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12.11.2013

17:51 Uhr

Börse Frankfurt

Dax verliert, was er gewonnen hat

Heute blieben die meisten Dax-Anleger in Deckung. Zwar wurde eine Reihe an Unternehmenszahlen veröffentlicht, doch vielmehr interessieren kommende Wirtschaftsdaten aus den USA. Die werden am Donnerstag erwartet.

Dem Dax bekommt die Höhenluft nicht - Infineon brechen ein

Video: Dem Dax bekommt die Höhenluft nicht - Infineon brechen ein

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FrankfurtAn den Börsen wird wieder gewartet und taktiert. Denn von Unternehmensseite werden kaum noch nennenswerte Zahlen erwartet und aus den USA kommen demnächst wieder relevante Wirtschaftsdaten. So verwundert es auch nicht, dass der Dax bei insgesamt niedrigen Umsätzen kaum vom Fleck kam. Am Ende verlor der Dax in etwa so viel, wie er gestern noch hinzugewonnen hatte. Er schloss bei einem Kurs von 9076 Punkten 0,3 Prozent im Minus.

In der zweiten Börsenliga fielen die Verluste höher aus. Der MDax gab 0,8 Prozent nach auf 16.063 Punkte. Der TecDax musste sogar ein Minus von 1,3 Prozent auf 1126 Punkte hinnehmen. Schwache Evotec- und Nordex-Aktien setzten dem Technologieindex stark zu.

Am Donnerstag könnte sich das Blatt an den Aktienmärkten wenden. Dann werden in den USA die wöchentlichen Arbeitslosenzahlen veröffentlicht. Angesichts der gestiegenen Arbeitslosenquote auf 7,3 Prozent ist mit einer hohen Erwerbslosenzahl zu rechnen. Eine nach oben abweichende Zahl wiederrum käme den Börsen zugute, da sie einmal mehr Spekulationen über eine Verschiebung des sogenannten „Tapering“ der Federal Reserve auslösen würden.

Folgen der Leitzinssenkung

Wie funktioniert der Leitzins?

Der Leitzins bestimmt die Konditionen, zu denen sich Kreditinstitute Geld bei der EZB leihen können. Außerdem richten sich die Banken auch bei ihren Geldgeschäften untereinander nach den Entscheidungen der EZB.

Was, wenn der Leitzins sinkt?

Sinkt der Leitzins, fallen in der Regel auch die Interbankzinssätze. Die niedrigeren Zinsen am Geldmarkt können die Banken an ihre Kunden weiterreichen. Sparzinsen - wie für Tages- oder Festgeld - liegen dabei oft unterhalb des Leitzinssatzes, Kreditzinsen eher darüber. Mit dieser Spanne zwischen Geldmarktzins und den Zinssätzen, die Banken Verbrauchern gewähren oder von diesen kassieren, verdienen die Institute ihr Geld.

Was bedeutet die Leitzinssenkung für Sparer?

Die erneute Leitzinssenkung deutet nach Angaben von Marcus Preu vom Finanzportal Biallo darauf hin, dass die Niedrigzinsphase länger anhält als erwartet. Eine schnelle Trendwende sei damit unwahrscheinlich. „Da schauen die Anleger jetzt erstmal in die Röhre“, sagt Preu. Andererseits profitierten die Verbraucher derzeit von der niedrigen Inflationsrate. Die Verbraucherpreise in Deutschland waren im Oktober im Vergleich zum Vorjahr nur um 1,2 Prozent gestiegen.

Was sollten Verbraucher mit ihrem Ersparten tun?

Nach den Worten von Max Herbst von der FMH Finanzberatung ist es derzeit„"ziemlich egal, ob ich mein Geld zur Bank trage oder zuhause lasse. Einige Sparkassen böten schon jetzt einen Zinssatz von 0,1 Prozent für Tagesgeldkonten. Die Finanzinstitute seien wegen des billigen Geldes derzeit nicht auf das Geld von Privatleuten angewiesen und müssten sie nicht mit attraktiven Sparzinsen locken. „Die Banken brauchen den Anlagekunden momentan nicht“, stellt Herbst fest.

Was bringen langfristige Anlagen?

