Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.06.2016

17:48 Uhr

Börse Frankfurt

Dax tiefrot - Bankaktien schmieren ab

Nach dem Brexit-Schock stürzte der Deutsche Aktienindex krachend ein – es ging 1000 Punkte runter. Seitdem versuchen die Aktienmärkte eine Stabilisierung, doch zum Handelsende bleibt immer ein Minus von knapp sieben Prozent.

Börse am Abend

War der Crash übertrieben?

Börse am Abend: War der Crash übertrieben?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Frankfurt/DüsseldorfDer Brexit hat die Börsen beben lassen. Nachdem sich die Mehrheit der britischen Wähler tatsächlich für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden hat, kam es am Freitag zu heftigen Turbulenzen auf dem Parkett. Von Anfang an war klar: Es wird ein schwarzer Freitag für Dax und Co. Der Deutsche Aktienindex stürzte gleich zum Auftakt ganze 1.000 Punkte ab, was ein Minus von zehn Prozent bedeutete.

Im Laufe des Handels konnte er sich mit 9611 Punkten etwas fangen - wobei „fangen“ angesichts herber Verluste von 6,8 Prozent und einem Schlussstand von 9557 Punkten eher meint, dass es dem Dax gelang im freien Fall nach einem kleinen Ast zu greifen.

Angesichts solcher Verwerfungen erklärte die Deutsche Börse den Ausnahmezustand für deutsche Titel. Bereits gestern hatte der Handelsplatzbetreiber die zulässigen Schwankungen für Werte im Handelssystem Xetra ausgeweitet, um einen zu raschen Handelsabbruch zu verhindern.  Wie ernst die Lage ist, zeigte die große Zahl demonstrativer Bekundungen aus der Politik, sich möglichen Folgen des Volksentscheid entgegenzustellen. So wollen sich die sieben führenden Industriestaaten, die G7, nach dem eng abstimmen, um auf massive Verwerfungen an den Finanzmärkten rasch reagieren zu können. Vor allem der zuletzt spekulativer gewordenen Devisenmarkt gefährde die wirtschaftliche Stabilität und die Finanzstabilität beeinträchtigen.

Marktreaktionen auf EU-Referendum: Der Brexit-Kurssturz geht um die Welt

Marktreaktionen auf EU-Referendum

Der Brexit-Kurssturz geht um die Welt

Es ist ein schwarzer Freitag für die weltweiten Finanzmärkte. Die Börsen in Europa brechen ein. Vor allem Bankaktien leiden. Auch an der Wall Street rutschen die Kurse nach unten.

Mit zeitweise fast zehn Prozent fielen die Verluste in Frankfurt nahezu historisch aus. Zuletzt ging es 2008 im Zug der Finanzkrise so tief runter. Die Turbulenzen sind gerade deswegen so hoch, weil es in den vergangenen Tagen ein deutliche Erholung an den Märkten gab. Auf Wochensicht hatte der Dax bis zum Freitagmorgen sechs Prozent gutgemacht. Ganz offensichtlich hatten die Anleger auf einen Verbleib der Briten in der EU gesetzt – und wurden jetzt eiskalt erwischt.

„Die Märkte haben sich auf die Buchmacher verlassen - und die haben die Wahrscheinlichkeit für einen Verbleib bei 80 Prozent gesehen“, erklärte ein Londoner Händler die Verwerfungen. „Das ist ein echt großes Ereignis, das bestimmt große Auswirkungen haben wird - aber es lässt sich noch nicht sagen, wie die aussehen.“ Nach den Entspannungstendenzen, die sich nun als fatal herausgestellt haben, scheinen viele Anleger falsch positioniert zu drin. „Keiner hat damit gerechnet, dass die Briten wirklich austreten. Jetzt gibt es immensen Absicherungsbedarf“, meint ein andere Händler.

Devisen: Pfund fällt auf 30-Jahres-Tief

Devisen

Pfund fällt auf 30-Jahres-Tief

Der Devisenmarkt spielt am Freitag verrückt. Das Pfund stürzt von 1,50 Dollar auf zeitweise 1,35 Dollar. Der Euro verliert drei Cent gegenüber dem Dollar. Die US-Notenbank könnte Zinserhöhungen weiter verschieben.

In London notierte der Leitindex FTSE100 mit „nur“ 2,8 Prozent tiefer – der Footsie hatte sich im Laufe des Mittags stabilisiert. Härter erwischte es die Börsen der Währungsunion. Das lag daran, dass die politischen Folgen für die EU als Projekt noch kaum absehbar sind.

Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50, schmierte ganze 8,5 Prozent ab. In der zweiten Frankfurter Reihe fielen die Verluste nicht so stark aus, wie bei der Benchmark der Bundesrepublik: Der MDax sackte 4,5 Prozent ab, der TecDax 3,3 Prozent. Schon die asiatischen Handelsplätze hatten einen Vorgeschmack gegeben. Der Nikkei stürzte acht Prozent ab auf 14.952 Punkte.

Egal, ob Aktien-, Devisen-, Rohstoff- oder Rentenmarkt: Das Beben zog sich durch alle Anlageklassen. Anleger flüchteten in die als sicherer Hafen geltenden Bundesanleihen und drückten die Rendite auf ein neues Rekordtief von minus 0,1491 Prozent.

Am ohnehin volatilen Währungsmarkt fielen die Reaktionen noch heftiger aus. Das britische Pfund sank auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren. Der Euro brach um 4,1 Prozent auf 1,0914 Dollar ein - der größte Kursrückgang in der Geschichte der Gemeinschaftswährung. Der wichtigste Rohstoff Öl verlor fünf Prozent und rutsche beim August-Fasspreis sowohl für Brent als auch WTI unter die 50-Dollar-Marke. Die Krisenwährung Gold hingegen schoss fünf Prozent in die Höhe.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×