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17.04.2015

17:46 Uhr

Börse Frankfurt

Dax stürzt zweieinhalb Prozent ins Minus

Der Dax konnte sich auch am Freitag nicht fangen. Mit dem Unsicherheitsfaktor Griechenland im Rücken machten die Anleger lieber Kasse. Auch aus China droht von unerwarteter Seite Ungemach. Es riecht nach Korrektur.

Tag an den Börsen

Schwache Dax-Woche endet mit steiler Talfahrt

Tag an den Börsen : Schwache Dax-Woche endet mit steiler Talfahrt

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FrankfurtDer Dax ist am Freitag weiter abgestürzt. Die Unklarheit um die griechische Finanzlage verunsicherte die Anleger doch stärker als angenommen. Da nutzten viele die Gelegenheit und machten erst mal Kasse. Experten hatten ohnehin mit einer Korrektur gerechnet, war der Dax doch mit einem unglaublichen Tempo in die ungeahnte Höhe von 12.000 Punkten vorgestoßen. Sah es im frühen Handel bei leichten Verlusten noch nach Normalisierung aus, brach der Leitindex am Mittag dann überraschend stark ein. Händler verwiesen auch auf Turbulenzen auf dem chinesischen Terminmarkt. Der Dax schloss letztlich ganze 2,6 Prozent tiefer bei 11.688 Punkten.

Der Gegenwind aus China kam unvermittelt. Dort sind die Kurse für Terminkontrakte auf chinesische Aktien am Freitagmittag um bis sechs Prozent eingestürzt. Auslöser der Verkäufe seien Spekulationen um eine Verschärfung der Auflagen für den außerbörslichen Handel. Darüber hinaus gab die chinesische Börsenaufsicht bekannt, Investoren das Leerverkaufen von Aktien zu erleichtern. Europas Börsen gaben im Anschluss kräftig nach.

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Nicht ganz so plötzlich ist das Griechenland-Gespenst nun wieder oben auf der Agenda. Hieß es im Februar und März noch, dass die Märkte einen „Grexit“ als wahrscheinlicheres Szenario sähen und längst eingepreist hätten, zeigen die Börsen nun ein anderes Bild. Die Börsianer reagierten empfindlich auf einen Bericht der „Financial Times“, wonach die Regierung in Athen beim Internationalen Währungsfonds (IWF) vergeblich um den Aufschub für die Rückzahlung einer Kreditrate gebeten hat.

„Die Meldungen der vergangenen Tage machen deutlich, dass es langsam wirklich ernst wird und Griechenland wohl bald das Geld ausgehen wird“, schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. Frischen Zunder erhielten die Grexit-Spekulationen durch neuerliche Äußerungen des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble, dass er nicht mit einer schnellen Lösung im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern rechne.

Der jüngste Kursrücksetzer könnte nach Aussage einigen Experten mitunter auch andere Gründe haben. So zeigte sich der ein oder andere Investor anscheinend enttäuscht darüber, dass die Europäische Zentralbank bei ihrer monatlichen Ratssitzung keine weiteren Geldmittel locker machte. Forex-Capital-Markets-Analyst Jens Klatt sprach von der gestiegenen Erwartungshaltung der Anleger durch das Anleihekaufprogramm der EZB: „Wenn diese (Liquidität) dann nicht kommt, kommt schnell Frust auf und Gewinnmitnahmen setzen ein.”

Aber wahrscheinlich war die Erfüllung solcher Anlegerträume ohnehin nicht. Immerhin ist das EZB-Anleiheprogramm erst im März gestartet. Und mit seiner Laufzeit bis Ende 2016 sind die Notenbanker noch fern jeglicher abschließender Evaluation. Zuletzt war ja sogar über eine Verkürzung des Programmes diskutiert worden. Die Zentralbank machte deutlich, dass man erst die Wirkungen untersuchen werde, ehe man Korrekturen vornimmt.

Auch in der zweiten Frankfurter Reihe zeigte der Trend deutlich nach unten. Die Nebenwerte im MDax verloren zwei Prozent und kamen auf 20.897 Punkte. Die Tech-Titel des TecDax sackten um 2,1 Prozent ab auf 1619 Stellen. Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50, gab 2,2 Prozent ab auf 3671 Punkte. An der Wall Street enttäuschten einige Schwergewichte die Anleger, unter anderem American Express und AMD. Der Dow-Jones-Index stand zum Frankfurter Börsenschluss anderthalb Prozent schwächer bei 17.840 Zählern.

Kommentare (7)

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Herr walter rehm

17.04.2015, 14:35 Uhr

Dank den Programmen klappt das immer...morgens kaufen...NACHmittags verkaufen..so einfach laufen die Wetten

Account gelöscht!

17.04.2015, 15:13 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Niccolo Machiavelli

17.04.2015, 15:51 Uhr

@ HB-Redaktion: Schon einmal was von Höhenkoller und Rationalisierung gehört? Das scheint mit die richtige Diagnose zu sein.

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