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29.05.2014

17:40 Uhr

Börse Frankfurt

Dax zögert vor magischer Grenze

Anlegerstreik am Feiertag: Lustlos bis trostlos präsentierte sich der deutsche Aktienmarkt heute. Die 10.000 Punkte bleiben aber in Reichweite. An einem Durchbruch am morgigen Handelstag zweifeln Experten allerdings.

Keine Vatertagssause an der Börse

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FrankfurtNach seiner jüngsten Rekordjagd hat der Dax an Christi Himmelfahrt eine Verschnaufpause eingelegt. Der Leitindex ging am Ende komplett unverändert bei 9939 Punkten aus dem Handel. Am Vortag hatte der Dax sich noch zeitweise auf ein neues Rekordhoch von 9957 Zählern geschleppt. Doch am Ende fehlte die Kraft.

„Dass der Dax ausgerechnet an diesen umsatzarmen Tagen wie heute oder morgen die Hürde nimmt, halte ich für unwahrscheinlich", sagte ein Händler. Zudem fehle es an neuen Impulsen. Haupttriebfeder der Kursgewinne der letzten Tage war die Aussicht auf eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik. Der Euro Stoxx 50 gab 0,2 Prozent nach.

Für einen kleinen Dämpfer sorgten am Donnerstag zudem überraschend schwache Wirtschaftsdaten aus den USA. Das US-Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis März mit minus 1,0 Prozent stärker als mit 0,5 Prozent von Analysten prognostiziert. Anders als in Europa wird in der weltgrößten Volkswirtschaft derzeit die Geldflut etwas gedrosselt.

Die Notenbanker der Europäischen Zentralbank (EZB) werden dagegen nicht müde werden, ihre Handlungsbereitschaft im Kampf gegen die Deflation zu beteuern. Damit haben sie die Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik noch angeheizt. So setzen viele Anleger darauf, dass die Notenbanker auf ihrer Ratssitzung in einer Woche den Leitzins senken und zusätzliche Geldspritzen für das Finanzsystem ankündigen.

Auch am Rentenmarkt hielten die Anleger am Donnerstag nach der Rally vom Vortag inne. Der Bund-Future notierte kaum verändert. Der Euro holte leicht auf und lag wieder über 1,36 Dollar.

Geht die Börsenrally weiter?

Wie reagieren die Börsen auf den Wahlausgang in Europa?

Die Anleger scheinen recht unbeeindruckt von den Wahlerfolgen der Eurokritiker. „Das ist sicherlich ein Schock für Europa“, sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. „Für das Europäische Parlament als gesamtes gilt aber: Die etablierten Parteien verfügen über mehr als zwei Drittel der Sitze. Der pro-europäische Kurs in Straßburg ist also nicht gefährdet.“ Der Eurokurs stieg am Tag nach der Wahl, an wichtigen europäischen Börsen ging es aufwärts, der Dax erreichte am Montag zwischenzeitlich ein Rekordhoch. Kornelius Barczynski vom Brokerhaus GKFX hält es sogar für möglich, dass der deutsche Leitindex noch in dieser Woche über die 10 000-Punkte-Marke springt.

Was bedeutet das Wahlergebnis für den Fortgang der Euro-Schuldenkrise?

Zunächst ändert die neue Zusammensetzung des EU-Parlaments nicht viel am Brüsseler Krisenkurs. Akuten Handlungsbedarf gibt es derzeit ohnehin nicht. Die Sorgenkinder Spanien, Irland und Portugal haben den Euro-Rettungsschirm bereits verlassen. Sie und andere potenzielle Krisenländer kommen am Kapitalmarkt längst zu deutlich günstigeren Konditionen an frisches Geld, als in der Hochzeit der Krise. Griechenland ist zumindest symbolisch an die Finanzmärkte zurückgekehrt. Selbst wenn Athen weitere Hilfe benötigen würde, läge die Entscheidung darüber bei den Mitgliedsstaaten und nicht beim EU-Parlament.

Können Eurokritiker die bisherige Politik woanders stören?

Interessant dürfte es werden, wie die französische Regierung auf den Erfolg der rechten Front National reagiert. Präsident François Hollande wird sich überlegen müssen, wie er enttäuschte Wähler zurückgewinnt. Ließe er sich von den Rechten in Eurofragen zu Untätigkeit verleiten, könnte das auf absehbare Zeit die gesamte EU lähmen. Denn Frankreich hat seit geraumer Zeit selbst Probleme mit seiner Staatsverschuldung - und leidet zugleich unter einer ausgeprägten Konjunkturschwäche.

