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10.02.2017

18:47 Uhr

Börse Frankfurt

Die verpuffte Euphorie aus den USA

Die Hoffnung auf neue Geldgeschenke durch die US-Regierung entfachte am Freitagmorgen die Kauflust der Anleger. Der Dax konnte den guten Start nicht bestätigen. Sein kleiner Bruder geht derweil auf Rekordjagd.

Börse am Abend

Trumps Steuer-Ankündigungen locken Anleger — Dax steigt

Börse am Abend: Trumps Steuer-Ankündigungen locken Anleger — Dax steigt

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FrankfurtDer Start war absolut vielversprechend, der restliche Handelsverlauf eher ernüchternd: Angetrieben von starken Vorzeichen aus den USA legte der Dax im Frühhandel gut los und ließ die Marke von 11.700 Punkten sofort hinter sich. Schnell jedoch büßte der Leitindex Puffer ein – und schloss letztlich mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent bei 11.666 Zählern. Nach der Mittagszeit war der Dax dort verharrt. Auf Wochensicht hat sich der Dax kaum von der Stelle bewegt.

Die Ankündigung des neuen US-Präsidenten Trump, bald etwas „Phänomenales“ in Sachen Steuern zu verkünden, hatte die Börsen weltweit am Donnerstag in die Höhe getrieben. „Donald Trump schaltet die Börsen wieder in den Rally-Modus“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die US-Börsen schlossen höher und beflügelten die Aktienmärkte weltweit. Ein Börsianer sagte, nach der Sorge um Trumps protektionistische Maßnahmen mache sich Erleichterung breit, dass der US-Präsident nun seinen Fokus wieder auf die Wirtschaft richte.

Darüber, dass Trump bislang Details schuldig geblieben ist, sehen die Anleger Altmann zufolge aktuell gerne hinweg. Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets warnte aber vor überzogenen Erwartungen. „Am Ende werden wir von einem großen Vakuum sprechen, wenn der neue Präsident die Versprechen, die er gibt, nicht hält.“ Die Analysten der Rabobank verwiesen darauf, dass ähnliche Pläne zur Ankurbelung der Konjunktur aus dem Jahr 2004 einer Untersuchung des US-Senats zufolge keine neuen Stellen geschaffen, sondern nur Fusionen befeuert sowie Dividenden, Aktienrückkäufe und Manager-Gehälter in die Höhe getrieben hätten.

Derweil schaffte es der MDax der mittelgroßen Unternehmen auf ein Rekordhoch: Er stieg erstmals über 23.000 Punkte und schloss 0,76 Prozent höher bei 22.029 Punkten. Für den Technologie-Index TecDax ging es um 0,71 Prozent auf 1870 Zähler bergauf – der höchste Stand seit Dezember 2015. Dem Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fehlte nach dem Kurssprung am Vortag die Kraft – er ging 0,2 Prozent tiefer bei 3271 Punkten aus dem Handel.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

In der ersten Börsenliga gewannen Papiere des Baustoffkonzerns HeidelbergCement dank einer neuen Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg 1,86 Prozent – damit gehörten sie zu den besten Dax-Werten. In der Spitze ging es um drei Prozent hoch.

Bei Thyssen-Krupp gab es bezüglich der Fusionsgespräche mit Tata noch keinen neuen Stand. Die Meinungen von Experten gehen auseinander: Manche erwarten eine Fusion noch in diesem Jahr, andere wiederum bezweifeln die Umsetzung allgemein. Die Papiere des Konzerns setzten sich mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent an die Dax-Spitze. Dagegen setzten die Aktien von Schlusslicht Commerzbank Abschlägen von 2,2 Prozent ihre Talfahrt fort. Am Donnerstag hatte das Geldinstitut die Anleger mit seinen Jahreszahlen nicht überzeugen können.

In der Autobranche sorgten Rekordergebnisse des französischen Herstellers Renault für gute Stimmung. Renault legten in Paris bis zu 2,5 Prozent zu, Volkswagen und Continental gehörten mit einem Plus von jeweils rund einem Prozent zu den größten Dax-Gewinnern.

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Der durchschnittliche Tagesgeld-Zins für Unternehmen ist erstmals ins Minus gerutscht. Und die Zahl der Banken, die Strafzinsen verlangen, wird immer größer. Wie verbreitet diese Praxis ist, zeigt eine neue Studie.

Im SDax-Index mit geringer kapitalisierten Unternehmen setzten Puma-Papiere ihren zuletzt guten Lauf fort: Erstmals seit Ende 2007 sprangen sie über die 300-Euro-Marke. Zuletzt notierten sie noch 6,4 Prozent höher bei 299 Euro. Bereits am Donnerstag hatten gute Geschäftszahlen des Sportartikelherstellers für neuen Schwung gesorgt. Nun gibt es wieder Spekulationen über einen Ausstieg des französischen Luxusgüterherstellers und Mutterkonzerns Kering.

Frisches Kapital in Millionenhöhe und der neue Investor Novo A/S machten Evotec zum Anleger-Magneten: Die vorher wochenlang schwächelnden Anteilsscheine des Biotechnologieunternehmens schossen mit einem Aufschlag von 9,14 Prozent an die TecDax-Spitze.

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