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23.03.2011

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Dax trotz Krisenstimmung im Plus

Zum Börsenschluss schafft es der Dax knapp in die Gewinnzone. Die zahlreichern globalen Krisen verunsichern die Anleger.Neben Japan und Libyen rückt auch wieder die Schuldenkrise in den Fokus.

iBörsenhändler in Frankfurt: Ncht nur Japan und die arabische Welt sorgen für Spannung an der Märkten. Die europäische Schuldenkrise ist zurück. Quelle: dapd

iBörsenhändler in Frankfurt: Ncht nur Japan und die arabische Welt sorgen für Spannung an der Märkten. Die europäische Schuldenkrise ist zurück.

FrankfurtAngesichts der zahlreichen globalen Krisen haben Anleger am Mittwoch einen Bogen um die Aktienmärkte gemacht. Der Dax notierte zum Börsenschluss 0,4 Prozent höher bei 6804 Zählern, angeschoben durch einen stärkeren US-Markt. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,3 Prozent auf 999 Punkte nach oben, der TecDax rückte um 0,4 Prozent auf 890 Punkte vor. Der Krieg in Libyen, der verzweifelte Kampf japanischer Rettungskräfte gegen den Super-GAU in Fukushima und die Schuldenkrise in Südeuropa machten die Investoren nervös.

Am Nachmittag wurde bekannt wurde, dass die Modalitäten zur Stärkung des Euro-Rettungsfonds EFSF voraussichtlich nicht beim EU-Gipfel Ende der Woche festgelegt werden. Hinzu kamen Meldungen über eine Explosion in der Nähe eines Busbahnhofes in Jerusalem, bei der es nach Polizeiangaben Dutzende Opfer gegeben hat. Einige Experten raten Anlegern in dieser Gemengelage zur Zurückhaltung.

"Das Spannungsfeld ist erheblich zwischen der sehr guten Konjunktur und den enormen Unsicherheiten", sagte Volkswirt Matthias Thiel von MM Warburg. "Solange sich nicht wenigstens bei ein, zwei Krisenherden Perspektiven abzeichnen, wird der Markt auch keine neue Orientierung finden. Abwarten kann derzeit durchaus die richtige Strategie sein."

In Libyen hielten die Kämpfe zwischen der westlichen Allianz und den Rebellen auf der einen sowie den Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi auf der anderen Seite an. Meldungen aus Japan erhöhten die Angst vor einer radioaktiven Katastrophe. Über dem Reaktor 3 des Atomkraftwerks Fukushima war am Morgen schwarzer Rauch ausgetreten, später folgte die Nachricht über ein erneutes Erdbeben in der Nähe des Kraftwerks. Mit bis zu 220 Milliarden Euro ist das Desaster in Japan nach Einschätzung der Regierung die mit Abstand teuerste Naturkatastrophe aller Zeiten.

Die Aktien der Rückversicherer standen folglich wieder auf den Verkaufslisten. Im Dax verloren die Aktien der Münchener Rück bis zu drei Prozent. Das Minus schmolz bis Börsenende auf 0,4 Prozent zusammen.Der Konzern hat die Kosten für das Beben höher als die Konkurrenz angesetzt und zugleich das Erreichen seiner Gewinnziele für 2011 bezweifelt.

In Europa hatten Investoren das Ergebnis der Haushaltsabstimmung in Portugal im Blick. Die Regierung könnte am Widerstand der Opposition zerbrechen - damit wäre das Land womöglich sehr schnell gezwungen, zum finanziellen Überleben Hilfe aus dem europäischen Rettungsschirm zu beantragen. Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou warnte zudem am Tag vor Beginn des EU-Gipfels vor den Folgen einer Umschuldung Griechenlands.

An den Finanzmärkten wird diese Frage heftig diskutiert; Bankwerte wurden vorsorglich verkauft. Die Aktien von Deutsche Bank und Commerzbank gaben 0,5 beziehungsweise 0,3 Prozent nach. Gefragt waren im Dax dagegen unter anderem weniger konjunkturabhängige Werte wie Fresenius Medical Care oder Beiersdorf, die 0,8 beziehungsweise 0,6 Prozent zulegten.

Auch Autowerte wurden geordert, nachdem eine Studie von Bernstein den deutschen Herstellern gute Absatz- und Profitabilitätschancen prognostiziert hatte. Daimler, BMW und VW gewannen zwischen 1,9 und 0,5 Prozent.

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Von

rtr

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