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06.02.2017

17:51 Uhr

Börse Frankfurt

Dax verliert mehr als 140 Punkte

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag deutlich verloren und setzte damit seine Korrektur der Vorwoche weiter fort. Der Optimismus der ersten Wochen nach der US-Wahl scheint verflogen.

Börse am Abend

Kommen noch mehr Klagen auf VW zu?

Börse am Abend: Kommen noch mehr Klagen auf VW zu?

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FrankfurtDie Anleger am deutschen Aktienmarkt erlebten eine Fortsetzung der Korrektur der vergangenen Woche: Der Dax beendete den Handel mit einem Minus von 1,2 Prozent tiefer bei 11 509 Punkten, 141 Punkte unter den Schlussnotierung am vergangenen Freitag. Alle 30 Werte schlossen im Minus. Den höchsten Verlust musste die Commerzbank mit einem Minus von 2,9 Prozent hinnehmen. Der Euro Stoxx 50 verlor rund ein Prozent, MDax und TecDax verloren 1,2 sowie 1,3 Prozent.

Die besten Anlagen 2016

Zucker

Die Preise vieler Agrarrohstoffe sind 2016 deutlich gestiegen. Am deutlichsten stieg der Preis für Rohrzucker – auch wenn über die Hälfte der Performance seit dem Herbst wieder abgeschmolzen ist. Wer an den Terminbörsen zu Jahresbeginn 100.000 Euro in Zucker anlegte, hat jetzt 132.950 Euro auf dem Konto. Grund für den Anstieg sind Aussichten auf eine sinkende Produktion. Ähnlich ist es bei Kaffee, Baumwolle und Kakao. Ein höheres Angebot ließ dagegen die Preise für Mais und Weizen fallen.

Aktien Russland

Vom Absturz zu Beginn des Jahres erholten sich sowohl der Leitindex Micex als auch der Rubel deutlich. Hauptgründe dafür sind der steigende Ölpreis und nach der Trump-Wahl die Hoffnung auf ein besseres politisches Verhältnis zwischen den USA und Russland. Aus 100.000 in Russland angelegten Euro wurden so im vergangenen Jahr 152.950 Euro. Zum Vergleich: Aus 100.000 angelegten Euro wurden im amerikanischen Dow Jones - inklusive des Dollar-Anstiegs - „nur“ 116.140 Euro, im deutschen Dax waren es 106.780 Euro und im Euro Stoxx 50 der Standardwerte im Euro-Raum 100.770 Euro.

Öl

Der weitere Verfall des Ölpreises schockte die Anleger zu Jahresbeginn. Bis auf das Zwölfjahrestief von 27 Dollar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Bren bis zum Februar. Er erholte sich aber deutlich, in der Hoffnung darauf, dass die Ölstaaten die Fördermengen begrenzen. was sie Ende 2016 tatsächlich machten. Aus 100.000 in Öl-Terminkontrakte investierten Euro wurden bis am Jahresende 161.080 Euro.

Zink

Zink war 2016 der Rohstoff mit dem höchsten Preisanstieg. Im vergangenen Jahr stieg der Preis von Zink, das vielfach in der Industrie eingesetzt wird in Euro gerechnet um 62,84 Prozent.

Aktien Kasachstan

Das zentralasiatische Land ist der zweitgrößte Ölexporteur im postsowjetischen Raum und profitierte damit deutlich vom seit Mitte Februar wieder gestiegenen Ölpreis. Wer 100.000 Euro in den gerade mal neun Werte umfassenden Kase-Index investierte, machte einen Gewinn von 66,27 Prozent.

Aktien Peru

Die Aktie in Peru profitierte von der Wahl des neuen Präsidenten Pablo Kuczynski, der als liberal und wirtschaftsfreundlich gilt. Dazu sind im Leitindex Peru General S&P/BVL viele Minenwerte notiert – und die profitierten vom Anstieg der Minenpreise. Auch die Landeswertung Sol stieg. Das machte bei einer Investition von 100.000 Euro für hiesige Investoren einen Gewinn von 67.210 Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Börse allerdings ein Drittel verloren.

