Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.12.2012

18:12 Uhr

Börse Frankfurt

Dax weiter im Vorwärtsgang

Beflügelt von der Hoffnung auf eine baldige Lösung im US-Haushaltsstreit setzt der Dax am Dienstag seine Jahresendrally eindrucksvoll fort. Neben den Bankenwerten war vor allem die Aktie von Air Berlin gefragt.

Die Dax-Rally macht eine kleine Pause. Doch die Bullen dürften schon bald wieder zum Zuge kommen. dapd

Die Dax-Rally macht eine kleine Pause. Doch die Bullen dürften schon bald wieder zum Zuge kommen.

FrankfurtDie Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch im US-Haushaltsstreit hat den Dax am Dienstag zeitweise bis auf 7667 Punkte und damit erneut auf ein Fünf-Jahreshoch getrieben. Bei Börsenschluss notierte der Leitindex bei 7653 Zählern, was einem Plus von 0,64 Prozent entspricht. Auf Jahressicht legte der Dax mittlerweile rund 30 Prozent zu. Nachdem er am Morgen zeitweise auf ein Allzeithoch geklettert war, befand sich der MDax am Abend 0,5 Prozent im Plus bei 12.008 Zählern. der TecDax gewann 0,8 Prozent auf 833 Stellen.

„Endlich ist bei den Politikern so etwas wie eine Annäherung zu sehen, das schürt natürlich Spekulationen auf eine Einigung in letzter Minute“, sagte ein Händler. Kreisen zufolge ist Präsident Barack Obama den Republikanern mit einem Kompromissvorschlag entgegengekommen. Beide Parteien müssen bis Jahresende einen Kompromiss finden, sonst treten automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar in Kraft. Dies könnte die USA laut Experten in eine Rezession stürzen.

So beeinflussen die US-Etatverhandlungen die Börsen

Szenario I: Einigung

Demokraten und Republikaner verständigen sich auf einen Haushalt, der einen Mix aus Steuererhöhungen für Wohlhabende und Ausgabenkürzungen beinhaltet.

"Die Wahrscheinlichkeit einer Einigung liegt bei 50 Prozent, denn wir befinden uns nicht mehr im Wahlkampf", sagt Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. "Dollar und die Aktienmärkte werden von einer Einigung profitieren." Wegen der starken Exportorientierung der deutschen Wirtschaft könne beim Dax mit einem überdurchschnittlichen Plus gerechnet werden.

Gertrud Traud, Chef-Volkswirtin der Helaba, betont dagegen, eine große Erleichterungsrally sei nicht zu erwarten. Schließlich werde allseits mit einer Einigung gerechnet. Auch Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz äußert sich skeptisch. Angesichts der kräftigen Kursgewinne in den vergangenen Wochen sei das Enttäuschungspotenzial gewachsen.

Szenario II: Hängepartie

US-Präsident und Parlament einigen sich auf einen Minimal-Kompromiss, der vor allem die Anhebung der Schuldenobergrenze vorsieht. Damit verschaffen sie sich Luft für weitergehende Verhandlungen.

Dieses Ergebnis und eine umfassende Einigung machten für Anleger keinen großen Unterschied, sagt Otmar Lang, Chef-Anlagestratege der Targobank. "Dass es bei den Verhandlungen Reibungsverluste gibt, ist klar. Man wird zu einer Lösung kommen, die den USA nicht schadet. Und was den USA nicht schadet, schadet auch den Märkten nicht."

Szenario III: Keine Einigung

Die US-Politik kann sich nicht auf einen neuen Haushalt einigen. Steuererleichterungen laufen aus und die automatischen Ausgabenkürzungen greifen. Das Land stürzt über die "Fiskalklippe" in eine Rezession.

Dies würde die chinesische Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen und damit auch eine Gefahr für das weltweite Wachstum, warnt Analyst Ruland. "Der Dollar wird voraussichtlich nicht allzu tief fallen, denn schließlich hat die Euro-Zone ebenfalls Probleme. Denkbar wäre eine Aufwertung des chinesischen Yuan."

Lang & Schwarz-Experte Amato malt ein weniger schwarzes Bild. "Wir haben einige Fallschirme im Gepäck." Die Notenbanken - allen voran die Federal Reserve Bank der USA - würden mit frischen Geldspritzen sicher alles daran setzen, einen Absturz der Weltwirtschaft zu verhindern.

Hoffnung auf ein Ende des US-Haushaltsstreits hatten bereits den New Yorker Börsen am Montag und Dienstag Auftrieb verliehen. Die Anleger ermutigte, dass die oppositionellen Republikaner US-Präsident Barack Obama am Wochenende konkrete Pläne für eine Erhöhung der Spitzensteuer vorlegten. „Die Wette ist gerade, dass bis Ende dieser Woche etwas dabei herauskommt“, sagte Analyst Alan Lancz.

Dax-Gewinner war am Dienstag die Commerzbank-Aktie mit einem Plus von 3,7 Prozent. Auch die Titel der Deutschen Bank konnten zulegen und schlossen 2,2 Prozent besser. Einem Händler zufolge gab es keine unternehmens- oder branchenspezifischen Nachrichten, aber auch das begünstige nach dem jüngsten Strom von negativen Impulsen bereits eine Erholung. Zudem profitiere der Sektor von der weiter steigenden Risikofreude der Anleger. Ebenfalls Gewinne verbuchten die Papiere von Infineon (+2,7 Prozent) und Lufthansa (+2,6 Prozent).

Vorsicht bei Jahresendrally

Video: Vorsicht bei Jahresendrally

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Mit einem Plus von knapp 0,4 Prozent rangierte auch die Allianz-Aktie in der Gewinnzone. Wegen Korruption in Indonesien muss der deutsche Versicherungskonzern in den USA eine Millionenstrafe zahlen. Die US-Börsenaufsicht SEC teilte am Montag mit, dass sich die Allianz zu einer Zahlung von 12,3 Millionen Dollar (9,4 Millionen Euro) bereit erklärt habe. Im Gegenzug werde das Verfahren eingestellt.

Die SEC hatte bei Ermittlungen aufgedeckt, dass der indonesische Ableger der Allianz von 2001 bis 2008 mehr als 650.000 Dollar an Regierungsvertreter gezahlt habe, um fast 300 öffentliche Versicherungsaufträge zu gewinnen. Durch die Bestechung habe der in München ansässige Konzern einen Profit von mehr als 5,3 Millionen Dollar gemacht.

Kommentare (55)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Hamburger_Marktschreier

18.12.2012, 08:32 Uhr

Auch heute gilt wieder kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaaaaaaaaaaaaaaaaaaufen, es geht immer weiter bergauf es gibt seit Draghi keine fallenden Kurse mehr.

Logisch

18.12.2012, 08:48 Uhr

DAX YTD mehr als 23%+
DOW YTD knapp 6%+

Hmmmmmmmmm.

Die amerikanische Wirtschaft verbessert sich (bestenfalls) schleichend, wogegen das deutsche BIP (lt. Prognosen) allmählich runtergeht.
Zumindest war das BIP drüben heuer größer als hierzulande.

Aha.

Und warum ist der DAX dann 4x (!!!) so stark gewachsen?

Krank???

Neee. Megakrank !!!


P.S. Liebes HB, Gier ist eine Krankheit und ihr macht Euch geradezu lächerlich dies hier wieder zu löschen bzw. zu zensieren. Wahrheit tut weh.

Account gelöscht!

18.12.2012, 08:52 Uhr

Und wie war der Performance-Vergleich 2011??? Dummschwätzer. Erst denken, und dann posten!!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×