent

Griechenland

29,62 Prozent

Spanien

5,11 Prozent

Portugal

12,93 Prozent

Aus Asien erreichen im Zuge der Euro-Schuldenkrise auch immer mehr besorgniserregende Nachrichten die europäischen Märkte. Laut dem Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC schrumpften die Geschäfte in Chinas Industrie so stark wie seit März 2009 nicht mehr und lagen mit 48 Punkten unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. „Zu den Sorgen um die Euro-Krise gesellt sich nun auch die Angst vor einer deutlichen Abkühlung der Weltwirtschaft - das ist eine unglückliche Mischung, die nicht gerade für Kauflaune unter den Anlegern sorgt“, sagte ein Händler.

Die US-Börsen konnte am Mittwoch ebenfalls nicht überzeugen. Neben den Problemen in Europa belasteten schwache Arbeitsmarktdaten die Börsen in Übersee. Der Dow-Jones verlor nach Frankfurter Börsenschluss 1,6 Prozent auf 11.310 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,6 Prozent nach auf 1.169 Zähler nach und die Technologiebörse Nasdaq-100 verlor 1,7 Prozent auf 2.180 Punkte.

Sorgenfalten der Anleger werden tiefer

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Kommentare (72)

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B.Scheidwisser

23.11.2011, 07:05 Uhr

In den kommenden Monaten sehen wir noch die 3-5. Pech gehabt, wer auf die "Dax 10.000"-Propaganda mancher Börsenblätter und -briefe hereingefallen ist.

glaskungeler

23.11.2011, 07:46 Uhr

so ein blödsinn.hab grad meine shorts bei schlapp 5460 entsorgt und bin auf long für 20 pips

S&P future war frühs bei 1,2 % miese,jetzt 1,1

hongkong und china allet dunkelrot...

Account gelöscht!

23.11.2011, 08:15 Uhr

Morgen alle!
Bin ebenfalls gespannt, ob wir in den nächsten Tagen noch die Jahrestiefs noch mal sehen.
@Chilly: Heute für Weihnachten einkaufen?!

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