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11.04.2017

18:10 Uhr

Börse Frankfurt

Der Dax ist in Lauerstellung

Der deutsche Leitindex kann auch am zweiten Handelstag der verkürzten Handelswoche vor Ostern nicht überzeugen. Bundesanleihen und Gold sind bei den Anlegern gefragt.

Börse Frankfurt

Kurssprung: Lufthansa erneut Spitzenreiter im Dax

Börse Frankfurt: Kurssprung: Lufthansa erneut Spitzenreiter im Dax

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Frankfurt Am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger am Dienstag vor Ostern weiter Vorsicht walten lassen. Der deutsche Leitindex Dax schloss 0,50 Prozent tiefer bei 12.139 Punkten, wobei laut Händlern der etwas anziehende Euro sowie die Verluste an der Wall Street am Nachmittag für zusätzlichen Druck gesorgt hatten.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax hatte am Vormittag noch bei 24.280 Punkten so hoch wie nie zuvor gestanden. Zum Handelsende notierte er 0,04 Prozent schwächer bei 24.187 Punkten.

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Neben den amerikanisch-russischen Spannungen drückt die Entwicklung in Nordkorea auf die Stimmung. US-Präsident Donald Trump machte deutlich, dass er im Notfall auch ohne chinesische Unterstützung gegen das abgeschottete Land vorgehen will. Die Führung in Pjöngjang drohte ihrerseits mit einem Atomangriff auf die USA, sollte es Anzeichen für einen amerikanischen Erstschlag geben. Auch Russland warnte die USA vor einem Eingreifen und beschrieb die bilateralen Beziehungen als so schwierig wie nie seit dem Ende des Kalten Krieges. US-Präsident Donald Trump twitterte: „Nordkorea sucht Ärger.“

Spitzenreiter im MDax waren die Anteilsscheine von K+S mit einem Gewinn von zwischenzeitlich gut drei Prozent. Börsianer verwiesen auf einen Medienbericht, demzufolge die Kali-Vermarktungsgesellschaft Canpotex in China bei den Verhandlungen über den neuen Jahresvertrag auf deutliche Preiserhöhungen dränge. Dies habe die Hoffnung auf eine Kalipreiserholung geweckt.

Im Dax hoben erneut Lufthansa mit einem Plus von 3,7 Prozent ab. Deutschlands größte Fluggesellschaft hat im März deutlich mehr Passagiere befördert. Auch Air France-KLM, die schon am Montag die Anleger mit ihren Verkehrszahlen begeistert hatten, legten in Paris um 2,7 Prozent zu. Die im MDax gelisteten Fraport stiegen um 4,2 Prozent. Der Flughafenbetreiber will am Mittwoch seine Passagierzahlen veröffentlichen.

Ein Kurssturz bei den Aktien des Halbleiterherstellers Dialog Semiconductor hinterließ im TecDax negative Spuren. Der Technologie-Index büßte 1,91 Prozent auf 2017,62 Zähler ein. Ein Analyst hatte große Sorgen um das Geschäft mit dem wichtigen Dialog-Kunden Apple geweckt.

Ein negativer Analystenkommentar hat Dialog Semiconductor am Dienstag den größten Kurssturz seit 17 Jahren eingebrockt. Die Papiere des deutsch-britischen Chipherstellers brachen zwischenzeitlich um bis zu 36 Prozent auf 30,60 Euro ein. In den ersten Handelsstunden wechselten acht Mal mehr Papiere die Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

Experten des Bankhauses Lampe schrieben in einer Kurzstudie, es gebe deutliche Hinweise, dass Dialogs Hauptkunde Apple einen eigenen Smartphone-Chip entwickele und zumindest teilweise auf Dialog-Produkte verzichten könne. Den Analysten zufolge macht Dialog mehr als 70 Prozent seiner Umsätze mit Apple. Sie stuften die Aktien auf „sell“ von „hold“ zurück. Das Kursziel beließen sie bei 42 Euro.

Lampe begründete die Zurückstufung damit, dass Apple seit geraumer Zeit vermehrt mehr Entwickler für Smartphone-Chips einstelle und es Anzeichen dafür gebe, dass der Konzern eigene Chip-Zentren in München und Kalifornien aufbaue. In der Branche sei zu hören, dass es Pläne gebe, die eigenen Produkte frühestens ab 2019 in die iPhones einzubauen. „Wir glauben, Dialog blickt einer sehr unsicheren Zukunft entgegen“, erklärte Lampe-Analyst Karsten Iltgen. Dialog wollte sich zu dem Research-Bericht zunächst nicht äußern.

In Paris deckten sich Anleger mit Papieren von LVMH ein. Der Luxusgüterkonzern verdiente im ersten Quartal deutlich mehr als erwartet, die Titel gewannen 1,2 Prozent. Die Mitbewerber Beiersdorf und Hugo Boss legten im LVMH-Windschatten je rund 0,3 Prozent zu.

Spekulationen auf höhere Kali-Preise trieben den Kurs von K+S um bis zu 3,7 Prozent auf ein Dreieinhalb-Wochen-Hoch. Der kanadische Kaliproduzent Canpotex Ltd betonte in einem Interview, er sehe die Möglichkeit, signifikante Preiserhöhungen für Abnehmer aus China durchzusetzen.

Auch die Titel von Dialog-Konkurrenten gerieten in den Abwärtsstrudel: AMS brachen um 6,2 Prozent ein, Besi verloren 1,7 Prozent.

In Amsterdam stand eine Fusion in der Fahrradbranche im Fokus: Der Gazelle-Produzent Pon Holdings will seinen größten heimischen Rivalen Accell kaufen und damit zum Weltmarktführer aufsteigen. Accell stiegen um 20 Prozent auf 31,86 Euro und lagen damit nur knapp unter der Offerte von 32,72 Euro je Aktie.

Als sicher geltende Staatsanleihen standen daher wieder höher im Kurs. Zeitweise fiel die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihen erstmals seit sechs Wochen wieder unter 0,2 Prozent. Gold profitierte von seiner Eigenschaft als Krisenwährung und verteuerte sich um bis zu 0,4 Prozent auf 1258,58 Dollar je Feinunze.

Von

rtr

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