Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.10.2013

17:35 Uhr

Börse Frankfurt

Dax trotzt Sorgen um US-Haushaltspoker

Allen Sorgen um den schwelenden US-Haushaltspoker zum Trotz hat der Dax am Montag nahezu unverändert geschlossen. Der deutsche Leitindex verfehlte den Freitags-Rekordschluss nur um einen Punkt.

Der deutsche Leitindex verfehlte am Montagabend den Freitags-Rekordschluss knapp. dpa

Der deutsche Leitindex verfehlte am Montagabend den Freitags-Rekordschluss knapp.

FrankfurtNach einem zunächst schwachen Handelsverlauf ging der deutsche Leitindex am Ende mit minus 0,01 Prozent auf 8723,81 Punkte in den Feierabend. Damit verteidigte das Börsenbarometer die Marke von 8700 Punkten, über der es am vergangenen Freitag erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte geschlossen hatte.

Der MDax schaffte kurz vor Schluss noch den Dreh in die Gewinnzone und beendete den Montagshandel mit einem Aufschlag von 0,11 Prozent auf 15 252,31 Punkte. Der TecDax verlor 0,09 Prozent auf 1087,27 Punkte.

Was passiert, wenn der Supermacht USA das Geld ausgeht?

Wie wahrscheinlich ist ein Zahlungsausfall der Supermacht?

Experten sind zunehmend besorgt. „Genauso, wie in den fünfziger Jahren ein Nuklearkrieg im Bereich des Möglichen lag, ist auch ein Zahlungsausfall der USA nicht mehr ausgeschlossen“, sagt Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank.

Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank und normalerweise eher als Optimist bekannt, sieht ebenfalls „ernsthafte Risiken“. Robert Halver, Leiter der Aktienanalyse bei der Baader Bank, demonstriert hingegen Zuversicht: „Ich bin mir sicher, sie bekommen das hin.“ Doch fest steht: Die Gelassenheit schwindet. Die politischen Fronten in den USA scheinen verhärteter denn je.

Was passiert am Tag X?

Laut US-Finanzminister Jack Lew muss bis zum 17. Oktober eine Einigung erfolgen, ansonsten kommt die Pleite. Dennoch wird am Tag X zunächst kein Zahlungsausfall bei US-Staatsanleihen eintreten. Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's könnten sich die USA mit Haushaltstricks noch bis Mitte November über Wasser halten. Dann läuft die Zeit aus. Für viele Analysten wäre dies der größte anzunehmende Unfall.

Sollte es im November zu einem Zahlungsausfall der USA kommen, könnten Anleger in Panik verfallen. „Vor allem bei US-Staatsleihen würde es starke Verwerfungen geben“, sagt Asoka Wöhrmann, oberster Fondsmanager der Deutsche-Bank-Tochter DWS.

Nehmen die Märkte die Unsicherheit klaglos hin?

Nein. „Je länger sich die US-Streitigkeiten hinziehen, desto bedrohlicher wird die Situation auch für die internationalen Aktienmärkte und den nationalen Rentenmarkt“, warnt Analyst Jan Bopp vom Bankhaus Metzler. Zwar sind herbe Verluste oder größere Verwerfungen an den Aktienmärkten bislang ausgeblieben.

Zum Wochenstart zeigten die Kurven an den Kurstafeln an den meisten Börsenplätzen allerdings bereits nach unten - sowohl in Asien als auch in Europa. Die Angst vor einem Zahlungsausfall macht sich auch am US-Anleihemarkt bemerkbar: Die Versicherungsprämien auf amerikanische Staatsanleihen haben am Freitag den höchsten Stand in diesem Jahr erreicht.

Warum ist die Schuldenobergrenze überhaupt so wichtig?

Die USA können nur etwa 80 Prozent ihrer staatlichen Ausgaben aus Einnahmen wie beispielsweise Steuern finanzieren. Deshalb muss viel Geld in Form von Krediten an den Finanzmärkten aufgetrieben werden. Das ist grundsätzlich kein Problem. US-Staatsanleihen gelten traditionell als sicher.

Ein Grund: Die USA verschulden sich in der globalen Leitwährung Dollar, die ihre Notenbank Fed theoretisch in unbegrenzter Menge drucken kann. Allerdings hat sich das Land bereits im Ersten Weltkrieg selbst ein Schulden-Limit verordnet.

Das könnte nun zum Verhängnis werden. Das Debakel ist aber vor allem ein Ergebnis politischer Grabenkämpfe - die USA schieben zwar einen enormen Schuldenberg vor sich her, doch das hat ihre Gläubiger bislang noch nie wirklich gestört.

„Die Märkte gehen davon aus, dass es zu einer Lösung in Washington kommen wird, da es gar nicht anders sein kann“, fasste ein Händler zusammen. „Ich glaube nicht, dass am 17. Oktober der Jüngste Tag anbricht“, stimmte Mike van Dulken von Accendo Markets zu. Aber der Druck wachse.

Republikaner und Demokraten müssen sich bis Donnerstag auf die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar einigen, da ansonsten der Regierung der weltgrößten Volkswirtschaft die Zahlungsunfähigkeit droht.

Skeptischer äußerte sich Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. „Wahrscheinlich ist es auch nach all dem Hin und Her der letzten Wochen immer noch so, dass die üblichen Mechanismen greifen: Jede Seite muss Entschlossenheit signalisieren. Und deshalb gibt es vor Ende der Woche wohl keinen Kompromiss.“

Der Euro profitierte von der Unsicherheit über die politische Entwicklung in den USA und zog um fast einen halben US-Cent auf 1,3580 Dollar an. Die Volatilitätsindizes , die die Nervosität der Anleger messen, stiegen um bis zu zwölf Prozent und zeigten damit, dass einigen Anlegern bei dem Streit in den USA allmählich doch mulmig wird. Die Zweifel der Investoren ließen sich zudem an den Kursen für Credit Default Swaps (CDS) ablesen, die über kürzere Laufzeiten mehr als über längere kosteten - ein klares Krisensignal, denn üblicherweise sind die längerlaufenden Papiere teuerer.

An den Rentenmärkten ging es wegen eines US-Feiertages (Columbus Day) sehr ruhig zu, denn die Kreditmärkte in den USA blieben geschlossen. An der Wall Street wurde aber gehandelt: Die großen Indizes notierten zum Handelsschluss in Europa je etwa 0,3 Prozent niedriger.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Programmierer

14.10.2013, 09:49 Uhr

Ein Woche werde ich das Casino nicht betreten bzw erst dann wieder mitspielen, wenn das Ende des Haushaltstheaters in Sicht ist. Bis dahin lohnt es sich nicht, wegen ein paar Punkten
USA Feiertag und im Dax daher noch weniger los als sonst. Das außerbörsliche Hoch vom Freitag muss auch im Handel bestätigt werden. Alles eine Frage der Zeit

Programmierer

14.10.2013, 12:10 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Programmierer

14.10.2013, 12:39 Uhr

Das seh ich ja jetzt erst.
Die haben mir heute Morgen so viele Fomulare mitgegeben die ich wieder zurücksenden muss das ich zu nichts komme.

Die haben doch nach der Eröffnung wirklich die Allianz unter 119 gedrückt.
Dank meinem System,dass mir heute Morgen genau angezeigt hat wo ich ein Abfanglimit plazieren muss hatten die mir kurz nach 9 Uhr billige ALV-Calls geschenkt.
Das Leben ist herrlich, man muss die Chancen nutzen.
Allein mit diesen sind heute 200 % und mehr zu machen.
Trotzdem sichere ich mit einem Stop ab.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×