Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2015

18:00 Uhr

Börse Frankfurt

Dax verfehlt die Gewinnzone

Der Dax hielt sich am Mittwoch fest im Minus. Daran konnte auch das Okay des EuGH-Generalanwalts zu EZB-Anleihenkäufen wenig ändern. Anleger sorgten sich um Preisverfall bei Öl und Kupfer warfen Aktien aus ihren Depots.

Tag an den Börsen

Börsenausblick auf Donnerstag

Tag an den Börsen: Börsenausblick auf Donnerstag

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtAm Mittwoch herrschten auf dem deutschen Börsenparkett einmal wieder Pessimismus und Wankelmut. Nur einmal gegen Mittag kam der Dax kurz in die Gewinnzone, verlor daraufhin jedoch wieder Punkte und schloss 1,25 Prozent im Minus auf 9817 Punkten. Der MDax ging mit 17.264 Punkten 0,8 Prozent tiefer aus dem Handel, der TecDax notierte 0,9 Prozent tiefer auf 1.421 Zählern. Der EuroStoxx 50 verlor 1,4 Prozent.

Nachdem der Index am Dienstag an der 10.000-Punkte-Marke kratzte, machten sich die Anleger am Mittwoch Sorgen, wie es mit der Konjunktur der großen Volkswirtschaften weitergeht. Die Weltbank hatte ihre Prognose für das Weltwirtschaftswachstum 2015 auf drei von 3,4 Prozent gekappt. Für das kommende Jahr sagten die Experten nur noch ein Plus von 3,3 statt 3,5 Prozent voraus.

Das hatte Konsequenzen für die Rohstoffmärkte: Der Kupferpreis fiel auf ein Fünfeinhalb-Jahres-Tief von 5353,25 Dollar je Tonne. Das Minus von 8,6 Prozent war der größte Verlust seit etwa sechs Jahren. Der Ölpreis blieb ebenfalls unter Druck. Die für den Weltmarktpreis entscheidende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee kostete zeitweise 45,59 Dollar je Barrel (159 Liter) und lag damit weniger als einen halben Dollar über ihrem Sechs-Jahres-Tief vom Vortag.

Für etwas bessere Stimmung sorgten unterdessen die Europäischen Währungshüter. Am Markt werde darauf spekuliert, dass die EZB schon in der kommenden Woche Staatsanleihen-Käufe beschließen könnte, hieß es von Händlern. Angesichts des weiter fallenden Ölpreises steigt der Druck auf die Inflationsrate in der Euro-Zone und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbank massiv eingreifen wird. Aus Sicht von Börsianern wird der Druck auf die EZB immer größer, mit Hilfe von Wertpapierkäufen – dem sogenannten Quantitative Easing (QE) – zusätzliches Geld in die Finanzmärkte zu pumpen.

EZB-Präsident Mario Draghi gab diesen Spekulationen heute neuen Nährboden. Die Europäische Zentralbank sei zu breit angelegten Käufen von Staatsanleihen bereit, so Draghi in einem heute veröffentlichten „Zeit”-Interview. „Alle Mitglieder des Rates der Europäischen Zentralbank sind entschlossen, unserem Mandat gerecht zu werden”, sagte Draghi. „Natürlich gibt es Differenzen darüber, wie das geschehen sollte. Aber es ist nicht so, dass wir unendlich viele Möglichkeiten hätten.” Die aktuelle Inflation liege deutlich unter dem Zielwert von knapp zwei Prozent.

Die Performance von Dax, S&P-500 & Co.

Athex (Griechenland)

Ein Jahr: - 28,9 Prozent
Drei Jahre: 21,4 Prozent
Fünf Jahre: - 62,4 Prozent

Bovespa (Brasilien)

Ein Jahr: - 2,9 Prozent
Drei Jahre: - 11,9 Prozent
Fünf Jahre: - 27,1 Prozent

BUX (Ungarn)

Ein Jahr: - 10,4 Prozent
Drei Jahre: - 2,0 Prozent
Fünf Jahre: - 21,6 Prozent

CSI 300 (China)

Ein Jahr: + 51,7 Prozent
Drei Jahre: + 50,6 Prozent
Fünf Jahre: - 1,2 Prozent

Dax (Deutschland)

Ein Jahr: + 2,7 Prozent
Drei Jahre: + 66,2 Prozent
Fünf Jahre: + 64,6 Prozent

MSCI Emerging Markets

Ein Jahr: - 4,6 Prozent
Drei Jahre: + 4,4 Prozent
Fünf Jahre: - 4,0 Prozent

MSCI World

Ein Jahr: + 2,9 Prozent
Drei Jahre: + 44,6 Prozent
Fünf Jahre: + 46,4 Prozent

NZX 50 (Neuseeland)

