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05.01.2017

17:46 Uhr

Börse Frankfurt

Dax tritt auf der Stelle

Auch am Donnerstag sucht der Dax nach Orientierung und schließt letztendlich auf Vortagesniveau Die Aktienrally nach dem Trump-Wahlsieg könnte zu Ende gehen. Auf der Suche nach sicheren Häfen griffen Investoren zu Gold.

Börse am Abend

Dax unbewegt - Das könnte ihn wieder in Fahrt bringen

Börse am Abend: Dax unbewegt - Das könnte ihn wieder in Fahrt bringen

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FrankfurtAus Verunsicherung über den wirtschaftspolitischen Kurs der USA haben Anleger am Donnerstag Engagements an den Börsen gescheut. Dax und Euro Stoxx 50 schlossen fast unverändert bei 11.584 und 3313 Punkten. „Investoren, die auf hohen Niveaus eingestiegen sind, haben mittlerweile kein gutes Gefühl mehr mit ihren Positionen“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets.

Sie befürchteten nach der rund zehnprozentigen Rally der vergangenen Wochen einen größeren Rücksetzer. Auch in New York erwarteten Händler Kursverluste. Die Futures auf US-Indizes signalisierten, dass der Dow Jones zu Börsenstart an der Wall Street erneut an der psychologisch wichtigen 20.000er Marke scheitern wird.

Die Stimmung am europäischen Aktienmarkt drückte auch der wieder erstarkende Euro, der nach unerwartet schwach ausgefallenen Jobdaten des US-Arbeitsvermittlers ADP um ein halbes Prozent auf 1,0531 Dollar anzog und mehr als eineinhalb US-Cent über seinem 14-Jahres-Tief vom Montag lag. Ein stärkerer Euro macht Waren aus der Euro-Zone im Welthandel teurer und europäische Firmen weniger wettbewerbsfähig.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Im Dezember schufen US-Firmen laut ADP 153.000 neue Stellen. Das waren etwas weniger als erwartet und deutlich weniger als im Monat zuvor. Von der Entwicklung am Arbeitsmarkt hängt die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ab.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte im Dezember erstmals seit einem Jahr die Leitzinsen in den USA angehoben und für 2017 weitere Schritte in Aussicht gestellt. Das hatte dem Dollar einen kräftigen Schub gegeben. Am Donnerstag verlor der Dollar-Index, der den Wert des „Greenback“ im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, 0,7 Prozent auf 102,02 Punkte.

Über die Konjunkturaussichten der USA herrschen auch in der Fed Unsicherheiten. Laut den am Mittwochabend veröffentlichten Protokollen der vergangenen Fed-Sitzung ist die Notenbank zwar bereit, die Zinsen bei Bedarf rascher anzuheben als bislang signalisiert.

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Jedoch betonten die Währungshüter nach Ansicht von Commerzbank-Analystin Esther Reichelt auch, dass der Ausblick für die Konjunktur mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist. „Gleich mehrfach wird auf die negativen Folgen einer weiteren Dollar-Aufwertung hingewiesen.“ Ein stärkerer Dollar könne die Wirtschaftsaktivität dämpfen und die Rückkehr der Inflation zum Zwei-Prozent-Ziel der Fed gefährden.

Auf der Suche nach sicheren Häfen griffen Investoren zu Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um ein Prozent auf 1175 Dollar je Feinunze. „Schließlich ist die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump nur noch rund zwei Wochen entfernt und es gibt einige Bedenken wegen seiner politischen Pläne“, sagte Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda. Trump will unter anderem ein schuldenfinanziertes Konjunkturprogramm auflegen und Billig-Importe mit Strafzöllen belegen. Dies könnte die Inflation in die Höhe treiben.

In London legten Persimmon um 6,5 Prozent zu. Dem Brexit-Referendum und der dadurch ausgelösten Verunsicherung zum Trotz steigerte der zweitgrößte britische Eigenheimbauer den Umsatz 2016 um acht Prozent. Im Windschatten von Persimmon gewannen die rivalen Barratt Development und Taylor Wimpey drei und vier Prozent.

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05.01.2017, 15:44 Uhr

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