Aktien Brasilien

Vor allem das Amtsenthebungsverfahren gegen Staatschefin Dilma Rousseff trieb Brasiliens Aktienkurse und den Real nach oben, weil dadurch die Präsidentin abgelöst wurde, die das Land in die Rezession und den größten Korruptionsskandal aller Zeiten getrieben hatte. Dass inzwischen auch gegen die Regierung und Ihren Präsidenten Michel Temer Korruptionsvorwürfe bestehen, bremste die Hausse nicht – ebenso wenig wie die Tatsache, dass das Land immer noch in der Rezession feststeckt. Unter dem Strich machten Anleger, die Anfang vergangenen Jahres 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investierten einen Gewinn von 76.160 Euro. So viel gab es in keiner anderen Anlageklasse.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand: 30.12.2016

„Der Optimismus der ersten Wochen nach der US-Wahl scheint verflogen“, schrieben die Analysten des Brokerhauses Admiral Markets in einem Kommentar. Bislang sei völlig unklar, wie der neue US-Präsident Donald Trump sein Konjunkturprogramm und die geplanten Steuersenkungen finanzieren wolle. „Politik ist kein Business – einen Staat kann man nicht so führen wie ein Unternehmen, und Aktionismus ist kein Garant für Stabilität und Erfolg.“

„Wenn die Börsen eines nicht mögen, dann ist es Unsicherheit“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Und davon gibt es derzeit jede Menge. Die anstehende Wahl in Frankreich macht die Anleger nervös. Dazu bleibt die Politik von Donald Trump schwer vorherzusehen.“

Nicht einmal die insgesamt ermutigenden Firmenbilanzen gäben den Aktienbörsen derzeit Schub, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axitrader. „Es ist zu erwarten, dass dieser Trend anhalten wird. Gleichzeitig werden aber die protektionistischen Maßnahmen der neuen US-Regierung die Anleger auch in den kommenden Tagen weiter verunsichern.“ Nach zwei juristischen Schlappen im Streit um den Einreisestopp für Bürger bestimmter muslimischer Länder verschärfte Trump die Einreiskontrollen.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Im Dax verloren unter anderem Titel aus dem Automobilsektor. Volkswagen gaben rund 2,2 Prozent nach. Die Wolfsburger, die erst kürzlich Toyota als weltgrößten Autobauer abgelöst und eine Einigung mit US-Behörden hinsichtlich des Diesel-Skandals erreicht hatten, wurden erstmalig von einem Großkunden in Deutschland verklagt. Zulieferer Continental notierte ebenfalls 2,2 Prozent schwächer. Insgesamt 11,9 Millionen Euro Schadenersatz will der Fischverarbeiter Deutsche See erstreiten, bei dem nach eigenen Angaben etwa 500 Autos von den Abgasmanipulationen betroffen sind.

Deutsche Bank verloren 1,5 Prozent. Das größte deutsche Geldhaus plant Umstrukturierungen im Investmentbanking. Zu den Gewinnern im Dax zählte zeitweise Deutsche Lufthansa mit einem Plus von 0,3 Prozent und der Energieriese Eon mit 0,2 Prozent. Beide gaben aber zum Handelsende deutlich nach.

Im MDax stiegen die Titel von Salzgitter AG um zeitweise 1,2 Prozent, notierten aber zum Handelsende quasi unverändert. Der Stahlproduzent könnte für das Geschäftsjahr 2017 einen Vorsteuergewinn von mehr als 100 Millionen Euro erreichen, hatte die Börsen-Zeitung berichtet. Damit nahmen die Papiere Anlauf auf ihr in der vergangenen Woche erreichtes Mehrjahreshoch bei 38,45 Euro. Börsianer verwiesen auf ein Interview des Konzernchefs Heinz Jörg Fuhrmann in der „Börsen-Zeitung“ (Samstag), der darin mit Blick auf 2017 die vierte Steigerung des Konzernergebnisses in Folge für möglich hielt.

Ryanair warnte dagegen vor einem schwierigen Jahr mit anhaltendem Preisdruck. Dies drückte die Titel des Billig-Fliegers vier Prozent ins Minus. Zum Start der größten Kapitalerhöhung der italienischen Wirtschaftsgeschichte rutschten Unicredit ans Ende des Leitindex der Mailänder Börse. Das größte italienische Geldhaus benötigt 13 Milliarden Euro, um Abschreibungen auf faule Kredite auszugleichen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

06.02.2017, 10:59 Uhr

"Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter Mark Hoffmann"

Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
Danke

Baron v. Fink

06.02.2017, 19:33 Uhr

Steht der Dax auf einem Bein, ist die Dividende wohl zu klein. Ha Ha Ha

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