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23.06.2014

17:39 Uhr

Börse Frankfurt

Dax verpatzt den Start in die Woche

Die 10.000-Punkte-Marke ist für den Dax zum Wochenstart wieder in Ferne gerückt. Enttäuschende Konjunkturdaten belasten den Leitindex. Im Fokus: Die Aktien von Siemens nach der geplatzten Alstom-Übernahme.

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FrankfurtSie hatten gehofft, dass der Dax zum Wochenstart wieder über die 10.000-Punkte-Marke springen würde – doch Anleger wurden herb enttäuscht. Der deutsche Leitindex schloss am Montag mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 9921 Zähler. Der MDax fiel um 0,8 Prozent auf 16.847 Punkte, der TecDax um 0,7 Prozent auf 1322 Zähler.

Die Händler nannten vor allem enttäuschende Konjunkturdaten aus Frankreich als Grund für den Kursrutsch. Der französische Einkaufsmanager-Index für die Industrie ging im Juni auf 47,8 (Prognose: 49,5) Punkte von 49,6 Zählern im Vormonat zurück. Das Stimmungsbarometer für die Dienstleistungsbranche fiel auf 48,2 (49,4) Stellen von 49,1 Punkten.

Damit lagen beide Werte erneut unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Frankreich gerate im europäischen Vergleich immer stärker ins Hintertreffen, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. „Anzeichen für eine gefestigte Konjunkturerholung gibt es bislang nicht.“

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

Die deutschen Einkaufsmanager-Indizes blieben mit 52,4 und 54,8 Zählern zwar ebenfalls hinter den Markterwartungen zurück. Wachstumssorgen seien hier aber nicht angebracht, betonte Wortberg. Schließlich hielten sich die Werte auf hohem Niveau. 

Bei den Unternehmen stand Siemens nach der geplatzten Alstom-Übernahme im Fokus. Der Verwaltungsrat von Alstom hatte am Wochenende nach wochenlangem Bieterkampf die General Electric (GE) zum Kauf des Alstom-Energiegeschäfts einstimmig angenommen. Die Papiere des Münchener Technologie-Konzerns Siemens gaben 1,7 Prozent nach.

Nach der Niederlage Übernahmekampf hofft Siemens wenigstens bei einem Verkauf von Teilbereichen des französischen Industriekonzerns zum Zuge zu kommen. Experten rechnen fest damit, dass vor allem die europäischen Wettbewerbshüter dem neuen Eigner GE Auflagen machen werden.

Kommentare (45)

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23.06.2014, 08:21 Uhr

Ich habs auch erkannt.
Daher habe ich letzte Woche eine nicht unerhebliche Position Südzucker aufgebaut.
Wenn es daneben geht, sch**ss drauf. Als Beamter kann ich
es verschmerzen.

Account gelöscht!

23.06.2014, 08:42 Uhr

Am Wochenende auf der Startseite in der Welt. Euphorie in den Massenmedien.

http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article129290711/Superzyklus-koennte-Dax-auf-30-000-Punkte-treiben.html

Account gelöscht!

23.06.2014, 08:44 Uhr

Die Erholung ist zunächst einmal technisch bedingt. Denn die Kasse hatte alleine in der CA am Freitag über 15 Punkte abgegeben (letzter Kurs 17:29:59 war 10002,37). Der Verfall auf die Einzelaktien hatte dann zum Drop unter 10000 in der Schlussauktion geführt.


Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope.


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