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07.01.2014

17:39 Uhr

Börse Frankfurt

Deflationsängste treiben den Dax an

So niedrig wie derzeit waren die Zinsen in der Euro-Zone noch nie – und das könnte noch lange so bleiben. Denn die Inflation ist extrem gering. An den Börsen hofft man nun weiter auf eine billige Liquiditätsversorgung.

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FrankfurtIm Euro-Raum geht weiterhin die Angst über eine ausbrechende Deflation um. Was volkswirtschaftlich ein Desaster wäre, lässt kurzfristig orientierte Investoren bei Aktien zugreifen. Sie setzen auf eine Fortsetzung des billigen Liquiditätszuflusses durch die Europäische Zentralbank, die sich am Donnerstag bezüglich ihrer weiteren Geldpolitik äußern wird. Beobachter gehen zwar nicht davon aus, dass der derzeit schon äußerst niedrige Leitzins in Höhe von 0,25 Prozent wieder gesenkt wird. Doch an den Märkten breitet sich eine gewisse Gelassenheit aus. Denn eine Anhebung der Zinsen kann mittelfristig mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.

Dieser aufkeimende Optimismus ließ sich heute am Dax gut ablesen. Schwach gestartet arbeitete sich der Leitindex kontinuierlich nach oben. In der Spitz erreichte er ein Plus von einem Prozent. Am Ende ging er mit einem Aufschlag von 0,8 Prozent auf 9506 Punkte aus dem Handel.

In der zweiten Reihe machte sich die gute Stimmung zumindest beim TecDax bemerkbar. Dieser beendete den Handelstag rund ein Prozent fester auf 1195 Zähler. Lediglich der MDax hinkte mit einem mageren Plus von 0,1 Prozent auf 16.590 Punkte etwas hinterher.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

Laut dem Statistikamt Eurostat beläuft sich die Inflation in der Euro-Zone bei gerade einmal 0,8 Prozent. Von stabilen Preisen geht man in der Regel eigentlich bei einer Inflation in Höhe von zwei Prozent aus. Für Aktienstratege Ishaq Siddiqi vom Broker ETX Capital kehren dadurch Deflationssorgen in die Kapitalmärkte zurück. Das verstärke den Druck auf die Währungshüter, ihre Zinsen weiter zu senken oder sogar negative Zinsen wieder intensiver ins Gespräch zu bringen. Zudem sind die Konjunkturdaten aus Deutschland mit steigenden Einzelhandelsumsätzen und einem Rückgang der Arbeitslosenquote laut Siddiqi gut ausgefallen.

Der geringe Preisdruck eröffnet der EZB die Möglichkeit, die Geldpolitik weiter zu lockern. „Wir erwarten, dass die Notenbank weitere Maßnahmen ergreifen wird, um die Kreditvergabe anzukurbeln“, sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Weil. Die Banken der Euro-Zone hatten ihre Darlehen an Unternehmen zuletzt so kräftig zurückgefahren wie noch nie, was Investitionen und damit die Konjunkturerholung gefährdet. In der EZB wird deshalb darüber diskutiert, den Banken einen Strafzins aufzubrummen, wenn sie Geld von der EZB horten anstatt es als Kredite an Unternehmen weiterzureichen.

Klarheit über die weitere Geldpolitik dürfte es am Donnerstag geben. Dann nämlich findet die erste EZB-Ratssitzung im neuen Jahr statt. „In den letzten Wochen waren vonseiten der EZB-Vertreter keine Signale gegeben worden, die auf eine weitere Reduzierung des Zinsniveaus und/oder einen negativen Einlagenzins in diesem Monat hindeuten“, prognostiziert Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

Für Entspannung an der Frankfurter Börsen sorgten heute außerdem die besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten. Dem milden Winter sei Dank überraschte die Bundesagentur für Arbeit mit einem saisonbedingten Anstieg der Erwerbslosenzahlen im Dezember von nur 67.000. Experten hatten mit einem Anstieg um 90.000 gerechnet. Saisonbereinigt sanken die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr sogar um 15.000.

Volkswirte werten diese Zahlen als positives Signal für das künftige Konsumverhalten der Deutschen. In hohem Maße könnte davon der Einzelhandel und das deutsche Bruttoinlandsprodukt profitieren.

Kommentare (39)

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Herr_Dax

07.01.2014, 10:28 Uhr

Auch heute wieder wie gestern, weder VOR noch NACH Handelsstart beste Kurse. Auch die MuRü kein 9 Uhr UP,heute hätte man BASF haben müssen,das war die bessere Wette.
Auch gestern wieder keine Schnäppchen NACH Xetraschluss,aber vielleicht heute,irgendwann stimmt jede Behauptung.

alexfiftyfour

07.01.2014, 10:46 Uhr

Warum wollen jetzt noch Leute kaufen?
Da kommt eine Korrektur.
Die sieht aus wie eine Korrektur,die riecht wie eine Korrektur,die knallt wie eine Korrektur.
Da hält man seinen Mund und macht einfach mit. Aber...nein, es gibt immer noch Leute die kaufen.
Ist mit total unverständlich.

Game_Over

07.01.2014, 11:19 Uhr

Die Baisse nährt die Baisse.
Im Schnitt verlieren wir jetzt 100 - 150 Punkte pro Tag.
Die 8000 ist also durchaus realistisch bis Weihnachten.Es gibt keine (Stützungs)Käufe mehr und jeder weiss,dass die FED morgen das Tapering verkünden muss.

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