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29.12.2015

18:08 Uhr

Börse Frankfurt

Dax wieder deutlich über 10.800 Punkten

Nun legt der Dax doch noch einen kleinen Jahresendspurt hin. Der sich stabilisierende Ölpreis und ein schwacher Euro versetzten Anleger in Kauflaune. Zu den Gewinnern im Dax 30 gehörten Ströer und die Deutsche Börse.

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FrankfurtKurz vor Jahresschluss haben die Optimisten am deutschen Aktienmarkt das Zepter in die Hand genommen. Der Dax baute nach einem freundlichen Start seine Tagesgewinne aus und zog bis zum Abend um 1,9 Prozent auf 10.860,14 Punkte an. Damit erreichte der Leitindex den höchsten Stand seit Anfang des Monats.

Auch der MDax legte zu: um 1,7 Prozent auf 20.939,94 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 1,7 Prozent auf 1844,45 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,5 Prozent auf 3.305,97 Punkte.

Die bestimmenden Faktoren der vergangenen Tage, nämlich Euro-Kurs und Ölpreis, beeinflussten den Dax auch am Dienstag maßgeblich. So büßte der Euro an Wert zum Dollar ein und notierte einen halben US-Cent schwächer bei 1,0908 Dollar.

Dies habe für Rückwind gesorgt, sagten Händler. Exporte in Länder außerhalb der Eurozone werden dadurch erleichtert. Zudem gerieten Konjunktursorgen in den Hintergrund, nachdem die Ölpreise nach den deutlichen Verlusten vom Vortag wieder gestiegen waren.

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„Die europäischen Börsen sind diejenigen, in denen man investiert sein sollte“, sagte Naeem Aslam, Chef-Analyst des Brokerhauses Avatrade. Schließlich pumpe die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin monatlich 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte. Damit wollen die Währungshüter die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abwenden.

Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets, warnte allerdings davor, angesichts der dünnen Umsätze die aktuelle Entwicklung überzubewerten. „Echte Bewegungen kommen erst im nächsten Jahr wieder zustande, wenn die meisten Händler aus dem Urlaub zurückkehren.“ Ein anderer Börsianer sagte, das aktuelle Geschäft werde von Bilanzkosmetik bestimmt. Beim sogenannten „Window Dressing“ legen sich Fonds diejenigen Werte in ihre Depots, die in den vergangenen Monaten besonders stark gelaufen sind, um damit bei ihren Kunden eine gute Figur machen zu können.

In den großen deutschen Indizes und dem EuroStoxx50 waren daher Aktien gefragt, die seit Jahresbeginn zwei- bis dreistellige prozentuale Kurszuwächse verbucht haben. Am Dienstag legte die Deutsche Börse um 3,5 Prozent zu, der Werbeflächen-Vermarkter Ströer gewann 4,2 Prozent, die Aktie des Laborausrüsters Sartorius schloss 2,6 Prozent höher. Inditex, zu der die Bekleidungskette Zara gehört, rückten in Madrid um 2,4 Prozent vor.

Für positive Stimmung an den Aktienmärkten sorgte Börsianern zufolge zudem die Stabilisierung der Ölpreise. Die Aussicht auf kältere Temperaturen in Europa und den USA und damit einen anziehenden Heizöl-Bedarf verteuerte die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee und das US-Sorte WTI um jeweils mehr als zwei Prozent auf 37,45 und 37,62 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Vortag waren die Kurse der beiden Terminkontrakte um mehr als drei Prozent eingebrochen.Wegen eines weltweiten Überangebots sind die Preise für den Rohstoff seit Mitte 2014 um etwa zwei Drittel zurückgegangen. Kurz vor Weihnachten fiel Brent auf ein Elfeinhalb-Jahres-Tief von 35,98 Dollar.

Die Schwärzesten Tage des Dax: 2008-2015

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

8. August 2011

Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

24. August 2015

Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China drückt den Dax erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke 10.000 Punkten. Der Leitindex fällt um bis zu 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.

Zu den Profiteuren der Entspannung am Ölmarkt gehörten US-Ölkonzerne wie Exxon oder Chevron. Deren Aktien verteuerten sich um bis zu 2,5 Prozent. Die US-Indizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen jeweils etwa ein Prozent.

Wegen der Kursgewinne an den Aktienbörsen zogen einige Anleger Geld aus Anleihen ab. Dies drückte der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Titeln basiert, 106 Ticks ins Minus auf 157,83 Punkte. Sein US-Pendant, der T-Bond-Future, verlor 1-16/32 auf 154-4/32 Zähler. (Reporter: Hakan Ersen, unter Mitarbeit von Daniela Pegna, redigiert von Till Weber.

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