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04.04.2012

17:57 Uhr

Börse Frankfurt

Der Tag der Kursrückschläge

Europas Geldpolitiker halten an der Politik des billigen Geldes fest, aber die US-Notenbank zögert mit neuen Konjunkturimpulsen. Die Investoren reagieren wie Süchtige auf Entzug. Das drückt den Dax heute tief ins Minus.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtDer deutsche Aktienindex zeigte sich heute von einer sehr schwachen Seite. Am Ende schloss der Dax rund 2,8 Prozent im Minus auf 6.784 Punkte. Die zweite Reihe zeigte sich ebenfalls tiefrot. Der MDax sank um 3,2 Prozent auf 10.505 Punkte und der TecDax ging mit 2,8 Prozent auf 775 Punkte aus dem Handel. Der Grund für die starken Kursverluste an den Börsen am Mittwoch: Viele schlechte Nachrichten.

Den Anfang machte die Fed. Die US-Notenbank sieht keinen Grund für weitere monetäre Konjunkturprogramme. Immer weniger Notenbanker sprechen sich für eine zusätzliche Geldspritze zur Ankurbelung der US-Konjunktur aus, wie aus Fed-Protokollen hervorgeht. Sie sind der Meinung, dass sich die US-Wirtschaft mittlerweile sehr gut entwickle - auch ohne weitere Notenbankgelder.

„Das ist für den Markt eine große Enttäuschung, die Aussicht auf billige und überbrodelnde Liquidität ist doch zu verlockend“, sagte ein Händler.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:55 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Am Nachmittag kamen dann neue Zahlen zur Entwicklung der US-Wirtschaft und die widersprachen den Einschätzungen der US-Notenbanker. Einer der wichtigsten Indikatoren für die US-Konjunktur, der ISM-Dienstleistungsindex, erreichte nicht den von den Volkswirten prognostizierten Wert. Statt 56,8 Punkte erreichte der Index nur 56 Punkte. Im Anschluss an die Daten des ISM-Index baute der Dax seine Verluste weiter aus.

Gegen den Konjunkturpessimismus der Anleger konnten selbst halbwegs gute US-Arbeitsmarktdaten nichts anrichten. Laut den ADP-Daten, die als wichtigster Indikator für den monatlichen US-Arbeitsmarktbericht gelten, konnten im März 209.000 neue Stellen geschaffen werden. Erwartet wurden 206.000 neue Arbeitsplätze.

Bei der negativen Nachrichtenlage in den USA mussten die US-Börsen folgerichtig nachgeben. Nach Frankfurter Börsenschluss zeigte der Dow Jones 1,2 Prozent nach unten auf 13.048 Punkte, der S&P notierte 1,1 Prozent im Minus auf 1.397 Punkte und der Nasdaq-100 fiel um 1,6 Prozent auf 2.738 Zähler.

Nachtflugverbot: Anwohnerin berichtet

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Spanien-Auktion enttäuscht Anleger

Aus Europa kamen heute ebenfalls keine Zuversicht streuenden Nachrichten. Die Auktion spanischer Staatsanleihen, die am Morgen stattgefunden hat, konnte die Investoren nicht überzeugen. Bei gestiegenen Renditen konnte mit den Papieren, deren Laufzeit von 2015 bis 2020 reichten, gerade einmal 2,6 Milliarden Euro eingenommen werden. Die Zielspanne lag bei 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro. Auch das Interesse nach den Anleihescheinen ging zurück. Die letzte Emission erreichte eine 5-fache Überzeichnung, die jetzige nur eine 2,4-fache.

Die Europäische Zentralbank konnte mit ihrer heutigen Leitzinssitzung ebenfalls keinen Stimmungsumschwung einleiten. Zwar hielten sie an ihrer Niedrigzinspolitik mit einem Prozent fest, doch diese Entscheidung wurde von den meisten Börsianern so erwartet. In der anschließenden Pressekonferenz schätze EZB-Präsident Mario Draghi die wirtschaftliche Lage in der Eurozone zudem mäßig ein. Für die Wachstumsperspektiven bestünden laut Draghi weiterhin Abwärtsrisiken.

Der Euro präsentierte sich nach der Entscheidung zunächst kaum verändert, beschleunigte aber später seine Abwärtsdynamik. Die Gemeinschaftswährung wurde am Abend mit 1,3127 Dollar gehandelt und lag damit 0,8 Prozent tiefer.

Kommentare (78)

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Wolfsburger

04.04.2012, 07:13 Uhr

Das wird vorerst nix mit den 10000, Heidelberger.

aruba

04.04.2012, 07:21 Uhr

Guten Tag,.... Ich halte nicht allzuviel von Charts;.... jedoch ist ein Ruecksetzer der sich uber 6900 stabilisiert, eher ein Indiz fuer einen baldigen Aufbruch in Richtung 7400;.... als dass er ein Argument fuer einen nahenden Crash sei. Besten Dank

Wolfsburger

04.04.2012, 07:51 Uhr

Wurde schon bekanntgegeben, bei welcher Marke sich der DAX stabilisiert?

Heute werden alle zur Tür rennen. Aktien bzw. deren Derivate haben heute nur noch Institutionelle und Zocker. Da kann der Heidelberger mit seinen Buchwerten zu Hause bleiben. Sowas interessiert keinen mehr.

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