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30.01.2017

17:44 Uhr

Börse Frankfurt

Dax verliert mehr als 130 Punkte

Die Anleger haben Mühe, sich auf den neuen US-Präsidenten einzustellen. Bei geringem Umsatz machen viele einfach Kasse. Übernahmespekulationen drückten die Titel der Allianz deutlich ins Minus.

Börse am Abend

Ende des Gipfelsturms – RWE und Deutsche Bank enttäuschen

Börse am Abend: Ende des Gipfelsturms – RWE und Deutsche Bank enttäuschen

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Frankfurt/Düsseldorf
Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag mit Unsicherheit auf die jüngsten politischen Schritte des neuen US-Präsidenten Donald Trump reagiert. Nach einem guten Lauf in der vergangenen Woche beendete der Leitindex Dax den Handel mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 11.681 Punkte - 132 Punkte tiefer als zum Handelsschluss am Freitag der vergangenen Woche.

Die Einwanderungspolitik Trumps, der ein vorübergehendes Einreiseverbot für Muslime aus bestimmten Ländern erließ, nähre Sorgen über mögliche zunehmende Spannungen auch mit Blick auf den internationalen Handel, sagte Analyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets. Zudem nimmt bei Ökonomen die Skepsis zu, ob die von Trump angekündigten Maßnahmen für mehr Wirtschaftswachstum in den USA wirklich den erhofften Schub bringen können. „Die Rekordjagd der Börsen scheint erst einmal Vergangenheit zu sein“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

So zeigten sich am Montag letztlich sämtliche Börsen schwächer. Der deutsche Index mittelgroßer Unternehmen, der MDax, sank zuletzt um 1,3 Prozent auf 22.595 Punkte. Der Technologie-Index TecDax gab um 0,7 Prozent auf 1.845 Punkte nach. In Asien und europaweit - etwa in Großbritannien und Frankreich - sah es kaum besser aus. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 beendete den Handel mit einem Minus von 1,3 Prozent.

Am Aktienmarkt drückten Übernahmespekulationen die Titel der Allianz um 1,7 Prozent ins Minus. Der Versicherer hat Insidern zufolge den australischen Versicherungskonzern QBE Insurance ins Visier genommen. Nach einem Bericht des „Handelsblatt“ hat Allianz-Chef Oliver Bäte QBE-Chef John Neal ein Angebot von 15 australischen Dollar je Aktie signalisiert - das wären rund 14 Milliarden Euro. Leisten könnten sich die Münchener den Zukauf: Analysten beziffern allein ihre Kriegskasse - ohne die Aktionäre um Geld bitten zu müssen - auf rund neun Milliarden Euro. An der Börse in Sydney verflog die Übernahmefantasie schnell wieder. Die QBE-Aktie, die zwischenzeitlich gut fünf Prozent zugelegt hatte, schloss mit 12,35 australischen Dollar nahezu unverändert.

Im Dax waren die Versorgerwerte besonders schwach. Titel von RWE verloren drei Prozent. Für den Konkurrenten Eon ging es nach einer Abstufung durch RBC auf Underperform 2,2 Prozent abwärts. Die Analysten sehen ein Kursziel von sieben Euro für den Konzern. Für Thyssen-Krupp ging es 3,5 Prozent abwärts. CEO Heinrich Hiesinger hatte Gespräche mit dem Wettbewerber Tata am Freitag als sinnvoll bezeichnet, sollte es Fortschritte geben. Vorzüge der Volkswagen AG verloren 2,9 Prozent, nachdem die Sportwagen-Tochter Porsche eine Rückrufaktion ankündigte. Die Wolfsburger sind 2016 zum weltgrößten Autobauer geworden und haben Toyota Motor Corp. von der Spitzenposition verdrängt.

Auf GFT Technologies im TecDax lastete der überraschende Chefwechsel, die Titel verloren 3,4 Prozent. Der Mitgründer und Hauptaktionär des Spezialisten für Finanz-IT, Ulrich Dietz, gibt seinen Chefposten nach 30 Jahren auf eigenen Wunsch an die bisherige Produktchefin Marika Lulay ab. „Dietz hat aus GFT eine Erfolgsstory gemacht“, sagte ein Aktienhändler. Anleger fragten sich nun, ob er Großaktionär des Softwarekonzerns bleibe.

An der Londoner Börse beflügelten Pläne zur Fusion des Indien-Geschäfts mit dem dortigen Konkurrenten Idea die Titel von Vodafone. Die Aktien des britischen Mobilfunkers stiegen um 1,6 Prozent. Idea schossen an der Börse in Indien sogar um knapp 30 Prozent in die Höhe - so viel wie noch nie. Mit dem Deal wollen sich die beiden Firmen für den Wettbewerb auf dem indischen Mobilfunk-Markt wappnen.

Aus Furcht vor kartellrechtlichen Stolpersteinen für die geplante Fusion trennten sich die Anleger in London von Tesco und Booker: Die Aktien des Einzel- und des Großhändlers fielen um jeweils etwa vier Prozent.

Kommentare (3)

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Frau Lana Ebsel

30.01.2017, 13:22 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Rudolf Riedl

30.01.2017, 14:14 Uhr

Es ist schon hanebüchen, welche Verknüpfungen hier zwischen einem Index und
der Politik der USA hier hergestellt werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Herr Tomas Maidan

30.01.2017, 18:50 Uhr

Sie finden es "hanebüchen" dass angekündigte Handelskriege die Aktienkurse beeinflussen?
Streben Sie ein Amt als wirtschaftspolitischer Sprecher bei der AfD oder ähnliches an?

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