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06.07.2011

17:58 Uhr

Börse Frankfurt

Dax trotz guter Konjunkturdaten im Minus

Die Abwertung Portugals durch Moody's und die Leitzinserhöhung in China sorgten heute für fallende Kurse. Vor allem Finanztitel gerieten unter Druck. Autokonzerne konnten trotz Rekordzahlen nicht punkten.

Zur Wochenmitte herrscht gedämpfte Stimmung an der Börse in Frankfurt. Auch die guten Konjunkturdaten aus Deutschland sorgten nicht für den Sprung in die Gewinnzone. Quelle: Reuters

Zur Wochenmitte herrscht gedämpfte Stimmung an der Börse in Frankfurt. Auch die guten Konjunkturdaten aus Deutschland sorgten nicht für den Sprung in die Gewinnzone.

Frankfurt/ DüsseldorfSorgen um die EU-Schuldenkrise und die Zinserhöhung in China hatten die Aktienmärkte heute im Griff. Selbst positive Konjunkturdaten aus Deutschland konnten dem Dax heute nicht zum Sprung in die Gewinnzone verhelfen.

Im späten Handel konnte der deutsche Leitindex einen Teil seiner Tagesverluste wettmachen und ging mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent bei 7.431 Punkten aus dem Handel. Die Werte in der zweiten Reihe konnten ebenfalls keine Gewinne verzeichnen. Der MDax schloss 0,1 Prozent schwächer bei 11.074 Punkten. Der TecDax verlor heute 0,3 Prozent auf 899 Zähler. Die US-Börsen starteten ebenfalls mit Verlusten in den Handelstag und brachten somit keine positiven Impulse für den Dax.

Abwertung und Zinserhöhung bremsen den Dax

Belastet wurden die Märkte heute vom Zinsentscheid in China und der Abwertung Portugals. Die Ratingagentur Moody's hatte die langfristigen Staatsanleihen von Portugal am Vortag von „Baa1“ auf „Ba2“ und damit auf „Ramsch“-Niveau abgestuft. Damit rückte Moody's die EU-Schuldenkrise wieder ins Zentrum.

Schlechte Nachrichten kamen auch von der chinesischen Notenbank, die den Leitzins um 25 Basispunkte erhöhte. Die dritte Zinserhöhung in diesem Jahr kam zwar nicht überraschend, trieb aber Sorgen um das Wirtschafts- wachstum in China an.

Dax-Minus trotz guter Konjunktur

Video: Dax-Minus trotz guter Konjunktur

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Gute Konjunkturaussichten für Deutschland

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gab heute einen optimistischen Konjunktur-Ausblick. Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter kräftig im Aufschwung. Für das laufende Jahr sagt das DIW ein Wachstum von 3,2 Prozent voraus, für das nächste Jahr 1,8 Prozent. Angetrieben wird das Wachstum weiter durch die Exporte, aber auch von den inländischen Investitionen. „Aufgrund der günstigen Arbeitsmarktlage und steigender Löhne dürfte der Aufschwung mehr und mehr auch beim privaten Konsum ankommen.,“ sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Das DIW erwartet 2011 durchschnittliche Lohnsteigerungen von fast zweieinhalb Prozent und nächstes Jahr von fast drei Prozent. Zugleich gehe die Arbeitslosigkeit weiter zurück.

Das Bundeswirtschaftsministerium meldete heute ebenfalls gute Zahlen. Die deutsche Industrie steigerte im Mai dank einer deutlich gestiegenen Nachfrage aus dem Inland ihr Auftragsvolumen erneut und verzeichnete 1,8 Prozent mehr Aufträge. Dem Bericht des Ministeriums nach bleibt der Aufwärtstrend intakt, so dass auch die Perspektiven für die Industrieproduktion weiterhin günstig sind.

Kommentare (18)

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Nachgedacht

06.07.2011, 07:49 Uhr

Die großen drei Manitus spielen das Schwarze Peter Spiel mit Europa heiter weiter, bis zum Untergang !!

Account gelöscht!

06.07.2011, 07:53 Uhr

was, wieso sollten wir denn auf einmal fallen??? vorbörslich sehe ich schon wieder alarm machende blinde. wo bleiben bitteschön die nächsten 300 pkt. nach oben ohne wirkliches fundament???

gurkentruppe

06.07.2011, 09:21 Uhr

Die USA liegen drei Wochen vor drohendem Zahlungsausfall noch im Investmentgradebereich und Portugal sowie Griechenland liegen trotz bestehender Garantien kurz vor Default. Es wundert mich wirklich, warum die Verfahren der Ratinagenturen nicht einer aufsichtlichen Eignungsprüfung unterzogen werden, so wie jeder interne IRBA-Ratingansatz in einer Bank, um zu sehen, ob das Ratingverfahren bei gleichem Input in allen Fällen auch zu vergleichbaren Ergebnissen führt. Da mittlerweile auch die EZB gespannt hat, dass das Rating gegenüber USA und Südamerika demgegenüber sehr wohlwollend ausfällt, wundert es mich auch, wieso noch kein Anleihehalter eine Ratingagentur verklagt hat. Für die Erfolgsaussichten würde es m.E. genügen, die Ratinghistorie mehrerer Staaten wie Japan, USA, Portugal und Griechenland nebeneinanderzulegen, um zu sehen, dass die unterschiedlichen Ergebnisse sich nicht fundamental rechtfertigen lassen.

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