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08.10.2013

18:02 Uhr

Börse Frankfurt

Dax setzt Verlustserie fort

Solange der US-Haushaltsstreit nicht beigelegt ist, wagen die Anleger keine großen Investitionen. Zuschauen und Abwarten lautet die Devise. Nach Übernahmegerüchten sorgte die Celesio-Aktie für Aufsehen.

Börse Frankfurt: Der US-Etatstreit belastete auch am Dienstag den Handel. dpa

Börse Frankfurt: Der US-Etatstreit belastete auch am Dienstag den Handel.

FrankfurtAn den europäischen Börsen hat am Dienstag Skepsis den Handel dominiert. Nach wie vor unter dem Eindruck des US-Haushaltsnotstands in den USA hielten sich Anleger zurück und griffen nur sporadisch zu. Der Dax beendete den Handelstag 0,42 Prozent im Minus bei 8555 Punkten. Der MDax fiel um 0,13 Prozent 15.089 Zähler, der TecDax büßte 0,85 Prozent auf 1079 Stellen ein.

„Auf der einen Seite lähmt der Budget-Streit in den USA die Märkte, auf der anderen Seite hält sich die Zuversicht, dass es nicht zum worst case, einem Zahlungsausfall der weltgrößten Volkswirtschaft, kommt“, sagte Aktienmarktstratege Robert Halver von der Baader Bank. „Dagegen wäre die Lehman-Pleite ein Kindergeburtstag.“

Für einen leichten Hoffnungsschimmer sorgten Aussagen von Präsident Barack Obama, wonach er eine kurzfristige Erhöhung der Schuldengrenze akzeptieren werde, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. „Das Risiko bleibt, dass wir einen 'giftigen Deal' bekommen“, kommentierte die Societe Generale. Dann würde zwar die Schuldenobergrenze ein Stück weit angehoben, aber es müsste weiterverhandelt werden. „Das würde politische Unsicherheiten bringen und die Wirtschaft schädigen.“

Was passiert, wenn der Supermacht USA das Geld ausgeht?

Wie wahrscheinlich ist ein Zahlungsausfall der Supermacht?

Experten sind zunehmend besorgt. „Genauso, wie in den fünfziger Jahren ein Nuklearkrieg im Bereich des Möglichen lag, ist auch ein Zahlungsausfall der USA nicht mehr ausgeschlossen“, sagt Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank.

Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank und normalerweise eher als Optimist bekannt, sieht ebenfalls „ernsthafte Risiken“. Robert Halver, Leiter der Aktienanalyse bei der Baader Bank, demonstriert hingegen Zuversicht: „Ich bin mir sicher, sie bekommen das hin.“ Doch fest steht: Die Gelassenheit schwindet. Die politischen Fronten in den USA scheinen verhärteter denn je.

Was passiert am Tag X?

Laut US-Finanzminister Jack Lew muss bis zum 17. Oktober eine Einigung erfolgen, ansonsten kommt die Pleite. Dennoch wird am Tag X zunächst kein Zahlungsausfall bei US-Staatsanleihen eintreten. Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's könnten sich die USA mit Haushaltstricks noch bis Mitte November über Wasser halten. Dann läuft die Zeit aus. Für viele Analysten wäre dies der größte anzunehmende Unfall.

Sollte es im November zu einem Zahlungsausfall der USA kommen, könnten Anleger in Panik verfallen. „Vor allem bei US-Staatsleihen würde es starke Verwerfungen geben“, sagt Asoka Wöhrmann, oberster Fondsmanager der Deutsche-Bank-Tochter DWS.

Nehmen die Märkte die Unsicherheit klaglos hin?

Nein. „Je länger sich die US-Streitigkeiten hinziehen, desto bedrohlicher wird die Situation auch für die internationalen Aktienmärkte und den nationalen Rentenmarkt“, warnt Analyst Jan Bopp vom Bankhaus Metzler. Zwar sind herbe Verluste oder größere Verwerfungen an den Aktienmärkten bislang ausgeblieben.

Zum Wochenstart zeigten die Kurven an den Kurstafeln an den meisten Börsenplätzen allerdings bereits nach unten - sowohl in Asien als auch in Europa. Die Angst vor einem Zahlungsausfall macht sich auch am US-Anleihemarkt bemerkbar: Die Versicherungsprämien auf amerikanische Staatsanleihen haben am Freitag den höchsten Stand in diesem Jahr erreicht.

