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03.01.2014

18:34 Uhr

Börse Frankfurt

Dax trotzt der Verunsicherung

Noch am Donnerstag hatten deutliche Verluste die Dax-Rally vorerst gestoppt und die Angst vor weiteren Kurseinbrüchen genährt. Am Freitag aber stiegen die Kurse nach holprigem Start wieder – und der Dax schloss im Plus.

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Ein gelungener Jahresauftakt sieht anders aus. Nachdem der Dax gestern kurz nach Eröffnung mit 9620 Punkten ein neues Allzeithoch markierte, rauschte der Leitindex 120 Punkte in die Tiefe. Bei einem Minus von 1,6 Prozent machte sich die Angst vor einer größeren Korrektur breit.

Doch im heutigen Freitagshandel hielten die Anleger dagegen. So konnten die Verluste vorerst gestoppt werden, die drei wichtigsten Frankfurter Indizes liegen allesamt im Plus. Der Dax schloss 0,4 Prozent fester bei 9435 Punkten. Die Nebenwerte im MDax standen 0,6 Prozent höher auf 16.618 Punkten. Der TecDax legte kräftiger zu. Ein Aufschlag von 1,4 Prozent ließ ihn auf 1182 Zähler steigen ein Zwölf-Jahres-Hoch.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

Der Leitindex war im leichten Plus gestartet, das er aber schnell wieder abgab. Die Verunsicherung nach der Talfahrt am Donnerstag war dem Markt anzumerken. So rutschte er zunächst ins Minus. Innerhalb der ersten Handelsstunden übernahm dann aber der Optimismus der Anleger den Kurs und drehte den Dax wieder, sodass dieser zeitweise einen Aufschlag von 0,5 Prozent erreichte.

Danach flachte der Kurs ab, es fehlten die Kurstreiber. Am Nachmittag erhielten die Frankfurter Indizes Unterstützung von einer ebenfalls erholt gestarteten Wall Street. In seiner letzten Handelsstunde knackte der Dax dann sein Tageshoch von 9453 Zählern.

Noch am Donnerstag hatten Anleger weltweit teils empfindliche Verluste hinnehmen müssen. Der EuroStoxx50 hatte 1,6 Prozent verloren und war auf auf 3059 Punkte gefallen. Der Dow Jones hatte 0,8 Prozent verloren und war auf 16.441 Punkte abgerutscht. Für den Standard & Poor's 500 Index war es der erste Jahresstart mit negativem Vorzeichen seit 2008. Er schloss am am Donnerstag bei 1831 Punkten, was einem Minus von 0,9 Prozent entspricht.

Ähnlich sahen die Vorgaben aus Asien aus. Das MSCI-Börsenbarometer für die Handelsplätze im asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan verlor 1,1 Prozent und fiel auf 460,11 Punkte. An der Börse in Seoul gab der Kospi-Index ebenfalls 1,1 Prozent nach. Die Börse Tokio blieb am Freitag feiertagsbedingt geschlossen.

Schwache Konjunkturdaten aus China und die aktuellen Höchststände an den Börsen hatten einige Anleger offenbar dazu eingeladen, Kasse zu machen. Ob aber der verpatzte Start ins neue Jahr aber schon den Beginn einer großen Korrektur markiert, ist fraglich.

Positive Nachrichten dagegen kamen aus Südeuropa, sagte Händler Toby Morris vom Broker CMC: In Spanien war die Arbeitslosenzahl im Dezember so stark gesunken wie seit Juni 2013 nicht mehr und in Italien war die Inflationsrate im Dezember auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren gefallen.

Die zuletzt positiven Nachricht wirkten sich auch auf die Staatsanleihen der beiden Mittelmeerstaaten aus. Spreads von zehnjährigen italienischen und spanischen Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen fielen unter 200 Basispunkte. Bei den spanischen Papieren war es das erste Mal seit Mai 2011, bei italienischen Bonds lag der Renditeabstand letztmals im Juli 2011 unter 200 Basispunkten.

Die Rendite von zehnjährigen spanischen Bonds sank um sieben Basispunkte auf 3,90 Prozent, italienische Papiere gleicher Laufzeit rentierten zuletzt ein Basispunkt niedriger bei 3,96 Prozent. Bei zehnjährigen portugiesischen Anleihen sackte die Rendite um 17 Basispunkte auf 5,66 Prozent ab.
„Es ist ein Zeichen des Vertrauens, dass das Schlimmste überstanden ist“, sagt John Wraith, Stratege für Festverzinsliche bei Bank of America Corp. in London. „Zwar sind die Daten nicht super, aber sie signalisieren, dass wir in nächster Zeit nicht unbedingt wieder auf eine traumatische Situation zusteuern. Diese Bonds können sich vorerst weiter gut entwickeln.“

Kommentare (23)

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alexfiftyfour

03.01.2014, 08:04 Uhr

Natürlich kommt jetzt eine Korrektur,sage ich doch schon seit drei Wochen,warum soll es auch noch Leute geben die kaufen?
Da kommt eine Korrektur.
Die sieht aus wie eine Korrektur,die riecht wie eine Korrektur,die knallt wie eine Korrktur.
Da hält man seinen Mund und geht einfach mit.
Aber...nein,es gibt immer noch Leute die kaufen.
Ist mir total unverständlich.

Game_Over

03.01.2014, 08:07 Uhr

Die Baisse nährt die Baisse.
Im Schnitt verlieren wir jetzt 100 - 150 Punkte pro Tag.
Die 8000 ist also durchaus realistisch bis Weihnachten.
Es gibt keine (Stützungs)Käufe mehr und jeder weiss,dass die FED morgen das Tapering verkünden muss.

Stoiker88

03.01.2014, 08:28 Uhr

Jetzt kommt nicht nur "die Korrektur", sondern gleich die große Korrektur laut Handelsblatt.

Also von mir aus kann's losgehen. Freue mich über den WSV mit Kursen von Qualitätsaktien, die dann hoffentlich 20-30% günstiger sind. So ganz glauben, kann ich es aber nicht. Ich bin immer zu 100% investiert (60/40) und würde dann entsprechend umschichten.

Gestern Abend gabs noch einen Kommentar zu "wann ein Anleger erfolgreich ist". Der Kommentator meinte dann, man sei als Anleger erfolgreich, wenn man den Index schlägt. Das sehe ich absolut nicht so. Ich bin als Anleger erfolgreich, wenn ich unterm Strich meine definiertes Renditeziel erreiche, z.B.4% p.a. oder Euro 5.000 p.a. etc. - andere sehen Erfolg im Kapitalerhalt, auch gut.

Indizes müssen von Fondsmanagern geschlagen werden, da diese auf der Basis bezahlt werden, dass sie ihre Vergleichsgruppe schlagen. Der Rest ist Finanzpornografie und Wichtigtuerei der Finanzindustrie, die immer versucht zu vermitteln, wie schwierig die Geldanlage ist, ja sogar eine "Kunst".

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