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11.09.2012

17:51 Uhr

Börse Frankfurt

Der Dax schließt über der 7.300-Punkte-Marke

Der Dax erklimmt eine neues Jahreshoch, denn Anleger spekulieren auf ein positives Urteil des Bundesverfassungsgerichts bezüglich der Rechtmäßigkeit des ESM. Am Donnerstag könnte auch die Fed für neuen Antrieb sorgen.

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DüsseldorfAngetrieben von Kursgewinnen an den US-Börsen hat der Dax sein neues Jahreshoch verzeichnet. "Die Amerikaner hoffen auf eine dritte Geldspritze durch die US-Notenbank und kaufen deshalb auch schon kräftig am europäischen Aktienmarkt zu", sagte ein Händler. Der Dax schließt knapp unter dem höchsten Stand seit dem 1. August 2011 mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 7.310 Zählern.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wird wie geplant am Mittwoch über die Verfassungsmäßigkeit der deutschen Beteiligung an den EU-Rettungsschirmen für verschuldete Euroländer entscheiden. Überdies hatte der spanische Regierungschef Mariano Rajoy am Vorabend klargestellt, dass sich das Land nicht von der EU oder der EZB vorschreiben lassen werde, wie es sein Defizit reduzieren wird. Am Donnerstag steht dann die Zinssitzung der US-Notenbank im Fokus, von der sich Investoren eine abermalige Lockerung der Geldpolitik versprechen. Angesichts der richtungsweisenden Entscheidungen in den nächsten Tagen dürften sich die Anleger weiterhin mit Neuengagements zurückhalten, schrieb Investmentanalystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg in einem Kommentar.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:35 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Einen Tag vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Rettungsfonds ESM hat die Anspannung der europäischen Aktienanleger deutlich zugenommen. Die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, stiegen um jeweils mehr als vier Prozent auf 21,29 beziehungsweise 24,52 Punkte. Die dazu gehörenden Leitindizes Dax und EuroStoxx50 blieben dabei fast unverändert. "Es ist ein Deja Vu, eine Wiederholung dessen, was wir vergangene Woche vor der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank gesehen haben", sagte Valerie Gastaldy, Chef des auf Charttechnik spezialisierten Research-Hauses Day By Day. In den drei Wochen vor der EZB-Pressekonferenz, auf der Notenbank-Chef Mario Draghi, Details zu den geplanten Käufen von Anleihen kriselnder Euro-Staaten bekanntgab, stiegen VDax und VStoxx um knapp 36 beziehungsweise 29 Prozent. Das Plus der laufenden Woche beläuft sich auf jeweils etwa zehn Prozent.

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Der Dax steigt und steigt. Manchem Anleger ist etwas mulmig zumute wegen des Anstieges. Geht es nach Charttechnikern, dann müssen sich die Investoren nicht sorgen. Die Rally sei noch lange nicht vorbei, sagen sie.

Derweilen rechnet die Bundesregierung trotz großer Risiken für die heimische Wirtschaft nicht mit einer Rezession in Deutschland. "Den aktuellen Konjunkturindikatoren zufolge dürfte die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte weiter recht stabil verlaufen", heißt es in einem heute in Berlin vorgelegten Bericht des Wirtschaftsministeriums. Damit widerspricht die Bundesregierung Ökonomen, die im Zuge der anhaltenden Eurokrise vor einer möglichen Rezession in Deutschland gewarnt haben. So erwartet etwa die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) für die zweite Jahreshälfte zwei Quartale mit schrumpfender Wirtschaftsleistung und damit eine leichte Rezession. Allerdings bleiben auch die Experten des Wirtschaftsministeriums vorsichtig. "Gleichwohl gibt es keine Entwarnung", schrieben sie. "Die Abwärtsrisiken für die Konjunktur überwiegen nach wie vor und bleiben beachtlich." Mehrere Stimmungsindikatoren hätten sich aber nach deutlichen Eintrübungen in den Vormonaten zuletzt leicht erholt.

Die Woche an den Märkten

Montag

Wenn die deutschen Börsianer ihre Computer starten, liegen aus Japan bereits die zweite Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal und das Verbrauchervertrauen sowie aus China Daten zum Außenhandel vor. Am Vormittag folgen für Deutschland Juli-Umsätze im verarbeitenden Gewerbe. Nach Feierabend werden zudem die US-Verbraucherkredite bekanntgegeben.

Dienstag

Die Stimmung am Markt könnten die Großhandelspreise für Deutschland, der OPEC-Ölmarktbericht sowie die Handelsbilanz der USA beeinflussen. Die Deutsche Bank stellt ihre Strategie vor. Lufthansa veröffentlicht Verkehrszahlen für August.

