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21.04.2016

16:56 Uhr

Börse Frankfurt

Draghi kann's nicht richten

VonIlias Stampoulis

Die Worte des EZB-Präsidenten konnten dem Dax am Donnerstag keinen Rückenwind geben. Der Leitindex schloss zwar knapp im Plus, aber er konnte seine Gewinne aus den Vortagen nicht ausbauen.

Börse am Abend

Lautstarke EZB lässt Märkte kalt

Börse am Abend: Lautstarke EZB lässt Märkte kalt

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FrankfurtMario Draghi hat dem Dax am Donnerstag keinen weiteren Rückenwind geben können. Wie von allen Seiten erwartet, entschied sich der Rat der Europäischen Zentralbank auf seiner Sitzung gegen weitere Maßnahmen und beließ den Leitzins bei 0,0 Prozent. Die Anleger hatten gehofft, dass der EZB-Chef Draghi zumindest auf der Pressekonferenz für einen Stimulus sorgen wird. Aber stattdessen trieben die Worte des Italieners den Euro zeitweise deutlich nach oben.

Dieser Effekt verpuffte zwar so schnell wieder, wie er aufgetreten war – der Euro notierte am Ende des Handelstages mit 1,129 Dollar nahezu unverändert. Doch scheinbar waren die Beteuerungen Draghis, das Mandat weiterhin voll auszunutzen, den Börsianern nicht konkret genug. „Die von einigen erwarteten Signale in Richtung niedrigere Zinsen sind erst einmal ausgeblieben“, urteilte etwa Thu-Lan Nguyen von der Commerzbank. Ein müder Dax schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 10 435 Punkten.

Der Leitindex zeigte sich am Donnerstag ohnehin ausgelaugt, hatte er in den vergangenen beiden Wochen bereits mehr als neun Prozent zugelegt. Da reichte die doch so erwartete Nullrunde, was neue Maßnahmen der EZB angeht, anscheinend dazu aus, Vorsicht zum Leitmotiv des Tages zu krönen.

Auf dem Parkett galt als ausgemachte Sache, dass EZB-Chef Draghi heute keine weiteren Maßnahmen verkünden wird – immerhin hatten die obersten Währungshüter des Euro-Raums erst in der letzten Sitzung im März die Geldschleusen massiv geöffnet: Neben der Erhöhung des Strafzinses, der Ausweitung des Anleihekaufvolumens sowie dem Aufsetzen neuer Kursfristkreditlinien schaffte der Rat mit einen Senkung des Leitzinses auf 0,0 Prozent diesen de facto ab. Und so war es dann auch. Daher lag der Fokus umso mehr auf anschließenden Pressekonferenz.

Draghi hatte schon oft bewiesen, dass er diese Säule moderner Geldpolitik, die Kommunikation, zu nutzen versteht wie wenige andere. Verwiesen sei dabei auf seine inzwischen legendäre „Whatever-it-takes"-Rede. Zumindest diesmal scheint er die Erwartungen aber nicht zu erfüllen. Der Euro wertete deutlich auf, was nicht im Interesse der Währungshüter sein dürfte, haben sie neben der Preisniveaustabilität auch die Konjunktur als Zielgröße vor Augen. Schon seit der vergangenen Ratssitzung Anfang März hatte der Euro trotz neuer expansiver Maßnahmen zeitweise vier Cent zugelegt.

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Während der Pressekonferenz nannte Draghi auf Nachfrage erste Details zur Möglichkeit der EZB, ihre Anleihekaufprogramm auch auf Unternehmensbonds auszuweiten. Das Programm startet demnach im Juni 2016 und Unternehmensanleihen werden sowohl auf dem Sekundär- als auch Primärmarkt erworben. Dabei sieht das Programm einer Ratinggrenze vor von BBB-.

Wie der Dax kämpften auch die anderen europäischen Handelsplätze mit leichten bis mittleren Verlusten. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,5 Prozent fester bei 2946 Zählern. Der MDax verlor 0,8 Prozent und schloss bei 20481 Punkten.

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