Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.09.2016

17:38 Uhr

Börse Frankfurt

Deutsche Bank schließt auf Allzeittief

Die Deutsche Bank musste am Montag ihre Anleger beruhigen. Gebracht hat es allerdings kaum etwas. Die Papiere schlossen auf einem neuen Rekordtief. Darunter litt auch der Dax, der über 200 Punkte verlor.

Börse am Abend

Anleger fürchten Trumps Sieg bei den US-Wahlen

Börse am Abend: Anleger fürchten Trumps Sieg bei den US-Wahlen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Düsseldorf10,55 Euro, so tief haben die Aktien der Deutschen Bank noch nie notiert. Mit dem heutigen Minus von 7,54 Prozent summieren sich die Verluste seit Jahresanfang damit auf über 50 Prozent. Keine andere Aktie im Dax hat sich im laufenden Jahr schlechter entwickelt als die der Deutschen Bank. Die Verluste des Geldhauses gehen nicht spurlos am Dax vorbei. Der Leitindex sackte am Montag um 2,2 Prozent auf 10.393 Punkte ab.

Zusätzlich geschwächt wurde der Dax von schwach notierenden US-Börsen. Der Dow Jones notierte 0,6 Prozent im Minus auf 18.145 Punkten. Der S&P-500 und der Nasdaq gaben ebenfalls jeweils 0,6 Prozent nach.

Die Deutsche Bank wird sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf ziehen müssen, in den sie aus eigener Schuld hineingeraten ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat jegliche Staatshilfen für die Deutsche Bank in dem Jahr vor den Bundestagswahlen im September 2017 ausgeschlossen, wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise berichtet. Die deutsche Regierungschefin lehne auch ab, sich in den Rechtsstreit des Frankfurter Finanzhauses mit dem US-Justizministerium einzuschalten, so das Magazin.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Das Geldhauses dementierte am Montag Hilfen der Regierung erfragt zu haben. „Die Deutsche Bank ist fest entschlossen, ihre Herausforderungen alleine zu lösen“, sagte ein Banksprecher am Montag. „John Cryan hat zu keinem Zeitpunkt die Bundeskanzlerin darum gebeten, dass die Regierung im Hypothekenverfahren mit dem amerikanischen Justizministerium interveniert.“

Auch von Seiten der Regierung kam ein Dementi. „Es gibt keinen Anlass für solche Spekulationen, wie sie da angestellt werden, und die Bundesregierung beteiligt sich auch an solchen Spekulationen nicht“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Zu den laufenden Gesprächen von Vertretern des Geldinstituts mit den amerikanischen Justizbehörden sagte Seibert, die Bundesregierung wisse, dass sich das US-Justizministerium mit anderen Kreditinstituten in der Vergangenheit auf Vergleiche geeinigt habe. Die Bundesregierung gehe davon aus, „dass auch hier ein faires Ergebnis erzielt wird.“ Zu Kontakten der Regierung mit der Deutschen Bank wollte er keine Stellung nehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sei regelmäßig mit Spitzen der deutschen Wirtschaft im Gespräch.

„Die Regierung hat bei der Commerzbank die Kohlen aus dem Feuer geholt, und Anleger reagieren enttäuscht, weil sie das bei der Deutschen Bank offenbar nicht machen würde“, sagte Analyst Heino Ruland von Ruland Research. Eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank werde nun immer wahrscheinlicher, fügte ein Aktienhändler hinzu. „Da wird wohl etwas Größeres kommen.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×