Verbraucher, die nicht unbedingt auf ihre Rücklagen zurückgreifen müssen, sollten ihr Geld den Experten zufolge längerfristig anlegen, um sich auskömmliche Zinsen zu sichern. Bei zweijähriger Laufzeit gibt es laut Herbst derzeit maximal 1,9 Prozent Zinsen, bei drei Jahren Laufzeit 2,15 Prozent. Bei vierjähriger Laufzeit gebe es 2,30 oder 2,40 Prozent, „aber da wird die Luft schon dünn“, sagt Herbst mit Blick auf die Auswahl attraktiver Festgeldangebote.

Werden Baukredite billiger?

Auch wenn der Leitzins nicht unbedingt der Referenzzins für Baukredite ist, können Bauherren nach den Worten von Preu derzeit "in Ruhe planen". Der zwischenzeitige Zinsanstieg beim Baugeld sei inzwischen wieder gestoppt. Laut Michiel Goris vom Immobilienfinanzierer Interhyp sind die Zinsen für Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung in den vergangenen Tagen zum Teil auf rund 2,5 Prozent gesunken. Er empfehle Immobilienkäufern und Bauherren daher, die derzeit günstigen Zinsen zu nutzen und sie sich langfristig zu sichern.

Was wird aus der Restschuld?

Käufer mit viel Eigenkapital bekämen derzeit einen Immobilienkredit mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent, erklärte Goris. Darlehen mit fünfjähriger Zinsbindung seien sogar für rund 1,7 Prozent erhältlich. Derart kurzfristige Finanzierungen kämen aber nur für Anschlussfinanzierungen mit geringer Restschuld in Frage.

An der Frankfurter Börse rückten heute die Aktie von Infineon in den Fokus. Obwohl der Chip-Konzern bei Umsatz und Gewinn Anstiege verzeichnete, konnte er seine Anleger nicht überzeugen. Die Aktien verloren rund 5,6 Prozent. Infineon sagt für das laufende erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2013/14 Umsätze zwischen 960 Millionen und einer Milliarde Euro voraus. Das wäre weniger als die 1,053 Milliarden Euro im Vorquartal. „Sie haben deutlich niedrigere Einnahmen für das laufende Quartal in Aussicht gestellt als der Markt erwartet“, sagte ein Händler.

Die Deutsche Post konnte sich am Dienstag lange Zeit im Plus behaupten. Doch kurz vor Handelsschluss sorgten die vermehrten Gewinnmitnahmen dann für ein leichtes Minus. Am Ende verabschiedete sich die Post-Aktie mit einem Minus von 0,1 Prozent aus dem Handel. Der Konzern konnte im vergangenen Quartal zwar mehr verdienen, die Umsätze hingegen sanken.

Postchef im Interview

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Zuwächse in den Boom-Regionen der Welt schoben die Papiere von Henkel 1,3 Prozent ins Plus. Die Steigerungen fielen so stark aus, dass Konzernchef Kasper Rorsted das Jahresziel der EBIT-Marge für 2013 von 14,5 auf 15 Prozent anhob.

Die Spitze im Dax belegten Fresenius und Continental, die 1,4 beziehungsweise 1,5 Prozent zulegen konnten. Beide Werte profitierten von Kaufempfehlungen.

Der Preisverfall im wichtigen Kautschukgeschäft und der starke Euro ließen den Chemiekonzern Lanxess deutlich ins Minus rutschen. Die Aktien verloren am Dienstag rund 4,7 Prozent. Zwar ziehe der Absatz inzwischen wieder an, erklärte Konzernchef Axel Heitmann. „Dennoch ist es aus unserer Sicht immer noch zu früh von einer grundsätzlichen Erholung der Geschäfte zu sprechen.“

Kommentare (27)

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Programmierer

12.11.2013, 09:32 Uhr

Und wieder hat keiner meiner oft genannten Aussagen gestimmt.

- Nach Xetraschluss (ausserbörslich) günstigste Kurse, war gestern wieder falsch,beste Kurse von 09:00 bis 16:00 Uhr

- VOR Handelsstart immer täglich Höchst oder Tiefstkurs,
wieder falsch,heute beide NACH Handelsstart

Aber ihr wisst ja,das Casino mit dem Cybergeld ist weiterhin geöffnet, solange die Notenbanken so weitermachen.

Programmierer

12.11.2013, 10:45 Uhr

Ich handel logischerweise wieder alles UP
Am Nachmittag sind wir wieder fett im plus und die meistgehandelsten
Derivate wie immer Puts

Boersenfluesterer

12.11.2013, 11:18 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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