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31.10.2014

17:51 Uhr

Börse Frankfurt

Der Dax will es noch einmal wissen

Nachdem Japans Zentralbank die Zügel weiter gelockert hat, haben die Börsianer mal wieder das Notenbankgeld vor Augen. Sie hoffen, dass nun auch die EZB die Geldschleusen weiter öffnet. Der Dax legt über zwei Prozent zu.

Dax schießt in die Höhe

„Japanische Zentralbank spendet üppig Geld für die Märkte“

Dax schießt in die Höhe: „Japanische Zentralbank spendet üppig Geld für die Märkte“

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FrankfurtWie fest die Notenbanken die Märkte derzeit im Griff haben, bewies der Freitagshandel mal wieder eindrucksvoll. Zur Wochenmitte hatte die Federal Reserve mit der ihr typischen Vermeidung klarer Worte für Fragezeichen bei den Börsianern gesorgt. Diese können weiterhin nur spekulieren, wann die Zinswende im Jahr 2015 kommt. In einer solche Stimmung der Unsicherheit sorgte dann eben ein anderes geldpolitisches Schwerkaliber für Klarheit.

So war es Japans Zentralbank, die zum Wochenausklang überraschende Fakten schuf. Die Bank of Japan kündigte eine weitere Lockerung der ohnehin schon losen geldpolitischen Zügel an. Dies sorgte für ausgelassene Stimmung auf dem europäischen Parkett. Im Glauben daran, dass die EZB mit ähnlichen Maßnahmen nachziehen werde, griffen die Anleger beherzt zu. Der Dax schloss bei 9326 Punkten und damit ganze 2,3 Prozent höher.

Am Vormittag tat sich dann plötzlich nichts mehr auf dem Frankfurter Parkett. Ein technischer Fehler legte den gesamten Xetra-Handel mit Dax-Titeln und ETFs lahm. Nach knapp 90 Minuten konnte der Börsenbetreiber Deutsche Börse die Störung beheben und den Handel fortsetzen. Die Pause tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Der Dax legte infolge weiter zu.

Dieser positive Trend setzte sich durch die Bank fort. Die Mid-Caps im MDax legten 1,5 Prozent zu auf 16.096 Punkte. Der TecDax kletterte um 1,2 Prozent auf 1243 Zähler. Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50 machte zwei Prozent gut auf nunmehr 3095 Stellen. An der Wall Street erreichte der Dow-Jones-Index mit zwischenzeitlich 17.351 Stellen - einem Plus von 0,9 Prozent - ein neues Allzeithoch. In Tokio schloss der Nikkei als Reaktion auf die Ausweitung der Wertpapierkäufe durch die Bank Of Japan mit einem Sprung von fünf Prozent.

Im guten Marktumfeld fiel die Nachricht vom stärksten Umsatzeinbruch im deutschen Einzelhandel seit mehr als sieben Jahren nicht sehr ins Gewicht der Dax-Investoren. Die Einnahmen schrumpften im September um 2,9 Prozent zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Preisbereinigt (real) fielen sie sogar um 3,2 Prozent - dreimal so stark wie erwartet. Zudem korrigierten die Statistiker das im August erreichte Wachstum von 2,5 auf 1,5 Prozent kräftig nach unten.

„Damit wird eine Rezession in Deutschland wahrscheinlicher", sagte Ökonom Holger Sandte von der Nordea Bank. „Das Risiko hat zugenommen“, pflichtete Christian Schulz von der Berenberg Bank bei. Vor Bekanntgabe der Einzelhandelsdaten haben die meisten Experten für das dritte Quartal noch mit einem minimalen Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent gerechnet - getragen vor allem vom privaten Konsum. Schwächelt dieser wider Erwarten, könnte Europas größte Volkswirtschaft im Sommer bereits das zweite Quartal in Folge geschrumpft sein. Ökonomen sprechen dann von einer Rezession.

Die Europäische Union veröffentlichte heute mehrere Indikatoren. Zum einen ist sie Arbeitslosenquote in der Euro-Zone im September bei 11,5 Prozent verblieben. Vor einem Jahr betrug sie noch 12,0 Prozent. Auch in der gesamten Union (EU28) blieb der Anteil der Beschäftigungslosen mit 10,1 Prozent auf dem Vormonatsniveau.

Die Europäische Statistikbehörde beziffert die offizielle Vorabschätzung für die Jahresteuerung der Währungsunion im Oktober bei 0,4 Prozent. Damit bereitet die Teuerungsrate weiterhin großen Kummer. Immer mehr zeichnet sich ab, dass die Euro-Zone einer Deflation verfällt. Die Zentralbank versucht mit einer aggressiven Geldpolitik diese Entwicklung zu stoppen – bisher allerdings mit mäßigem Erfolg.

Kommentare (25)

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Herr Dr. Peter Lustig

31.10.2014, 08:06 Uhr

Wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Notenbanker her.

Nein, das ist alles gesund & fundamental total untermauert. Macht vollkommen Sinn auf diesem Niveau (gute) Aktien zu kaufen.

Herr x y

31.10.2014, 08:27 Uhr

1) Noch mehr kostenloses Geld ist lediglich ein Brandbeschleuniger.

2) Die EZB ist zur Preisstabilität verpflichtet. Die ist definiert mit 0% Inflation. Lediglich weil Deflation als gefährlicher gilt als Inflation, ist der EZB ein Manövrierraum bis +2% zugestanden. Daraus zu schließen, die EZB solle die Inflationsrate bei 2% halten, ist eine völlige Fehlinterpretation die durch die Politik und einäugige "Wirtschaftsweise" und Journalisten verbreitet wird.

3) Wenn das Preisniveau sinkt, weil z.B. Energie billiger wird, ist das in Ordnung und hat nichts mit Deflation zu tun. Es besagt lediglich, daß die Entlastung bis zum Endverbraucher durchschlägt und Mittel zu anderweitiger Verwendung freisetzt.

4) Deflation ist eine Schimäre, denn von Geldmangel kann angesichts der EZB-Politik nun wirklich keine Rede sein.

Carl Icahn Jr.

31.10.2014, 08:32 Uhr

Gewinner sind die, die Aktien im Portfolio haben. Einem Händler (mir) ist das egal, ob wir 200 Punkte höher (oder tiefer) in den Markt starten.

Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope and HQ of Super-Mario.

Carl Icahn Jr.
- selbst. Börsenhändler -
Algo- und System-Trading

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