Ein Jahr: + 17,6 Prozent
Drei Jahre: + 70,0 Prozent
Fünf Jahre: + 72,4 Prozent

PSI 20 (Portugal)

Ein Jahr: - 26,8 Prozent
Drei Jahre: - 12,7 Prozent
Fünf Jahre: - 43,3 Prozent

RTS (Russland)

Ein Jahr: - 45,2 Prozent
Drei Jahre: - 42,8 Prozent
Fünf Jahre: - 45,3 Prozent

S&P-500 (USA)

Ein Jahr: + 11,4 Prozent
Drei Jahre: + 63,7 Prozent
Fünf Jahre: + 84,6 Prozent

TA-25 (Israel)

Ein Jahr: + 10,2 Prozent
Drei Jahre: + 35,0 Prozent
Fünf Jahre: + 27,9 Prozent

Für Unruhe sorgt in diesem Zusammenhang die Prüfung des EZB-Anleihekaufprogramms von 2012 durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH). In seinen Schlussanträgen, die am Morgen bekannt wurden, formulierte Generalanwalt Pedro Cruz Villalón Voraussetzungen, unter denen das Programm mit europäischem Recht vereinbar sei. So dürfe die EZB Anleihen nicht direkt von betroffenen Staaten, sondern nur auf dem sogenannten Sekundärmarkt ankaufen. Dort solle die Bank dann nicht unmittelbar kaufen dürfen und müsse gewisse Fristen verstreichen lassen, damit sich ein Marktpreis für die Staatsanleihen bilden kann.

Laut Cruz Villalón soll die EZB bei ihrer Geldpolitik „über ein weites Ermessen verfügen”. Gerichte sollten die Zentralbank nur „mit einem erheblichen Maß an Zurückhaltung” kontrollieren dürfen, da ihnen die Erfahrung auf diesem Gebiet fehlt. Der EuGH muss der Empfehlung des Generalanwalts nicht folgen, tut dies aber in den meisten Fällen. Unterdessen schickte diese Rückendeckung des Euro-Rertungsprogramms durch den EuGH-Generalanwalts die Gemeinschaftswährung auf Talfahrt. Der Eurofiel am Mittwoch auf ein frisches Neun-Jahres-Tief von 1,1726 Dollar.

Kommentare (18)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Mario Müller

14.01.2015, 08:53 Uhr

Der sinkende Ölpreis war also dafür verantwortlich, dass der Dow gestern im Minus schloss? Ähm, ja, ist klar!
Wenn man keine Ahnung hat, ist es natürlich einfach, den Ölpreis als Grund anzuführen. Und wenn es morgen hoch geht, ist es der tiefe Ölpreis, der wie ein Konjunkturpaket wirkt.

Herr Tom Bauer

14.01.2015, 09:02 Uhr

Argumente für den Aktienkauf sehe ich nicht durch Veranstaltungen wie Draghis Anleihekauf oder gute Alcoa Zahlen.
Ein Blick über den Tellerrand klär den Blick:
Wachstumsperlen erkennen wir an den durchschnittlichen Kurszuwächsen in verschieden langen Betrchtungszeiträumen:
z.B. wie entwickelte sich der Kurs in den letzten 5, 10 und 20 Jahren, ausgedrückt als jähricher Durchschnittswert:
GeneralMills: 9,8,8
Procter: 8,5,9
Nestle: 11,10,10
Sporlicher ist man mit Novo Nordisk oder Gilead , Starbucks, Whole Foods... unterwegs:
in der 5, 10 und 20 Jahresbetrachtung liegen die "irgendwo" zischen 10 und über 30 % DURCHSCHNITTLICHEM JÄHRLICHEN Zuwachs.

Wo eine Deutsche Bank, Co-Bank, Daimler, Allianz usw. stehen kann jeder selbst mal checken.

Augen auf bei der Aktienauswahl (nicht so sehr beim Kaufzeitpunkt)
Kosto rules!

Justus Becker

14.01.2015, 10:11 Uhr

Farmerchen

Ich empfehle weniger von dem Heu zu rauchen.

Wie sieht es denn mit dem Gewinnwachstum von Ihren Perlen wie Procter und Nestle aus? Stagniert.

Was wären die Gründe, die solch hohe KGVs (besonders das G) bei Starbucks, Novo Nordisk etc rechtfertigen?

Natürlich kommt es auf den Kaufzeitpunkt an!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×