Haben die Wähler in den Eurokrisenländern der EU einen Denkzettel verpasst?

In Griechenland ist es bei der Europawahl eindeutig so gekommen: Die EU-kritische, radikallinke Syriza wurde stärkste Kraft. Europafeindlich ist Syriza allerdings nicht: Sie kritisieren zwar scharf die internationalen Sparvorgaben, wollen aber zum Beispiel nicht mehrheitlich aus der Eurozone austreten. Im ebenfalls wirtschaftlich nicht gerade florierenden Italien entschieden die Wähler anders: In der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, holte die Partei des als reformfreudig und proeuropäisch geltenden Premierministers Matteo Renzi mehr als 40 Prozent der Stimmen. Der italienische Aktienindex legte daraufhin kräftig zu, italienische Staatsanleihen waren bei Anlegern gefragt.

In der Ukraine gewann der Petro Poroschenko die Präsidentenwahl deutlich. Sind die Börsen erleichtert?

Ja, das eindeutige Votum hat für Entspannung an den Märkten gesorgt. Zum Beispiel gab der Ölpreis merklich nach, was Händler vor allem als Folge der Entspannung zwischen Kiew und Moskau werteten. Die Ukraine ist ein wichtiges Transitland für Energielieferungen in den Westen. Deshalb reagiert der Ölmarkt stark auf die Entwicklung im Ukraine-Konflikt. Der relativ klare Ausgang der Präsidentschaftswahl in dem Land dürfte die Stimmung stützen, sagte Jan Bottermann, Chefvolkswirt bei der National-Bank.

Was treibt die Märkte im Moment am meisten?

Entscheidender Treibstoff für die Aktienkurse sind weiterhin Spekulationen über weitere geldpolitische Lockerungen der EZB. In der kommenden Woche könnte Zentralbankchef Mario Draghi eine weitere Senkung der Leitzinsen verkünden. Andeutungen in diese Richtung macht Draghi bereits seit Tagen. Damit würde noch mehr billiges Geld in Umlauf kommen. Die EZB fürchtet, dass die extrem niedrige Inflation in eine gefährliche Deflation umschlägt - weil Investoren und Konsumenten in Erwartung weiter sinkender Preise weniger kaufen und investieren. Das könnte die - in weiten Teilen Europas ohnehin lahmende - Wirtschaft weiter schwächen. Für Anleger bedeuten niedrigere Zinsen vor allem steigende Aktienkurse. Den denn wenn Staatsanleihen, Sparbuch und Festgeld fast nichts mehr abwerfen, sind Aktien stärker gefragt.

Vor allem die sinkenden Umsätze sorgen für Stirnrunzeln. Zwar liegt der Dax derzeit nur noch knapp unter 10.000 Zählern. Doch fürchten viele Börsianer, dass der Kursanstieg übertrieben sein könnte. Für das geringe Handelsvolumen ist aber auch der Feiertagskalender weltweit verantwortlich: Nach den Börsen in New York und London am Montag blieben am Donnerstag die Handelssäle in Zürich und Wien geschlossen und an den übrigen europäischen Börsenplätzen nutzten viele Investoren den Feiertag für einen Kurzurlaub.


Kommentare (6)

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29.05.2014, 10:39 Uhr

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/jagd-nach-boersengewinnen-ezb-warnt-vor-finanzmarkt-crash-12962706.html

"Die Suche der Investoren nach Rendite könnte die „Möglichkeit eines scharfen und ungeordneten Abbaus der jüngsten Kapitalflüsse“ auslösen, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Notenbank."

Die zuletzt in vielen Ländern erreichten Höchststände der Börsenindizes alarmierten die Währungshüter. So steht beispielsweise am deutschen Aktienmarkt der Dax nur noch knapp unter der 10.000er-Marke. Experten sprachen zudem von größeren Spekulationsblasen an den Anleihemärkten.

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29.05.2014, 10:50 Uhr

Ein japanisches Sprichwort besagt:

"Nur die Idioten tanzen mit und haben Spass, aber die grösseren Idioten schauen nur zu und ärgern sich."

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29.05.2014, 10:53 Uhr

Der 5. Juni wird ein Feiertag & großes Fest. Und Feste soll man ja feiern, wie sie fallen.

In diesem Sinne...enjoy the party!

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