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05.04.2016

17:46 Uhr

Börse Frankfurt

Dax verliert mehr als 250 Punkte

An der Börse treiben Zinsspekulationen ihr Unwesen. Aussagen führender US-Notenbanker drücken den Dax ins Minus. Schwachen Konjunkturdaten belasten zusätzlich. Viele Anleger flüchten sich in Gold und Bundesanleihen.

Das sind die Hintergründe zum Dax-Absturz

Video: Das sind die Hintergründe zum Dax-Absturz

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FrankfurtSorgen um eine verfrühte Zinsanhebung in den USA schreckt die Anleger auf. Um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, verlassen sie ihre Positionen und schicken den Dax zum Handelsschluss 2,6 Prozent ins Minus auf 9563 Punkte. Damit schloss das deutsche Börsenbarometer auf den tiefsten Stand seit vier Wochen.

Für Belastung sorgen auch überraschend schwache Konjunkturdaten aus Deutschland. Die Auftragseingänge der Industrie gingen im Februar um 1,2 Prozent zurück. Grund hierfür seien offenbar die jüngsten Börsenturbulenzen und die schwächelnde Konjunktur in den Schwellenländern, urteilte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Die deutsche Industrie schnuppert noch lange keine Morgenluft.“

Komplettiert wird die negative Stimmung mit enttäuschten Erwartungen in Fernost. Dort hatten japanische Anleger auf konkrete Aussagen hinsichtlich einer lockeren Notenbankpolitik der Bank of Japan gehofft. Der Nikkei schloss deswegen 2,4 Prozent schwächer. In China sank der Hang Sang um 1,6 Prozent.

Ein führendes Mitglied der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat die Märkte indes auf zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr eingestimmt. „Was den Zeitablauf betrifft, könnte eine der beiden zur Mitte des Jahres und eine gegen Ende des Jahres kommen“, sagte der Chef der Fed-Filiale von Chicago, Charles Evans, am Dienstag auf einer Finanzkonferenz in Hongkong. Allerdings sei dieser Ablauf noch nicht sicher, fügte der Währungshüter hinzu. Bereits am Vortag hatte der Chef des Fed-Ablegers in Boston, Eric Rosengren, Investoren davor gewarnt, die Bereitschaft der Notenbank zu Zinserhöhungen in diesem Jahr zu unterschätzen.

Die Kursverluste beim Dax machten heute im Gegenzug Bundesanleihen beliebter. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen sank auf ein Ein-Jahres-Tief von 0,092 Prozent und lag damit nur 0,05 Prozentpunkte über dem Allzeittief vom April 2015. Auch Gold ist gefragt. Ein Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich am Dienstag bei 1233 Dollar um 1,6 Prozent.

Doch die Korrektur beim Dax muss nicht von Dauer sein. Darauf lässt auch die Entwicklung des Euros schließen. Denn eigentlich müssten die Aussagen der Fed-Mitglieder hinsichtlich der Zinsanhebungen in den USA die europäische Gemeinschaftswährung erheblich schwächen beziehungsweise den Dollar in die Höhe treiben. Doch genau das passiert nicht. Im Vergleich zum Greenback hat der Euro bei 1,13 Dollar lediglich 0,3 Prozent verloren.

Auch das Handelsblatt Dax-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern, sieht in den Verluste eine Momentaufnahme. Laut dem Sentiment-Experten Stephan Heibel, der diese Umfrage auswertet, sei es bald möglich, dass der Dax deutlich über die Marke von 10.000 Punkte zu steigt – deutlicher als in den Vorwochen.

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