Warum ist die Schuldenobergrenze überhaupt so wichtig?

Die USA können nur etwa 80 Prozent ihrer staatlichen Ausgaben aus Einnahmen wie beispielsweise Steuern finanzieren. Deshalb muss viel Geld in Form von Krediten an den Finanzmärkten aufgetrieben werden. Das ist grundsätzlich kein Problem. US-Staatsanleihen gelten traditionell als sicher.

Ein Grund: Die USA verschulden sich in der globalen Leitwährung Dollar, die ihre Notenbank Fed theoretisch in unbegrenzter Menge drucken kann. Allerdings hat sich das Land bereits im Ersten Weltkrieg selbst ein Schulden-Limit verordnet.

Das könnte nun zum Verhängnis werden. Das Debakel ist aber vor allem ein Ergebnis politischer Grabenkämpfe - die USA schieben zwar einen enormen Schuldenberg vor sich her, doch das hat ihre Gläubiger bislang noch nie wirklich gestört.

Bei Börsenschluss standen die Aktien von K+S ganz oben im Dax mit einem Plus von 1,5 Prozent. Ebenfalls nach oben ging es für Infineon mit einem Plus von 0,6 Prozent. Nach ihrem Höhenflug am Montag konnten auch die Versorger weiter zulegen. RWE-Papiere verteuerten sich um 0,5 Prozent, Eon um 0,47 Prozent.

Am unteren Ende stand am Abend die Commerzbank, deren Aktien sich um 1,8 Prozent verbilligten. Das Finanzinstitut rechnet im wichtigen Firmenkundengeschäft vor allem wegen der höheren Risikovorsorge mit einem schwachen Ergebnis im laufenden Jahr. Nach einem Gewinneinbruch in den ersten sechs Monaten werde sich Lage bis Ende 2013 wahrscheinlich nicht bessern, wie der zuständige Vorstand Markus Beumer der „Börsen-Zeitung“ sagte. Bis Ende Juni fiel das operative Ergebnis um 38 Prozent auf 542 Millionen Euro. Weitere Details zur Entwicklung des Gewinns der Sparte machte er nicht.

Ebenfalls nach unten ging es für die Papiere von Lufthansa und Deutsche Telekom, die zwischen 1,7 und 1,5 Prozent nachgaben.

Kommentare (37)

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Programmierer

08.10.2013, 08:54 Uhr

Die Anleger halten sich nicht zurück , wo bitte lässt sich das Vermögen weiter vervielfachen. Mittlerweile haben ein paar wenige die Möglichkeit die Finanzmärkte als ihr Casino zu steuern.
Die Armut findet keine Retter, soviel steht fest. Daher interessiert auch der Haushaltsstreit nicht.
http://www.welt.de/wirtschaft/article120687225/Deutschlands-Milliardaere-sind-so-reich-wie-nie.html

Millionen leben an der Armutsgrenze und hungern teilweise weil die Gier und die Macht ein paar weniger immer größer wird. Aber die bestimmen die Finanzmärkte und daher wird das Spiel auch heute wieder laufen. Solange die Notenbanken zahlen und Gelder nach Griechenland fliest steigen die Aktien. In Griechenland besonders, daher wetten dort auch die Hedgefonds mit

An_unsere_Lachnummer_hier

08.10.2013, 09:06 Uhr

OK, Klugschei$$er, da du ja immer nur gewinnst weißt du sicherlich, wo der DAX heute um 10.00h, 12.00h, 14.00h, usw. stehen wird.

Also, erleuchte uns mit deinem Wissen.

Bei keiner bzw. fehlerhafter Prognose machst du dich natürlich zur größten Lachnummer hier.
Andernfalls wirst du unsterblich.

Account gelöscht!

08.10.2013, 09:10 Uhr

Und wieder kommt ein Börsentag wie seit Jahrhunderten.
Aktien können steigen oder fallen, manche mehr manche weniger, keiner weiß was, aber viele sagen es.
Viele sagen dies, tun aber jenes.
In diesem Sinne: Viel Erfolg an alle die es wissen.
Kostolany rules.

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