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26.09.2012

17:55 Uhr

Börse Frankfurt

Der Dax schließt zwei Prozent tiefer

Was machen die Spanier? Hilfe beantragen - oder doch nicht? Viele Anleger sind verunsichert und verkaufen ihre Aktien. Zudem belasten enttäuschende US-Immobiliendaten den deutschen Leitindex.

Börse Frankfurt am Abend

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DüsseldorfAus Angst vor einer Verschärfung der Schuldenkrise in Spanien haben die Anleger am Mittwoch einen weiten Bogen um die europäischen Aktienmärkte gemacht. Der Dax schloss zwei Prozent im Minus bei 7.277 Zählern. Die Umsätze lagen mit rund 3,7 Milliarden Euro deutlich höher als in den vergangenen Tagen. Der EuroStoxx50 gab 2,4 Prozent auf 2.506 Punkte nach.

An den US-Börsen ging es ebenfalls nach unten. Dort sorgten neben den Nachrichten aus Europa unerwartet schlecht ausgefallene Daten vom Immobilienmarkt für lange Gesichter. Außerdem äußerte der Präsident der Federal Reserve Bank of Philadelphia, Charles Plosser Zweifel an der Wirksamkeit des US-Stimulusprogramms QE3. Anleihekäufe der US-Notenbank würden ihm zufolge wahrscheinlich nicht das Wirtschaftswachstum oder die Zahl der Neueinstellungen beflügeln. Plossers Einschätzung, dass Anleihekäufe ihr Ziel verfehlen könnten und Unzufriedenheit wegen Spanien ließen die Anleger wieder risikoavers investieren, sagte ein Börsianer.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:35 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Aber vor allem die Debatte um einen Hilfsantrag Spaniens zehrte an den Nerven der Anleger. Madrid hat sich für den maroden Bankensektor von den Euro-Staaten eine Kreditzusage gesichert, schreckt bislang aber davor zurück, vollständig unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Für Unruhe an den Märkten sorgten zudem die jüngsten Protestwellen gegen das Sparprogramm der spanischen Regierung. Börsianern zufolge fürchten die Investoren, dass die Pläne zur Haushaltssanierung wieder ins Stocken geraten könnten.

Auch Deutschlands Wirtschaft ist nach Einschätzung des DIW-Instituts im auslaufenden Sommerquartal kaum noch gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte zwischen Juli und September nur um 0,2 Prozent gestiegen sein, erklärten die Berliner Forscher. Die Stimmung der Firmen habe sich durch die Unsicherheit wegen der Euro-Schuldenkrise merklich eingetrübt. "Die Unternehmen halten sich mehr und mehr mit Investitionen zurück", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

Derweilen Spaniens Wirtschaft kommt nicht aus der Rezession heraus. Das Bruttoinlandsprodukt des hoch verschuldeten Landes sei auch im laufenden dritten Quartal deutlich geschrumpft, teilte die nationale Notenbank in ihrem Monatsbericht mit. Die Wirtschaft verliert bereits seit Ende 2011 kräftig an Fahrt und schrumpfte zuletzt drei Quartale in Folge. Wirtschaftsminister Luis de Guindos hatte am Wochenende gesagt, er rechne für den Zeitraum Juli bis September mit einem Minus von 0,4 Prozent.

Die Woche an den Märkten

Montag

Erkenntnisse über die Stimmung in der deutschen Wirtschaft erhoffen sich die Investoren von der Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklimaindexes. Im Blick behalten dürften Anleger auch das Ausscheiden des Handelsriesen Metro und des Lkw-Bauers MAN aus dem Dax. Im Gegenzug steigen der Autozulieferer Continental und der Chemiekonzern Lanxess in den deutschen Leitindex auf. Geschäftszahlen- und -berichte aus den Unternehmen spielen in dieser Woche eine eher untergeordnete Rolle.

Dienstag

Im Anlegerfokus steht vor allem am Nachmittag die Veröffentlichung der aktuellen Daten zum Verbrauchervertrauen in den Vereinigten Staaten.

Mittwoch

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht eine erste Schätzung zur Entwicklung der Verbraucherpreise im September des laufenden Jahres in Deutschland.

Donnerstag

Der im SDax notierte Baumarkt-Konzern Hornbach veröffentlicht seine Zahlen zum zweiten Quartal. Auch die Textilkette H&M (Hennes & Mauritz) präsentiert Unternehmenszahlen. Außerdem gibt die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitsmarktdaten für September bekannt. In Übersee präsentieren der Sportartikelhersteller Nike und der Smartphonehersteller Research In Motion ("Blackberry") ihre aktuellen Quartalszahlen. Zudem erfahren Investoren die neuesten Daten zum US-Wirtschaftswachstum.

Freitag

Zum Wochenausklang gibt die japanische Regierung die vorläufigen Daten für die Industrieproduktion im Monat August bekannt.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat unterdessen seine ablehnende Haltung zu dem geplanten Staatsanleihen-Aufkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) bekräftigt. Es stelle sich die Frage, ob die EZB zu einem solchen Aufkauf demokratisch legitimiert sei, sagte Weidmann der "Neuen Zürcher Zeitung" laut Vorab-Bericht aus der Mittwoch-Ausgabe. "Das Programm verteilt Haftungsrisiken zwischen den Steuerzahlern der Euro-Zone um. Das dürfen nur die Parlamente, und diese haben mit den Rettungsschirmen ja auch die passenden Instrumente zur Hand." Zudem gehe es auch darum, ob das Programm letztlich mehr helfe oder mehr schade. "Wenn die Hilfe der Notenbank den Druck von der Politik nimmt, den Reformprozess voranzutreiben, könnte die Überwindung der Krise eher erschwert und verzögert werden."

Nur aus den USA kommen heute maßgebliche Indikatoren, und zwar: Neubauverkäufe im August, wöchentliche Öllagerbestände und die Auktion fünfjähriger US-Anleihen. Landec, Progress Software und Saba Software legen Zahlen vor.

Kommentare (42)

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Account gelöscht!

26.09.2012, 08:29 Uhr

Ich fände das cool, wenn der völlig überhitzte Markt mal 400-500 Punkte konsolidiert. Das wäre auch nur gesund und würde all denen noch einmal die Chance geben, die bisher noch nicht mitspielen durften und die Kohle auf dem Tagesgeld-Konto gebunkert haben.

Ps: Gleich heute mal 20K IFX um 5 € (oder billiger) einloggen.

Shortsqueeze

26.09.2012, 09:29 Uhr

Ja, fände ich auch cool. Wird aber nicht passieren, weil einfach viel zu viele bei einem DAX von 7.300 schon nicht mehr widerstehen können und anfangen wieder zuzulangen... Für 400 Punkte bedarf es schon eines schwarzen Schwans. Ansonsten ist spätestens bei 7.280 Schluß.

Anleger

26.09.2012, 09:33 Uhr

Es wundert mich doch immer wieder, dass das HB und andere
Fachorgane immer noch von "Anlegern" sprechen.

Tatsächlich handelt es sich aber um sogen. Day-Trader, Zocker, die die Börse gegen die Glücksspielautomaten getauscht haben, aber bestimmt nicht um echte Anleger.

Ein Bäuerchen von Draghi und der Dax steigt sofort um 3%,
ein F... von ihm und er Dax sackt um 5% ab.

Das alles hat doch mit Fundamentaldaten, echten Anlegern
nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun.

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