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28.05.2013

18:10 Uhr

Börse Frankfurt

„Die Bullen kommen aus der Deckung“

Die Anleger setzen weiter auf einen Aufwärtstrend und griffen am Dienstag am Aktienmarkt zu. Gute Nachrichten von der US-Konjunktur sorgten für Kursgewinne. Eine Herabstufung durch S&P belastete die Commerzbank-Aktie

Bullenstimmung in Frankfurt: Der Dax hat auch am Dienstag weiter Boden gut gemacht. dpa

Bullenstimmung in Frankfurt: Der Dax hat auch am Dienstag weiter Boden gut gemacht.

FrankfurtNach dem Rückschlag vor dem Wochenende hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag seinen Erholungskurs fortgesetzt. Marktstratege Chris Weston vom Broker IG sprach von einer guten Dynamik, nachdem der Dax am Vortag fast auf Tageshoch geschlossen hatte. Hinzu kamen positive Vorgaben aus Übersee. Der am Nachmittag veröffentlichte Case/Shiller-Index weist für März einen Anstieg der Immobilienpreise um über zehn Prozent aus. Das ist der stärkste Anstieg seit sieben Jahren. Das bedeutet: Die Erholung der US-Konjunktur bekommt weiter gute Unterstützung vom Immobilienmarkt.

Bei Börsenschluss notierte der Dax 1,6 Prozent fester bei 8480 Punkten. Zuvor knackte der Leitindex mehrmals die Marke von 8500 Zählern. Mit seiner Performance knüpft der Dax weiter an die positive Entwicklung zum Wochenauftakt an. Der MDax rückte um 1,4 Prozent auf 14.317 Stellen vor, der TecDax gewann 1,2 Prozent und kletterte auf 980 Punkten. Für den EuroStoxx 50 ging es um 1,65 Prozent auf 2841 Zähler nach oben.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Zusätzlichen Schwung brachten überraschend positive Daten zum US-Konsum. Das Verbrauchervertrauen stieg auf den höchsten Stand seit über fünf Jahren. Der Index kletterte von revidierten 69,0 (zunächst 68,1) Punkten im April auf 76,2 Zähler. Das ist der höchste Wert seit Februar 2008, Experten hatten nur mit einem Anstieg auf 71,2 Punkten gerechnet. „Die Konsumenten sind erheblich optimistischer über die kurzfristigen Aussichten“, hieß es in einer Erklärung des Conference Board. Auch die Aussichten für den Jobmarkt würden als positiver als zuvor eingeschätzt, hieß es weiter.

„Die Bullen kommen aus der Deckung“, sagte Händler Jonathan Sudaria von Capital Spreads. „Die Notenbanken bleiben bei ihrer lockeren Geldpolitik und Investoren wollen neue Höchststände sehen“, brachte Tom Robertson, Händler bei Accendo Markets, die aktuelle Stimmung auf den Punkt. So lange keine neue Krisen-Nachricht den Markt erschüttere, steuerten Investoren weiter die Marke von 9000 Punkten im Dax an. Allerdings hatte vergangene Woche ein Einbruch des Tokioter Aktienmarkts um mehr als sieben Prozent Anleger weltweit aufgeschreckt.

Laut Hendrik Klein, Chef des Hochfrequenz-Händlers und Vermögensverwalters Da Vinci Invest, sei der mittelfristige Aufwärtstrend intakt. Ähnlich urteilte Helaba-Analyst Christian Schmidt. Die bisherige Korrektur des Dax sei vergleichsweise gering ausgefallen.

Kommentare (26)

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Anleger

28.05.2013, 09:05 Uhr

gleicher Fahrplan wie jeden Morgen.SDF short.wenn selbst die Versorger auf ein Downgrade steigen und SDF aufgrund von KWS Saat Vorlagen nichts machen kann bzw.auf XETRA Schluss gestern verharrt,dann ist meiner Meinung nach alles zu spät

Mr.Trend

28.05.2013, 09:42 Uhr

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Zum_Himmel_hoch_jauchenz...

28.05.2013, 09:57 Uhr

Die Alternativlosen machen also weiter.

Naja, es reicht wenig Sachverstand um zu wissen, daß der kommende Tsunami von USA ausgelöst wird.
Allerdings wird die Meldung des QE-Stops nur die 2. Welle auslösen. Ähnlich wie bei Lehman - aber dann halt hoch 2.

Vorher lassen eben die Profis schon mal ein bißchen (viel) Luft raus. Wer das nicht rechtzeitig erkennt, steht dann wieder mit Verlusten da.

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