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03.12.2015

17:46 Uhr

Börse Frankfurt

Draghi lässt Dax 400 Punkte niedriger schließen

Nach der EZB-Pressekonferenz zur Zinsentscheidung dreht der Deutsche Aktienindex heftig ins Minus. Grund: Obwohl Anleihekäufe verlängert werden und der Einlagezins gesenkt, zeigen sich die Märkte nicht zufrieden.

Börse am Abend

Draghi enttäuscht Börsianer massiv

Börse am Abend: Draghi enttäuscht Börsianer massiv

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FrankfurtIn Vorfreude auf weitere Geldgeschenke der EZB hatten Europas Anleger am Donnerstag zunächst bei Aktien zugegriffen. Der Dax gewann bis zum Mittag bis zu 0,8 Prozent – doch dann drehte sich das Blatt.

Wenige Minuten nach Beginn der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank drehte der Dax heftig ins Minus und notierte um 14.38 Uhr bei minus 300 Punkten fast drei Prozent im Minus bei 10.890 Punkten. EZB-Präsident Mario Draghi kündigte zwar eine Verlängerung des Anleihekaufprogramms an und sagte auch, dass die EZB weitere Anleihen für Käufe in Betracht ziehen könnte. Im Laufe der Pressekonferenz reduzierte sich das Dax-Minus auf zwei Prozent.

EZB und Draghi im Liveblog: Dax bricht ein, Euro legt zu

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Dax bricht ein, Euro legt zu

Mario Draghi will das Anleihekaufprogramm bis März 2017 ausweiten – zur Not auch länger. Auch will er künftig andere Wertpapiere zum Kauf zulassen. Der Dax berappelt sich nur langsam, der Euro legt kräftig zu.

Doch den Märkten war bereits die eine Stunde zuvor verkündete Senkung des Einlagezinses von minus 0,2 auf minus 0,3 Prozent nicht genug gewesen. Der Euro schoss geradezu in die Höhe und notierte bis Handelsschluss bei 1,09 Dollar – nach nur 1,054 Dollar am Morgen. Der Dax ging genau 400 Punkte schwächer bei 10.789 Zählern aus dem Handel.

Der MDax fiel derweil um 2,52 Prozent auf 20 851,26 Punkte. Der Index mittelgroßer Unternehmen hatte erst am Dienstag ein Rekordhoch markiert. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,97 Prozent auf 1836,71 Punkte ein.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte zudem am Nachmittag den Markt erneut auf eine Zinswende vorbereitet. „Momentan gehe ich davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in den USA in den nächsten ein oder zwei Jahren wahrscheinlich ausreichend ist, um weitere Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt zu bewirken“, sagte Yellen am Donnerstag vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschuss von Senat und Repräsentantenhaus in Washington.

Neben einem stabilen Arbeitsmarkt gebe es viele Hinweise darauf, dass die Inflation mittel- und längerfristig zum Ziel von zwei Prozent zurückkehren werde. In den USA hat sich die Arbeitslosenquote seit 2009 von zehn Prozent auf fünf Prozent halbiert. Die Inflation liegt allerdings unter der Zielmarke - auch wenn man die derzeit billigen Öl- und Lebensmittelpreise herausrechnet. Der starke Dollar drückt zudem auf die Exporte und damit das Wachstum.

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