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29.01.2013

18:10 Uhr

Börse Frankfurt

Dax vor Zinsentscheid der Fed mit Gewinnen

Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch haben sich die Anleger kaum aus der Deckung gewagt. Der Dax konnte dennoch leichte Gewinne verbuchen. In der zweiten Reihe zogen Software-Titel den TecDax nach unten.

Warten auf die Fed: Handelssaal der Frankfurter Börse. Reuters

Warten auf die Fed: Handelssaal der Frankfurter Börse.

FrankfurtDie Anleger haben am Dienstag an der Frankfurter Börse zurückhaltend agiert. Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch wagten sich die Akteure kaum aus der Deckung. Bei Börsenschluss notierte der Dax dennoch 0,2 Prozent fester bei 7.848 Punkten, nachdem er am Mittag bis auf 7.800 Punkte abgesackt war. Nach einem kurzzeitigen Fünfjahreshoch von 7.871 Zählern war das deutsche Börsenbarometer am Montag mit einem Verlust von 0,32 Prozent und 7.833 Punkten aus dem Handel gegangen.

Der MDax verlor bis zum Abend 0,5 Prozent auf 12.694 Punkte. Der TecDax gab 1,5 Prozent auf 875 Zähler nach.

„Es sieht so aus, als ob die Investoren eine kurze Pause einlegen und auf weitere Impulse warten“, schreibt Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler, in einem Kommentar. In Erwartung einer Stabilisierung der Weltkonjunktur war der Dax zuletzt von einem Fünf-Jahres-Hoch zum nächsten geeilt. Auch der Euro hat mit Kursen um die 1,3450 Dollar seit Tagen Oberwasser.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Die entscheidende Frage sei nun, ob die gute Stimmung auch nach der Fed-Sitzung am Mittwoch anhält, sagten Börsianer. Die US-Notenbank will sich am Mittwoch dazu äußern, wie sie die konjunkturelle Lage der weltgrößten Volkswirtschaft einschätzt.

Die Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass die Fed vorerst an ihrem Kurs festhält: Die Warnschwellen für Inflation und Arbeitslosenquote seien noch weit entfernt, so dass die US-Notenbank keinen Anlass sehen dürfte, etwas an der expansiven Ausrichtung ihrer Geldpolitik zu ändern, schrieben sie in einer Kurzstudie.

Einige Investoren fürchten allerdings, dass die US-Notenbank ihre lockere Geldpolitik angesichts der jüngsten Erholungstendenzen in der US-Wirtschaft bald einschränkt. Derartige Spekulationen erhielten am Nachmittag allerdings einen Dämpfer, weil das US-Verbrauchervertrauen im Januar unerwartet stark zurückging. Analysten erklärten den Rutsch mit höheren Abgaben, die seit Januar greifen. Die Geldschwemme der Zentralbanken weltweit gilt als entscheidender Treiber für die Aktienmärkte.

Analysten erhoffen sich Hinweise darauf, ob die Notenbank angesichts zuletzt recht zuversichtlich stimmender Daten ihre Hilfen zurückfahren und absehbar weniger Anleihen aufkaufen wird. Derartige Spekulationen erhielten am Nachmittag allerdings einen Dämpfer, weil das US-Verbrauchervertrauen im Januar unerwartet stark zurückging. Analysten erklärten den Rutsch mit höheren Abgaben, die seit Januar greifen.

Strategisch gesehen gebe es nach der jüngsten Rally keinen allzu großen Druck, Aktien nachzukaufen, sagte Aktienstratege Ian Williams vom britischen Finanzdienstleister Peel Hunt. Technisch sei der Markt überkauft. Aber aus Sicht der Bewertung komme man an Aktien nicht vorbei. Während europäische Dividendentitel derzeit im Schnitt vier Prozent Rendite abwerfen, sind es bei den als sicher geltenden Anleihen um die zwei Prozent. Die runde Marke von 8000 Punkten bleibt gleichwohl im Fokus der Anleger.

Kommentare (14)

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Gier_frisst_Hirn

29.01.2013, 07:38 Uhr

Die Stimmung an den Aktienmärkten wird immer besser. „Aktien in Rally-Laune“, „Dax auf Rekordkurs“ oder ähnliches titeln die Banken in ihren Newslettern und bewerben fleißig ihre Produkte. Die Laune steigt, nicht nur bei den Banken.
Wer da noch kauft ist selbst schuld, die Rallye läuft seit
6850 nicht seit 7800!, es ist viel zu spät für ein lukratives Chance-Risiko Verhältnis. 15% Korrektur wären sehr moderat.

Hirn_frisst_Gier

29.01.2013, 08:03 Uhr

Eigentlich seit 5.000 DAX 2011

Kurz

29.01.2013, 08:52 Uhr

Seit wann sind Anstiege oder Korrekturen an der Börse moderat?

Einmal rennen die Lemminge in die eine Richtung, beim nächsten Mal in die andere.

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