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06.05.2013

17:39 Uhr

Börse Frankfurt

Dax vertagt seine Rekordjagd

Höhenangst bei den Investoren? Kurz vor dem neuen Höchststand machte der Leitindex kehrt. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, sagen Börsianer. Wieder andere warnen bereits vor neuem „Crash-Potenzial“.

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FrankfurtDem deutschen Leitindex fehlten nur wenige Punkte zu einem neuen Allzeithoch. Doch die Anleger trauten sich nicht genug aus der Deckung. Der Leitindex beendete den Handel 0,13 Prozent schwächer bei 8.112 Punkten. Das Tageshoch lag jedoch bei 8.148 Punkten, nur knapp drei Punkte vom neuen Rekord entfernt.

Doch dem Dax fehlten am Montag schlichtweg die Impulse. Am Freitag hatte der Leitindex mit 8122,29 Punkten bereits auf dem höchsten Stand in seiner Geschichte geschlossen – beflügelt durch einen guten US-Arbeitsmarktbericht. Im Handelsverlauf hatte er jedoch am 13. Juli 2007 tagsüber das Rekordhoch von 8151,57 Punkten erreicht.

Der MDax dagegen schaffte dagegen einen neuen Höchststand. Der Nebenwerte-Index stieg auf 13.710 Punkte, den höchsten Stand aller Zeiten.

Aktien stillen den Renditehunger

Die anhaltende Geldschwemme der Notenbanken dränge immer mehr Investoren in Aktien, weil andere Anlageklassen wie etwa Anleihen kaum noch etwas abwürfen, sagten Börsianer. Die US-Notenbank Fed und die Bank von Japan (BoJ) pumpen mit ihren Anleihe-Käufen monatlich etliche Milliarden frischen Geldes in die Finanzmärkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstag den Leitzins auf rekordniedrige 0,5 Prozent gesenkt.

Die Währungshüter sorgten zudem für einigen Diskussionsstoff. EZB-Ratsmitglied Benoit Coeure unterstrich am Montag die Aussagen seines Chefs Mario Draghi aus der Vorwoche, dass die europäischen Zinsen noch weiter zurückgehen könnten. Die Coeure-Kollegen Ewald Nowotny, Erkki Liikanen und Yves Mersch hatten die Draghi-Äußerungen am Freitag noch relativiert. Doch Zinssenkungsfantasien kamen bei den Anlegern noch nicht auf.

Die Realwirtschaft hinkt hinterher

Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz warnte vor den Risiken der aktuellen Kursrally. Bei einem Sprung auf ein neues Dax-Rekordhoch sei zwar kurzfristig ein Anstieg auf 8300 oder 8400 Punkte möglich. Aber: „Wir bauen Crash-Potenzial für den Herbst auf. Die Realwirtschaft hält mit den Kapitalmärkten nicht mit.“

Auch Markus Wallner, Aktienstratege bei der Commerzbank, ist skeptisch, dass sich die Euphorie an den Märkten halten kann: „Spätestens zur Jahresmitte muss von konjunktureller Seite nachgeliefert und der Aufschwung an den Märkten mit guten Unternehmensdaten unterfüttert werden - andernfalls drohen Rückschläge.“

Etwas gedrückt wurde die Stimmung der Investoren vom europäischen Einkaufsmanager-Index für den Dienstleistungssektor. Das Konjunkturbarometer fiel zwar etwas besser aus als erwartet, blieb aber den 15. Monat in Folge unter der Wachstumsmarke von 50 Punkten.

Insgesamt blieben die Umsätze an den europäischen Aktienmärkten allerdings dünn. Grund war die Abwesenheit vieler angelsächsischer Investoren, da die Londoner Börse geschlossen blieb - die Briten holen den Maifeiertag am Montag nach.

Kommentare (24)

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Strunz

06.05.2013, 07:30 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Strunz

06.05.2013, 08:23 Uhr

Erster sachlicher Kommentar.

puenktli

06.05.2013, 08:34 Uhr

Wie heisst es doch in Major Tom? Völlig losgelöst, von der Erde... Toll, wenn alle Papierfans jubeln. Nur: die Realität auf der Strasse, in den Läden, bei den Bankkonten, den Lebensversicherungen, den Renten und bei den Löhnen sehen für die breite Masse doch etwas anders aus. Habe ich da irgendwas verpasst?

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