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16.04.2012

17:59 Uhr

Börse Frankfurt

Dax startet Woche im Erholungsmodus

Die schwarze Wolken über Spanien konnten am Montag die Stimmung an den Märkten nicht trüben. Dafür ließen sich die Börsianer von Konjunkturdaten aus den USA begeistern. Kann der Verlust der Vorwoche ausgeglichen werden?

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtTrotz der Furcht vor einer Eskalation der Euro-Krise ist der Dax am Montag wieder auf die Gewinnerseite zurückgekehrt. Der deutsche Leitindex schloss am späten Nachmittag ein 0,6 Prozent höher bei 6.625 Zählern. Händler sprachen von einem Versuch der Stabilisierung in einem nervösen Markt. Rückenwind bekam der deutsche Aktienmarkt von den US-Einzelhandelsdaten. Die Umsatzzahlen stimmten zuversichtlich, dass der private Konsum im ersten Quartal einen robusten Wachstumsbeitrag liefern könne, kommentierte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Sein Kollege Heinrich Bayer von der Postbank geht davon aus, dass der Einzelhandel das aktuelle Tempo auf Dauer zwar kaum halten könne, der private Verbrauch im Jahresverlauf aber ein solides Standbein der US-Konjunktur bleiben werde.

In der Vorwoche musste der Index mit einem Minus von mehr als zweieinhalb Prozent den größten Wochenverlust in diesem Jahr verbuchen. Der MDax legte um 0,5 Prozent auf 10.546 Punkte zu. Der TecDax sank hingegen - belastet von schwachen Solarwerten - um 0,3 Prozent auf 775 Punkte.

Am Montag haben die Bullen den Bären verdrängt. ap

Am Montag haben die Bullen den Bären verdrängt.

Einige Experten interpretierten die gestoppte Börsen-Talfahrt als Zeichen für eine Wende. Die unerwartet guten Quartalsergebnisse des US-Aluminiumherstellers Alcoa und robuste Zahlen der Großbank JP Morgan seien ein vielversprechender Start in die Berichtssaison zum ersten Quartal gewesen. Weiter zuversichtlich stimmende Bilanzen seien zu erwarten. „Wir sind nach wie vor sehr optimistisch mit Blick auf die Marktperspektiven“, sagte Aktienstratege Henk Potts von Barclays Wealth. „Wir sind der Meinung, dass Anleger Schwächephasen ausnutzen sollten, um in eine starke Anlageform zu investieren.“

Die US-Einzelhändler haben im März weiter Rückenwind verspürt. Sie hatten 0,8 Prozent mehr in den Kassen als im Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington am Montag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Bereits im Februar hatten die Umsätze nach revidierten Daten um 1,1 Prozent zugelegt. Klammert man den Autosektor aus, fiel das Plus im März mit 0,8 Prozent ebenfalls etwas höher als von Experten erwartet aus. Die Einzelhandelsdaten gelten als wichtiger Indikator für die Konjunkturentwicklung in den USA, da deren Wirtschaftsleistung zu mehr als zwei Dritteln vom privaten Konsum abhängt.

Der Tag an den Märkten (Stand 18:00 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Dagegen hat die Industrie im wichtigen US-Bundesstaat New York im April einen Einbruch erlitten. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe fiel auf 6,56 Punkte von 20,21 Zählern im März, wie die New Yorker Federal Reserve am Montag mitteilte. Analysten hatten mit einem Rückgang auf plus 18,00 Punkte gerechnet. Die Daten gelten als Frühindikator für die gesamte Industrie in den USA.

Die Zinsen für zehnjährige spanische Staatsanleihen zum ersten Mal in diesem Jahr über die kritische Marke von sechs Prozent gestiegen. Sie legten um 0,13 Punkte auf 6,12 Prozent zu. Viele Experten halten ein Niveau von mehr als sechs Prozent für langfristig nicht tragbar. Die Kosten von Kreditausfallversicherungen für spanische Staatsanleihen kletterten sogar auf ein Rekordhoch: Um Bonds mit fünfjähriger Laufzeit im Wert von zehn Millionen Dollar vor einem Verlust zu schützen, wird eine jährliche Versicherungssumme von 520.000 Dollar verlangt.

HSBC stuft BASF hoch

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Die seit der Karwoche wieder latente Euro-Skepsis hat am Montag die Gemeinschaftswährung und die Anleihen der klammen Euro-Staaten belastet. Der Euro rutschte bis auf 1,2996 Dollar ab und notierte damit so niedrig wie zuletzt im Februar. Am Freitag hatte die EZB den Referenzkurs noch mit 1,3148 Dollar festgelegt.

Die BASF-Titel profitierten von einem positiven Analystenkommentar und gehörten mit einem Plus von zwei Prozent zur Dax-Spitze. Die Analysten der HSBC hatten ihre Empfehlung für die Aktien von „Neutral“ auf „Overweight“ hochgestuft

Ebenfalls vorne zu finden: Die Versorger Eon und RWE mit einem Plus von 1,4 und 2,4 Prozent. Börsianern zufolge hat die geplante Komplettübernahme von International Power durch GdF Suez den gesamten Sektor in den Fokus gerückt. Angesichts der Kursverluste der vergangenen Wochen sei die Gelegenheit für einen Einstieg günstig, hieß es.

Kommentare (8)

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Deiv

16.04.2012, 10:35 Uhr

zur Rechtschreibung... heißt es nicht "...wie es um die Finanzkraft unser[er] iberischen Nachbarn steht" ???

Hans_Martin

16.04.2012, 10:38 Uhr

An Spanien allein liegt es wohl nicht. Man sollte auch Frankreich im Blick behalten.

Account gelöscht!

16.04.2012, 13:01 Uhr

Deutlich im Plus? 0,7% und 1,15 Mrd. Handelsvolumen? Da ist wohl mehr der Wunsch Vater des Gedankens. Im Übrigen bringt immer erst der Nachmittag mit der Eröffnung unserer "Bis-über-beide-Ohren-dick-verschuldeten" US-Boys Klarheit, wie der DAX schließen wird.

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