Mittwoch

Die wichtigste Nachricht ist die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Rechtmäßigkeit des Euro-Rettungsschirms (10 Uhr). Dazu stehen die Daten zur europäischen Industrieproduktion sowie Ausfuhr-, Einfuhr- und Großhandelspreise aus den USA auf der Agenda.

Donnerstag

Mit Spannung wird der Zinsentscheid (18.30 Uhr) und die anschließende Pressekonferenz über die Konjunkturerwartungen (20.15 Uhr) der US-Notenbank Fed erwartet. Vorher schauen die Anleger auf die US-Erzeugerpreise .

Freitag

Die Finanzminister der Euro-Zone treffen sich. Neben den Konsumentenpreisen für die Euro- Zone hagelt es erneut jede Menge US-Daten: Konsumentenpreise, Einzelhandelsumsätze, Zahlen zur Industrieproduktion, Kapazitätsauslastung, Lageraufbau und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan werden publik. Deutsche Beteiligungs AG, Gerry Weber und Wolford öffnen ihre Bücher.

Italiens Ministerpräsident Mario Monti teilte dagegen bereits gestern mit, dass die italienische Wirtschaft im kommenden Jahr wieder wachsen werde. Eine genaue Prognose für 2013 nannte Monti nicht. Dies sei auf sinkende Zinsen für das Land zurückzuführen, sagte er im Interview mit dem TV-Sender CNBC, das am Montag ausgestrahlt wurde. "Grund für dieses Wachstum werden sinkende Zinsen sein, weil die unangemessen hohen Zinsen auf italienische Staatsanleihen noch nicht die besseren Fundamentaldaten der italienischen Wirtschaft und der Staatsfinanzen widerspiegeln." Italien befindet sich derzeit in einer Rezession. Die Wirtschaft schrumpfte von April bis Juni bereits das vierte Quartal in Folge. Experten gehen davon aus, dass Italiens Bruttoinlandsprodukt 2012 zwischen zwei und 2,4 Prozent sinken wird. Italien könnte einer der Profiteure des Anleihe-Kaufprogramms der Europäischen Zentralbank sein. Die EZB hatte am Donnerstag ein Programm zum Ankauf von Staatsanleihen angekündigt, mit dem die Refinanzierungskosten kriselnder Euro-Staaten gesenkt werden sollen. Der italienische Wirtschaftsminister Vittorio Grilli hatte am Samstag erklärt, die Regierung in Rom habe nicht die Absicht, sich um das Angebot der Europäischen Zentralbank zu bemühen.

Kommentare (53)

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Nine_eleven

11.09.2012, 07:21 Uhr

Tragedy, mourning and silence.

Account gelöscht!

11.09.2012, 08:04 Uhr

Kommentar zu Dax fällt deutlich unter 7.200 Punkte

Griechenland bleibt bzw. wird wieder ein Problem, Spanien & Italien sind ein Problem und Deutschland wird nach der Entscheidung des BVerfG ein Problem - so gesehen ist der Dax doch noch mehr als ambitioniert bewertet. Es ist September die Prognosen der Banken bzgl. des höchststandes
des Dax für 2012 sind so gut wie alle überboten - da kommt nicht mehr viel!

Account gelöscht!

11.09.2012, 08:28 Uhr

Moin Moin zusammen.

"Am Donnerstag steht zudem die viel beachtete Sitzung der US-Notenbank Fed auf dem Programm. Angesichts der schleppenden Erholung des US-Arbeitsmarkts rechnen viele Beobachter damit, dass die Fed ihre bereits sehr expansive Geldpolitik nochmals lockern wird."

Klar. Was die FED gefühlt 20 mal nicht gemacht hat, wird sie nun tun. Besonders, wo Jackson Hole gerade mal 1,5 Wochen her ist und dort klar betont wurde, dass das Programm nicht oder sehr viel später bei deutlich verschlechterter Wirtschaftslage erst kommt. 

2 Jobdaten später kann man ja mal wieder hoffen.  Allerdings wirft die Bilanzsaison ihre Schatten voraus. Die Zeit der großen Gewinne scheint beendet zu sein. 

Es hilft nichts. Die Kursphantasie geht insgesamt zu Ende. Im Dax sowieso. Der BVG wird Gauweilers Argumentation folgen (müssen). Denn die Rahmenbedingungen haben sich dank Eulenbrille nun verändert. Die EZB wird also mit ihren eigenen Waffen geschlagen :-) die EZB sollte sich halt nie mit der Wirtschaft anlegen. Never fight the economy. 

Erfolgreichen Tag.  

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