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18.09.2012

18:05 Uhr

Börse Frankfurt

Der Dax geht erneut mit einem Minus aus dem Tag

Der deutsche Leitindex verliert den zweiten Tag in Folge und setzt damit seinen Konsolidierungskurs fort. Der ZEW-Konjunkturindex überzeugte zwar mit positiven Zahlen, verhalf dem Dax aber auch nicht auf die Sprünge.

Börse Frankfurt am Abend

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DüsseldorfNach den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Wochen haben Aktienanleger in Europa Kasse gemacht. Das Marktbarometer näherte sich zeitweise sogar der Marke von 7.300 Punkten. Am Dienstag haben Dax und EuroStoxx50 jedoch jeweils 0,8 Prozent auf 7.348 beziehungsweise 2.562 Punkte verloren.

"Irgendwann muss der Markt auch einmal durchatmen", sagte ein Börsianer. "Es ist ja nicht so, dass wir mit positiven Konjunkturdaten zugeschüttet werden." Die US-Börsen tendierten zum Handelsschluss in Europa uneinheitlich. Der am Vormittag veröffentlichte ZEW-Index der Konjunkturerwartungen, der die Stimmung der Börsenprofis widerspiegelt, fiel mit minus 18,2 Punkten zwar etwas besser aus als gedacht (Prognose: minus 19,0 Zähler). Bei der Einschätzung der aktuellen Lage waren die Befragten aber pessimistischer. Das Stimmungsbarometer lag bei plus 12,6 (Prognose: plus 17,7) Punkten.

"Wenn man sich die Reaktion der Finanzmärkte auf die angekündigten Maßnahmen der EZB anschaut, hätte man etwas mehr erwarten können", kommentierte HSBC-Trinkaus-Volkswirt Rainer Sartoris die Lage-Erwartung. Offenbar zweifelten einige Börsianer daran, dass die geplanten EZB-Käufe von Anleihen kriselnder Euro-Staaten bald griffen. Seit Bekanntgabe der Details zu diesem Kaufprogramm hat der Dax rund 500 Punkte zugelegt.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:35 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Auch der Devisenmarkt gab nach. Gestern setzte der Euro noch seinen Höhenflug der vergangenen Wochen ungezügelt fort. Als bekannt wurde, dass der viel beachtete Empire-State-Konjunkturindex weitaus schlechter als erwartet ausgefallen war, zog die Gemeinschaftswährung auf rund 1,31 Dollar an. Das war der höchste Stand seit Anfang Mai. Allein in diesem Monat hat sie damit rund sieben Cent an Wert gewonnen. Börsianer führten dies weniger auf das gestiegene Vertrauen in die Euro-Zone als auf die deutlich gesunkene Angst vor deren Zusammenbruch zurück. Der Euro fiel im Laufe des Tages wieder unter die Marke von 1,31 Dollar.

Auch die Preise für Rohöl und Industriemetalle gingen heute erneut zurück. Ein Barrel der US-Ölsorte WTI kostete zwischenzeitlich mit 96,30 Dollar 0,3 Prozent weniger als am Montag. Brent-Öl verbilligte sich in der Spitze um 0,7 Prozent auf 113,01 Dollar. Beim Rohöl lastete zudem die erneute Diskussion um ein Anzapfen der strategischen US-Ölreserven auf den Preisen, sagten Börsianer.

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Zu den Verlierern des Tages zählten vor allem die Bankaktien. Die Titel machten es dem deutschen Leitindex gleich und gaben kräftig nach. Commerzbank-Anteilsscheine verloren in der Spitze gut 4,8 Prozent, die der Deutschen Bank sogar 4,9 Prozent. Die Papiere der Commerzbank konnten einen Teil ihres Verlustes wieder gutmachen und schlossen bei 3,4 Prozent im Minus. Die Titel der Deutschen Bank schlossen dagegen auf dem Tiefststand.

Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Titel von Merck. Die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns rutschten angesichts eines Rückschlages für sein Krebsmittel Erbitux ab und wurden zum Tagesende ein Prozent günstiger gehandelt. Das Unternehmen hatte seinen EU-Zulassungsantrag zur Behandlung der Lungenkrebsart NSCLC mit Erbitux zurückgezogen. Der Rückzieher von Merck sei angesichts der niedrigen Erwartungen an eine Zulassung von Erbitux für diese Krebs-Indikation sicher nur eine kleine Enttäuschung, schrieb Analystin Claudia Lakatos von Silvia Quandt Research in einem Kommentar. Einige Anleger nähmen diese Nachricht aber sicher zum Anlass, um Gewinne mitzunehmen. Merck haben in den vergangenen drei Monaten knapp 25 Prozent zugelegt und gehören damit zu den Favoriten im Dax.

Kommentare (41)

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18.09.2012, 07:28 Uhr

Chartgespräch
: „Die Argumente der Pessimisten sind tot“
Wenn man solche Überschriften im Handelsblatt liest bzw. viele Analysten sind z. Zt. dieser Meinung, sagt dies mehr als 1000 Worte!

Account gelöscht!

18.09.2012, 08:14 Uhr

@ Sodener
Du hast anscheinend den Dammbruch, die Zäsur, den Epochenwechsel (oder wie man es nenen mag) nicht mitbekommen.

Ja, die Argumente der Pessimisten sind rechtswidrig zulasten der Sparer in zynischer Weise unter Mitwirkung des BVG, des Bundestags und fast aller Parteien getötet worden. Zulasten Deutscher Bürger. Aber sie sind tot. So was von tot!

Eine neuen Währung, von der mansche schreiben, wird es nicht geben. Staaten müssten total bescheuert sein, nun, nachdem alles (rechtswidrig) auf dem Weg ist, die Reißleine zu ziehen. Offenbar halten Gerichte wender den Bundestag auf seiner Geisterfahrt, noch die EZB auf ihrem Staatsfinanzierungstripp auf. Alle Dämme sind gebrochen.
Und weil der dämliche Deutsche Sparer und Steuerzahler das nicht mal begriffen hat (er misstraut dem Euro, aber er vertraut dem eigentlichen Problem Merkel - ein Paradoxon) gibt es keinerlei Anzeichen zum Stoppen der Geisterfahrt (Fortsetzung folgt)

Account gelöscht!

18.09.2012, 08:20 Uhr

Fortsetzung:
Und weil die Lawwine rollt, werden sich Staaten - auch Deutschland - mittels Inflationierung sukkzessive aber nachhaltig entschulden. Der Prozess läuft doich schon: Risikoloser Zins nach Setuern 0,5 % (oder ein par Cent mehr) bei Inflationsrate von derzeit 2,6 %.
Das wird sich verstärken. Preise werden laufen; viele laufen bereits (Energie, Steuern + Abgaben, Immobilien, usw.
Der Prozess wird über etlicche Jahre gehen. Wie er sich etwickeln wird, ist nicht vollends absehbar. Aber kurz- und mittelfristig wird es den auch von mir vor ca. einem Jahr noch erwarteten kräftigen Rücksetzer nicht geben. Noch nicht. Rücksetzer bis 6.500 sind möglich; ich glaaube aber allenfalls an Rücksetzer bis in der Größenordnung von 6.900. Das aber ist keine "Korrktur", wegen der man heute in Pessimismus gehen sollte.

Trading geht immer kurzfristig unabhängig von der Richtung. Als Investor sehe ich keinen Grund zu Ängsten. Am ganz langen Ende werden Aktien am relativ wenigsten verlieren ....

Man könte noch einigens dazu schreiben, passt aber nicht in voller Breite ind Forum.

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