Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.09.2012

17:56 Uhr

Börse Frankfurt

Der Dax schließt freundlicher

Der Dax schafft es aufgrund guter US-Wirtschaftsdaten mit grünem Vorzeichen über die Ziellinie. Die Anleihe-Auktion Spaniens und die Hängepartie um weitere Finanzhilfen trübten die Stimmung zeitweise aber ein.

Börse Frankfurt am Abend

Video: Börse Frankfurt am Abend

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfPositive Wirtschaftsdaten aus den USA haben dem deutschen Aktienmarkt leichten Auftrieb verliehen. Kurz vor Handelsschluss bröckelten die Kurse jedoch ab, so dass der Dax nur ein kleines Plus von 0,2 Prozent auf 7 425 Punkte retten konnte. Der MDax stieg um 0,6 Prozent auf 11.165 Zähler, und der TecDax schloss fast unverändert bei 816 Stellen.


„Vor allem ein wieder erstarkendes Verbrauchervertrauen in den USA sorgte am späten Nachmittag für Rückenwind“, kommentierte Marktanalyst Gregor Kuhn von IG den Dax-Verlauf. Zuvor hatten sich Marktteilnehmer insbesondere enttäuscht über den Verlauf einer Auktion kurz laufender spanischer Staatsanleihen gezeigt. Zudem drückten Warnungen der beiden Autobauer Daimler und Volkswagen vor einer sich eintrübenden Autokonjunktur sowie Aussagen vom Halbleiterhersteller Infineon etwas auf die Stimmung.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:35 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Derzeit prüfen die Europäische Zentralbank und die Bundesbank einem Zeitungsbericht zufolge die Rechtmäßigkeit des geplanten Aufkaufs von Staatsanleihen. Juristen von EZB und Bundesbank würden derzeit ausloten, von welchem Umfang an und ab welcher Dauer die Aufkäufe ein Bruch der EU-Verträge sein könnten, berichtete die "Bild"-Zeitung vorab aus ihrer Dienstag-Ausgabe. Nicht ausgeschlossen werde, dass die brisante Frage demnächst dem Europäischen Gerichtshof zur Klärung vorgelegt werde. Für diesen Fall wollten sich EZB und Bundesbank juristisch wappnen. Hintergrund sei der Streit um die Frage, ob die EZB mit den Aufkäufen gegen das Eu-vertragliche Verbot von direkter Staatsfinanzierung verstoße.

Schaeffler nutzte den am Montag erfolgten Wiederaufstieg von Continental in den DAX und verkaufte das wegen einer Investorenvereinbarung bei den Banken M.M. Warburg und Metzler geparkte Paket zu einem Preis von 77,50 Euro je Aktie. Zugleich sagte der Mehrheitseigentümer zu, seinen Anteil mindestens in den nächsten sechs Monaten nicht weiter zu verringern. „Unsere Beteiligung ist langfristig ausgelegt.“ Conti wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern. „Das ist eine Entscheidung eines Großaktionärs, die wir heute nicht kommentieren möchten“, hieß es aus der Zentrale in Hannover. Im Laufe des Tages verloren die Aktien daraufhin vier Prozent.

Die Woche an den Märkten

Montag

Erkenntnisse über die Stimmung in der deutschen Wirtschaft erhoffen sich die Investoren von der Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklimaindexes. Im Blick behalten dürften Anleger auch das Ausscheiden des Handelsriesen Metro und des Lkw-Bauers MAN aus dem Dax. Im Gegenzug steigen der Autozulieferer Continental und der Chemiekonzern Lanxess in den deutschen Leitindex auf. Geschäftszahlen- und -berichte aus den Unternehmen spielen in dieser Woche eine eher untergeordnete Rolle.

Dienstag

Im Anlegerfokus steht vor allem am Nachmittag die Veröffentlichung der aktuellen Daten zum Verbrauchervertrauen in den Vereinigten Staaten.

Mittwoch

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht eine erste Schätzung zur Entwicklung der Verbraucherpreise im September des laufenden Jahres in Deutschland.

Donnerstag

Der im SDax notierte Baumarkt-Konzern Hornbach veröffentlicht seine Zahlen zum zweiten Quartal. Auch die Textilkette H&M (Hennes & Mauritz) präsentiert Unternehmenszahlen. Außerdem gibt die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitsmarktdaten für September bekannt. In Übersee präsentieren der Sportartikelhersteller Nike und der Smartphonehersteller Research In Motion ("Blackberry") ihre aktuellen Quartalszahlen. Zudem erfahren Investoren die neuesten Daten zum US-Wirtschaftswachstum.

Freitag

Zum Wochenausklang gibt die japanische Regierung die vorläufigen Daten für die Industrieproduktion im Monat August bekannt.

Der größte Verlierer des Tages war Infineon. Mit einem Abschlag von sechs Prozent wurden die Aktien des Chipherstellers zum Tagesschluss gehandelt. Im laufenden Quartal werde der Umsatz leicht zurückgehen und die operative Marge auf zwölf Prozent schrumpfen, teilte das Unternehmen mit. Viel schlimmer sieht es allerdings für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft aus. Die Einnahmen würden um ein Zehntel schrumpfen, die operative Rendite auf fünf bis sieben Prozent zusammenschmelzen. Der Halbleiterhersteller hat sich vorgenommen, im Durchschnitt über die Zyklen der Industrie hinweg eine Betriebsmarge von um die 15 Prozent zu erwirtschaften.

Kursziel-Senkungen von Goldman Sachs haben die Aktien deutscher Autobauer auf Talfahrt geschickt. BMW, Daimler und Volkswagen verloren heute zwischen 1,2 und 1,7 Prozent. Die ersten drei gehörten dabei zu den größten Verlierern im Dax. Analyst Stefan Burgstaller begründete seinen Schritt mit einem drohenden Margen-Rückgang. Das schwache Europa-Geschäft drücke auf die Preise. Gleichzeitig hätten die Unternehmen mit steigenden Kosten zu kämpfen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

cinatit

25.09.2012, 11:36 Uhr

also wenn man liest dass der dax in den nächsten 8 jahren sich vervierfachen soll, dann sollten eh die alarmglocken laut schrillen!!!
das KGV ist jetzt bei 12-14, die gewinnprognosen sind auf rekordniveau, das shiller KGV ist damit sicher noch viel höher. also heißt das, dass DAX-Konzerne ihre Gewinne auch mindestens vervierfachen müssten, eher sogar noch mehr da angeischts der immer weiter anwachsenden Goodwillpositionen zum ende eines wirtschaftsbooms höchstens noch ein KGV von 10 angebracht ist. und das bedeutet für die nächsten 8 Jahre sage und schreibe 19% Gewinnwachstum p.a., und das obwohl es dieses Jahr und nächstes jahr eher stgnation oder gar rückgang der gewinne wie die zahlen der ersten zwei quartale angedeutet, zu erwarten ist. also müssten sich die Gewinne dann in 6 Jahren vervierfachen, was wahnsinnige 26% p.a. wären und das eher sogar bei leichter Inflation, denn zu hohe Inflation oder Deflation würden ja den Konsum zerstören.
Und soetwas kann ja nicht realistisch sein, wenn doch die Unternehmen bereits maximal rationalisert haben und höchst effizient arbeiten, also in dem bereich kaum mehr etwas eingespart werden kann. Somit müsste der Absatz enorm steigern bzw. auf halde produziert werden, wobei man zukünftige Gewinne schon jetzt aktiviert, was ja auch seit Enron nicht mehr allzu einfach, geschweige denn glaubwürdig ist...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×