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30.12.2015

14:25 Uhr

Börse Frankfurt

Dax verpatzt den versöhnlichen Jahresausklang

Wer auf weiter steigende Kurse gehofft hatte, wird am letzten Handelstag des Jahres enttäuscht. Der deutsche Leitindex notiert im Minus. Der Handel beginnt erst wieder am nächsten Montag.

Dax fährt 2015 fast 10 Prozent Gewinn ein

Video: Dax fährt 2015 fast 10 Prozent Gewinn ein

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Düsseldorf/FrankfurtAm letzten Handelstag des Jahres verabschiedet sich der Dax mit Verlusten. Der Leitindex Dax notiert zum vorgezogenen Börsenschluss am Mittwochmittag 1,1 Prozent niedriger bei 10.743 Punkten. Trotz des etwas mauen letzten Handelstages des Jahres kann sich die Bilanz aber sehen lassen: 27 neue Höchststände hat der deutsche Leitindex in diesem Jahr markiert, wie der Börseninformationsdienst Bloomberg gezählt hat. Allerdings waren auch die Schwankungen extrem. Dennoch ist der Jahresausklang im Großen und Ganzen versöhnlich.

Ein neuer Rekord ist zwar nicht mehr drin und von seinem Allzeithoch bis gut 12.400 Punkten ist der Dax ein ganzes Stück zurückgekommen, aber ein zweistelliges Plus sollte 2015 schon drin sein. Seit Anfang Januar kommt der Dax auf ein Plus von rund zehn Prozent und steuert damit auf den vierten Jahresgewinn in Folge zu. Das ist die längste Serie seit einem knappen Jahrzehnt.

Gestützt wurden die Kurse wieder einmal vom Billiggeld der Zentralbanken, das seit Jahren die Aktienmärkte antreibt. Mitte des Jahres hatten jedoch Konjunktursorgen deutliche Spuren hinterlassen. Kopfschmerzen bereiteten den Anlegern unter anderem der Kursrutsch an den chinesischen Börsen und der anhaltende Ölpreisverfall.

Am Mittwoch entwickelten sich die Aktien der in diesem Jahr arg gebeutelten Versorger in unterschiedliche Richtungen. Während die Papiere von Eon nach einem leichten Minus auf Vortagsniveau schlossen, stiegen die Anteilsscheine von RWE um 0,77 Prozent. Beide Konzerne haben mit den Folgen der Energiewende sowie mit Sorgen um die Finanzierung der Atom-Altlasten zu kämpfen.

Die schwärzesten Tage des Dax: 1989-2001

Was zeichnet einen Crash aus?

Eindeutige Kriterien für einen Crash gibt es nicht - außer Panik, hohe Umsätze und hohe Verluste. Beim bislang größten Börsenkrach der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987, als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index an der Wall Street um 23 Prozent einbrechen ließ, gab es den Dax noch nicht. Er wurde erst am 1. Juli 1988 erstmals berechnet. Die höchsten Verluste des Dax seither:

16. Oktober 1989

Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten bei einem Unternehmensverkauf einen Ausverkauf auslösten.

19. August 1991

Ein später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow drückt den Dax um gut neun Prozent ins Minus.

28. Oktober 1997

Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf um bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

1. Oktober 1998

Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001

Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.


Auf Jahressicht haben RWE-Aktien inzwischen mehr als die Hälfte an Wert eingebüßt, bei Eon beträgt das Minus derzeit rund 38 Prozent. Damit sind sie die größten Verlierer im Dax.

Die Nase vorn im Leitindex haben auf Jahressicht aktuell die Aktien von Adidas mit einem Plus von rund 57 Prozent. Der Sportwarenhersteller blickt wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Vor allem bei der Kernmarke läuft es rund.

Die Papiere von Infineon und Fresenius liefern sich mit Jahresgewinnen von jeweils gut 50 Prozent ein Wettrennen um den zweiten Platz im Dax. Bei dem Chipkonzern sorgten ein positiver Ausblick auf 2016 sowie der Zukauf des US-Konzerns International Rectifier für gute Laune, während der Medizinkonzern vor allem von einem starken Infusionsgeschäft der Tochter Kabi profitiert.

Nach unten ging es auch für den MDax der mittelgroßen Werte, er verlor 0,79 Prozent auf 20.774,62 Zähler. Das Technologiewerte-Barometer TecDax verlor 0,68 Prozent auf 1830,74 Punkte.



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