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24.04.2013

18:07 Uhr

Börse Frankfurt

Dax setzt seine Erholungsrally fort

Die Anleger sind sich sicher: Die EZB wird im Zweifelsfall eingreifen und je schlechter die Konjunkturlage, desto eher wird sie aktiv. Ob sich das grenzenlose Vertrauen der Anleger auszahlt, wird sich schon bald zeigen.

Börse am Abend

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FrankfurtSchwache Konjunkturdaten, miese Stimmung in Deutschlands Chefetagen und unbeständige US-Börsen schienen heute überhaupt keine Rolle zu spielen. Der Dax konnte das schwere Fahrwasser ohne Probleme durchschiffen und verzeichnete am Ende einen Aufschlag von 1,3 Prozent auf 7.759 Punkte. Bereits gestern konnte der Dax satte 2,4 Prozent zulegen.

Die zweite Reihe tat sich über den ganzen Handelstag etwas schwerer als der Dax. Erst kurz vor Schluss schafften sie den Sprung ins Plus. Der MDax schloss den Mittwoch 0,3 Prozent fester auf 13.380 Punkte und der TecDax ging mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 921 Zähler aus dem Handel.

Marktbericht Kompakt

Die Kurse

Dax: 7.759 Punkte (+ 1,3 Prozent)

MDax: 13.380 Punkte (+ 0,3 Prozent)

TecDax: 921 Punkte (+ 0,1 Prozent)

Dow Jones: 14.695 Punkte (- 0,2 Prozent)

Stand: 18:03 Uhr

Die Gründe

Schwache Konjunkturdaten lassen die Aktionäre darauf hoffen, dass die Europäische Zentralbank zeitnah eingreifen könnte. Der schwache ifo-Geschäftsklimaindex heizt die Spekulationen um konjunkturstimulierende Maßnahmen weiter an.

Die Experten

„Die EZB schaut sich an, welche Schritte sie unternehmen kann, damit ihre Geldpolitik gleichmäßig in allen Ländern der Euro-Zone wirkt.“ (Victor Constancio, EZB-Vizepräsident)

„Nun also doch! Die Stimmung der Unternehmen hat spürbar nachgegeben, die Euphorie von Anfang des Jahres ist verflogen. Zu verdanken ist das wieder einmal in erster Linie der Entwicklung in Europa.“ (Andreas Scheuerle, Dekabank)

„Von allen Akteuren sind die Notenbanken derzeit die handlungsfähigsten. Die geldpolitische Beruhigung der Märkte nimmt der Politik den akuten Handlungsdruck. Damit bleiben viele Risiken bestehen, aber auch die kurzfristig guten Entwicklungspotenziale.“ (Martin Moryson, Chefvolkswirt der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim)

Die Aktien des Tages

DAX:

Commerzbank: 10,40 Euro (- 3,5 Prozent), Herunterstufung durch Moody's

Daimler: 40,58 Euro (- 0,8 Prozent), Prognose zum zweiten Mal kassiert

Volkswagen: 150,70 Euro (+ 2,6 Prozent), schwache Zahlen, Konzern hält aber an Zielen für 2013 fest

MDAX:

Wincor Nixdorf: 38,60 Euro (- 3,6 Prozent), Ebita schlechter als erwartet und Gewinnmitnahmen

TECDAX:

Kontron: 4,06 Euro (- 6,3 Prozent), schwache Quartalszahlen

Stand: 18:06

Sonstiges

Die Commerzbank wird ab heute mit einer neuen ISIN gehandelt. Auslöser ist die Zusammenlegung von zehn Aktien zu einer. Damit konnte das Abrutschen auf ein Penny-Stock-Niveau verhindert werden.

Die Anleger schienen heute wie hypnotisiert von einer möglichen Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank zu sein. Der schwache ifo-Geschäftsklimaindex gab diesen Spekulationen heute zudem neue Nahrung. Viele Marktteilnehmer vertrauen scheinbar blind der "unsichtbaren Hand" der Europäischen Zentralbank. Laut einer Pressemitteilung der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim sorgt die freigiebige Geldpolitik der Zentralbanken in Europa, Japan und den USA für eine stabile Marktentwicklung. Außerdem kaschieren die niedrigen Zinsen und Anleihekaufprogramme der EZB die negativen Tendenzen in der Realwirtschaft.

"Von allen Akteuren sind die Notenbanken derzeit die handlungsfähigsten", erläuterte Martin Moryson, Chefvolkswirt der Kölner Privatbank. "Die geldpolitische Beruhigung der Märkte nimmt der Politik den akuten Handlungsdruck. Damit bleiben viele Risiken bestehen, aber auch die kurzfristig guten Entwicklungspotenziale." Der EZB-Rat entscheidet am 2. Mai in Bratislava über die künftige Zinspolitik.

