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06.07.2015

07:50 Uhr

Börse Frankfurt

Dax vorbörslich über 200 Punkte im Minus

Die Griechen haben mit „Nein“ gestimmt, und die Märkte wird dies wohl durchrütteln. Experten erwarten allerdings eher ein reinigendes Gewitter, keinen Weltuntergang. Nicht nur Aktien, auch der Euro-Kurs steht im Fokus.

Börsen-Ausblick

„Nein“ der Griechen zieht Börsen nach unten

Börsen-Ausblick: „Nein“ der Griechen zieht Börsen nach unten

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DüsseldorfAuch in Deutschland bestimmt das Votum der Griechen zur künftigen Haushaltspolitik am Montag die Entwicklung an den Finanzmärkten. In einem Referendum hatte sich am Sonntag die Mehrheit der Griechen entschieden, ein Stabilisierungsprogramm der internationalen Gläubiger des Landes nicht zu akzeptieren. Das könnte dazu führen, dass Griechenland den Euro als Währung verliert – auch wenn sich europäische Politiker in der Zeit dagegen ausgesprochen haben.

Am Sonntagabend hatte der Dax im innoffiziellen außerbörslichen Handel seine Verluste ausgeweitet, als erste Umfrageergebnisse zum Griechenland-Referendum die Runde machten. Bei Lang & Schwarz notierte der Leitindex etwa zwei Prozent im Minus bei um die 10.900 Punkte. Am Montagmorgen pendelte der Dax vorbörslich dagegen deutlich tiefer, bei etwa 10.800 Punkten. Am Freitag hatte der Index noch über der Marke von 11.000 Punkten gelegen. Der Rückschlag wäre damit weniger deutlich als nach Ankündigung des Referendums am Wochenende zuvor – am Montag vergangene Woche hatte der Dax mit Abschlägen von zwischenzeitlich über vier Prozent reagiert.

Die Börse in Tokio verzeichnete am Montag Verluste. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verlor bis zur Handelsmitte rund 1,6 Prozent.

Der Euro ist zum Wochenstart erwartungsgemäß unter Druck geraten. Die Verluste hielten sich allerdings in Grenzen. Der Euro kostete zuletzt 1,1025 US-Dollar und damit etwas weniger als am Freitagabend in New York. In den ersten Minuten des Handels nach dem Referendum in Griechenland war der Kurs noch bis auf 1,0970 US-Dollar gefallen, konnte sich aber in der Folge wieder etwas von den Verlusten erholen.

Das verlieren die Euro-Länder, wenn Griechenland pleitegeht

Deutschland

88,7 Milliarden Euro

Frankreich

67,9 Milliarden Euro

Italien

59,2 Milliarden Euro

Spanien

40,5 Milliarden Euro

Niederlande

19,3 Milliarden Euro

Belgien

11,9 Milliarden Euro

Österreich

9,4 Milliarden Euro

Finnland

6 Milliarden Euro

Portugal

4,5 Milliarden Euro

Slowakei

2,9 Milliarden Euro

Irland

2,7 Milliarden Euro

Slowenien

1,6 Milliarden Euro

Quellen

IWF, EU-Kommission, EFSF, ESM, EZB, Bank of Greece, Berechnungen des ifo Instituts.

Äußerungen von Währungsexperten hatten erwarten lassen, dass ein „Nein“-Votum den Euro-Kurs deutlich drücken würde. Bei den Aktien rücken vor allem Finanztitel in den Vordergrund. Auch wenn die meisten Banken das direkte Geschäft mit Griechenland zurückgefahren haben und schon gar keine griechischen Staatsanleihen besitzen, besteht immer noch die Sorge vor einer möglichen Ansteckung über die Grenzen Griechenlands hinweg.

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Das griechische „Nein“ löst eine Woche der Krisensitzungen aus. Stimmen rund um den Globus appellieren an die Regierung in Athen. In Deutschland sprechen sich Unionspolitiker entschieden gegen weitere Verhandlungen aus.

Die Europäische Zentralbank wird am Montag tagen, um über die Finanzhilfen für griechische Geldhäuser zu entscheiden. Ohne eine Erhöhung der ELA-Hilfskredite für die griechischen Banken droht ihnen nach Aussagen des eigenen Verbandes, am Montagabend das Geld auszugehen.

Es hatten Gerüchte die Runde gemacht, dass dann auch auf Ersparnisse von Griechen zur Finanzierung zugegriffen werden könnte. Das dementierte nicht nur der bisherige griechische Finanzminister Yannis Varoufakis scharf – er kündigte am Montag seinen Rücktritt an – auch die Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA wies entsprechende Berichte zurück.

Kommentare (1)

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Herr Pino Giorgio Grigio

06.07.2015, 07:43 Uhr

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