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12.12.2013

18:02 Uhr

Börse Frankfurt

Dax weiter auf Talfahrt

Der Dax setzt am Donnerstag seine Verlustserie fort. Zeitweise rutschte der Leitindex sogar unter 9000 Punkte. Für Verunsicherung sorgten neue Spekulationen um ein baldiges Ende der ultralockeren US-Geldpolitik.

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FrankfurtDer Dax hat auch am Donnerstag Verluste eingefahren. Zeitweise fiel er bis auf 8984 Zähler. Bei Handelsschluss notierte der Leitindex 0,66 Prozent schwächer bei 9017 Punkten. Am Mittwoch war der Leitindex noch deutlich höher aus dem Handel gegangen, verbuchte aber dennoch ein Minus von 0,4 Prozent auf 9077 Zähler. Der MDax verlor 0,75 Prozent auf 15.901 Punkte, der TecDax gab 1,35 Prozent auf 1115 Zähler nach.

Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses steht die Einigung im US-Haushaltsstreit, der die Börsianer um die Konjunkturhilfen der US-Notenbank Fed bangen lässt. Angesichts der Spekulationen auf eine baldige Drosselung der US-Geldspritzen droht die Jahresend-Rally an den europäischen Aktienmärkten ins Wasser zu fallen. „Die Anleger scheinen zum Jahresende lieber ihre Gewinne mitzunehmen, als weiter zuzukaufen“, sagte ein Börsianer. „Es ist derzeit einfach zu viel Unsicherheit im Markt.“

Zwar schätzten US-Händler es am Mittwoch als positiv ein, dass mit der Übereinkunft eine US-Haushaltsblockade wohl nicht länger als Drohszenario im Raum steht. Doch schwerer wog letztlich die Annahme, dass die US-Notenbank geneigt sein könnte, ihre Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft nun eher früher als später einzudämmen – vielleicht schon in der kommenden Woche. Auch in Japan kam am Donnerstag keine Kauflaune auf: Der Nikkei-Index verlor 1,1 Prozent. Der Shanghai-Composite in China notierte kaum verändert.

Gewinner im Dax waren die beiden Freseniuskonzerne, deren Aktien zwischen 0,38 und 0,24 Prozent zulegten. Am unteren Ende stehen die Papiere der Commerzbank mit einem Abschlag von 2,53 Prozent. Ähnlich hoch waren die Verluste bei K+S (-2,3 Prozent) und Infineon (-2,26 Prozent).

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Im MDax waren die Titel von Metro mit einem Plus von 2,35 Prozent bester Wert. Sowohl durchwachsene Bilanzzahlen, als auch das Ausbleiben einer Dividende haben die Anleger des Düsseldorfer Konzerns am Donnerstag kalt gelassen. Die Aktien des Handelsriesen legten in der Spitze um mehr als fünf Prozent auf 35,96 Euro zu. „Die Anleger blicken bereits auf das nächste Jahr“, sagte ein Händler. Die erwartete wirtschaftliche Erholung der Euro-Zone sollte auch den Konsum ankurbeln und davon dürften Werte wie Metro profitieren. Metro konnte zwar den operativen Gewinn im Geschäftsjahr 2013 steigern, doch das Schwergewicht unter den Einzelhändlern bleibt weiterhin tief in den roten Zahlen.

Der Kunststoffteile-Hersteller Balda hat seinen Umsatz dank zweier Zukäufe in den USA verbessert. Im Geschäftsjahr zu Ende Juni hätten die Erlöse bei fast 60 Millionen Euro gelegen, teilte das Unternehmen mit Sitz in Bad Oeynhausen am Mittwochabend mit. Im Rumpfgeschäftsjahr 2012, das allerdings nur aus sechs Monaten bestand, waren es 11,7 Millionen Euro gewesen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg 2012/13 auf 4,1 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum war noch ein Fehlbetrag angefallen. Am Donnerstag legt die Aktie rund 17 Prozent zu und stand damit an der Spitze des SDax.

Kommentare (26)

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Kartenhaus

12.12.2013, 07:47 Uhr

Interessant, dass es scheinbar nur auf das billige Geld ankommt. Wenn die USA den Hahn zudreht, dann fällt das Kartenhaus in sich zusammen. Wahrscheinlich sind die Aktien genau so überbewertet wie einst das Gold.

otto15

12.12.2013, 08:40 Uhr

Ich bin schon etwas angefressen. Da hatten nahezu alle Experten im HB ihre Meinung in Richtung weiter steigender Kurse kundgetan und nun taucht erab unter 9.ooo und sicher bald bei 8.500.
[...]

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Kostolany

12.12.2013, 09:11 Uhr

Alle wissen, daß Tapering kommt,
wie wäre es mit folgendem Szenario,
getreu dem Motto a fait accompli:

Nach Bekanntgabe durch die FED explodieren die Kurse,
weil die Volkswirtschaften vor dem Aufschwug stehen.

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