Rekordausschüttungen: Dax-Konzerne im Dividendenrausch

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Die meisten deutschen Anleger dürfen sich freuen. Unter den Dax-Werten gibt es Dividendenkönige, aber auch Enttäuschungen. Insbesondere Adidas, Merck und Continental übertreffen die Erwartungen deutlich. Eine Übersicht.

Klaus Wohlrabe, Koordinator für ifo-Umfragen, hält eine Zinssenkung durch die EZB allerdings für unwahrscheinlich. Seiner Meinung nach hätte eine Leitzinssenkung keine größeren Effekte auf die deutsche Konjunktur. Er sieht die Wirtschaft hierzulande zudem auf einem guten Weg, auch wenn die heutigen Daten enttäuschend ausfielen. Das Institut rechnet im zweiten Quartal 2013 mit einer stärker wachsenden deutschen Wirtschaft. Vor allem in der Baubranche freuen sich die Manager über volle Auftragsbücher.

Taktische Einschätzung von Sal. Oppenheim

Dax

aktuell: 7.460 Punkte

kurzfristig: 7.800 Punkte

12 Monate/Trend: 8.200 Punkte

EuroStoxx 50

aktuell: 2.575 Punkte

kurzfristig: 2.650 Punkte

12 Monate/Trend: 2.800 Punkte

S&P 500

aktuell: 1.555 Punkte

kurzfristig: 1.600 Punkte

12 Monate/Trend: 1.700 Punkte

Japan Topix

aktuell: 1.127 Punkte

kurzfristig: 1.180 Punkte

12 Monate/Trend: 1.250 Punkte

MSCI Emerging Markets

aktuell: 1.011 US-Dollar

kurzfristig: 1.040 US-Dollar

12 Monate/Trend: 1.100 US-Dollar

Euro

aktuell: 1,31 US-Dollar

kurzfristig: 1,25 US-Dollar

12 Monate/Trend: 1,20 US-Dollar

Rendite zehnjähriger Bundesanleihen

aktuell: 1,25 Prozent

kurzfristig: 1,30 Prozent

12 Monate/Trend: 1,75 Prozent

Rendite zehnjähriger US-Anleihen

aktuell: 1,71 Prozent

kurzfristig: 2,10 Prozent

12 Monate/Trend: 2,75 Prozent

Gold

aktuell: 1.404 US-Dollar

kurzfristig: 1.450 US-Dollar

12 Monate/Trend: 1.250 US-Dollar

Rohöl (WTI)

aktuell: 88 US-Dollar

kurzfristig: 93 US-Dollar

12 Monate/Trend: 93 US-Dollar

Bei den Einzelwerten standen heute die Papiere von Daimler im Fokus der Anleger. Der Autobauer aus Stuttgart hat nach einem heftigen Gewinneinbruch zum Jahresstart am frühen Morgen seine Prognose für 2013 kassiert – das zweite Mal binnen sechs Monaten. Die Aktie reagierte unbeständig. Nach mehrmaligem Vorzeichenwechsel am Morgen schlossen die Daimler-Papiere 0,8 Prozent tiefer. "Dass Daimler die Gewinnprognose erneut zusammengestrichen hat, kam nicht überraschend," erklärte ein Börsianer. DZ-Bank-Analyst Michael Punzet bezeichnete die Quartalszahlen als enttäuschend, bestätigte wegen der attraktiven Dividendenrendite von fünf Prozent jedoch seine "Halten"-Empfehlung für die Aktien.

Kommentare (43)

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Parketthengst_Ffm

24.04.2013, 07:14 Uhr

Zinssenkung nächste Woche in EU ist ein Märchen welches gerade an den Börsen gespielt wird, es wird sich jedoch als unwahr herausstellen, ganz sicher. Die Unternehmensgewinne schrumpfen und die Aktienkurse werden dies in Kürze wiederspiegeln, der ganze Hype von gestern ist völlig überzogen, die Daten sprechen eine andere Sprache.

G_Schiller

24.04.2013, 08:29 Uhr

Ich kann nur sagen, nochmals tolle Kurse zum Ausstieg nach dem Mini-Crash vom letzten Mittwoch... - sell in May ... steht vor der Tür und die Unternehmensgewinne sinken.

Account gelöscht!

24.04.2013, 08:35 Uhr

kann mich den beiden kollegen nur anschliessen!!
daher ganz klar: short gehen bzw. bleiben!!
das wird richtig hässlich, glaub ich.

kritische berichterstattung bzgl. strohfeuer durchs handelsblatt?! wieso auch? liegt (natürlich) ganz im interesse vom handelsblatt die kurse wieder hochzugaukeln bzw. dabei schön mitzumischen.

der privatanleger wird (mal wieder) auf die schn***ze fallen müssen bis er merkt: das handelsblatt war wohl (wieder) doch zu optimistisch...

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